Die jüdische Gemeinde Friedelsheim in Friedelsheim bestand bis 1922. Sie gehörte zum Bezirksrabbinat Frankenthal.
Geschichte Zu der kleinen jüdischen Gemeinde zählten auch die jüdischen Einwohner von Gönnheim. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts stieg die Zahl der jüdischen Gemeindemitglieder an. Dann kam es wie in fast allen jüdischen Gemeinden zu Ab- und Auswanderungen in die größeren Städte und ins Ausland. 1920 war die Zahl der Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft so weit zurückgegangen, dass sie auf eigenen Wunsch aufgelöst wurde. Die noch verbliebenen jüdischen Einwohner gehörten seitdem zur jüdischen Gemeinde in Bad Dürkheim.Stefan Fischbach, Ingrid Westerhoff: „… und dies ist die Pforte des Himmels“. Synagogen Rheinland-Pfalz und Saarland. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Staatliches Konservatoramt des Saarlandes, Synagogue Memorial Jerusalem. (Gedenkbuch der Synagogen in Deutschland, 2). Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2005, ISBN 3-8053-3313-7, S. 156.
Entwicklung der jüdischen Einwohnerzahl Jahr Juden Jüdische Familien Bemerkung1801388 Prozent der Bevölkerung von Friedelsheim182546184861187549190028 Quelle: alemannia-judaica.de; jüdische-gemeinden.de;
Einrichtungen Synagoge
Die Synagoge in Friedelsheim wurde zwischen 1851 und 1854 in der Bahnhofstraße 8, auf dem hinteren Teil des Grundstückes errichtet. 1920 wurde die Synagoge aufgegeben und 1922 von der jüdischen Gemeinde verkauft. 1930 wurde das Gebäude umgebaut und Sozialwohnungen eingerichtet. Heute ist die ehemalige Synagoge ein denkmalgeschütztes Wohnhaus in privater Hand.
Mikwe Die Gemeinde verfügte über eine Mikwe.
Friedhof Die Toten wurden auf dem jüdischen Friedhof Wachenheim beigesetzt. Dieser diente vielen jüdischen Gemeinden der Umgebung als Friedhof.
Schule Die Gemeinde verfügte über eine Schule. Ob eventuell ein eigener Lehrer in der Gemeinde angestellt oder ein Lehrer von außerhalb von Friedelsheim den Unterricht und andere religiöse Aufgaben wahrnahm, ist nicht bekannt.
Opfer des Holocaust Das Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945 und die Zentrale Datenbank der Namen der Holocaustopfer von Yad Vashem führen 13 Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft Friedelsheim (die dort geboren wurden oder zeitweise lebten) auf, die während der Zeit des Nationalsozialismus ermordet wurden.
Name Vorname Todeszeitpunkt Alter Ort des Todes Bemerkung QuellenAbrahamMathildeunbekanntunbekanntVernichtungslager SobiborDeportation am 11. Juni 1942 von Frankfurt nach Vernichtungslager SobiborYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11455931) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandFeibelmannJohannaunbekanntunbekanntunbekanntDeportation am 28. Mai 1942 von Frankfurt. Zielort unbekanntYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11495154) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandKoburgerMelanieunbekanntunbekanntVernichtungslager KulmhofDeportation ab Düsseldorf am 27. Oktober 1941 nach Ghetto Litzmannstadt. Im September 1942 Deportation nach Vernichtungslager KulmhofYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11564661) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandLangSigmund (Siegmund)14. Juni 194166 JahreInternierungslager RecebedouDeportation am 22. Oktober 1940 ab Baden nach Internierungslager Gurs. Deportation nach Internierungslager RecebedouYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 3195065 und Nr. 11570210) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandLöbEmma8. Mai 1944 65 Jahrepsychiatrische Anstalt LannemezanDeportation am 22. Oktober 1940 ab Baden nach Internierungslager Gurs. Verlegung nach psychiatrische Anstalt LannemezanYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 3199635 und Nr. 11581839) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandMayerArthurunbekanntunbekanntVernichtungslager TreblinkaDeportation ab Darmstadt am 30. September 1942 nach Vernichtungslager Treblinka (vermutlich über das Ghetto Theresienstadt)Yad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 587224 und Nr. 11590661) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandDornbergerDavidunbekanntunbekanntKonzentrationslager AuschwitzDeportation am 22. Oktober 1940 ab Baden nach Internierungslager Gurs. Am 5. August Deportation nach Konzentrationslager Auschwitz (Transport 17, Zug 901-12)Yad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 3169921 und Nr. 11489521) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandRübBerthaunbekanntunbekanntGhetto MinskDeportation am ab Frankfurt a. Main am 12. November 1941 nach Ghetto MinskYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11620090) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandWeilSimon12. Oktober 1942 87 JahreGhetto TheresienstadtDeportation ab Darmstadt am 27. September 1942 nach Ghetto TheresienstadtYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 11651835) / Gedenkbuch für die Opfer der NS-Judenverfolgung in DeutschlandReinmann Jacob13. Dezember 194177 JahreInternierungslager RecebedouYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 3211572)HirschHermann3. Dezember 194072 JahreInternierungslager GursYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 3185289)HessTherese8. November 194092 JahreInternierungslager GursYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 3184960)WeilEugeniaunbekanntunbekanntunbekanntYad Vashem (Datenbank, Datensatz Nr. 1834707) Literatur Cilli Kasper-Holtkatte: Juden im Aufbruch. Zur Sozialgeschichte einer Minderheit im Saar-Mosel-Raum um 1800. In: Helmut Castritius (Hrsg.), Alfred Haverkamp (Hrsg.), Franz Irsigler (Hrsg.), Stefi Jersch-Wenzel (Hrsg.): Forschungen zur Geschichte der Juden (= Forschungen zur Geschichte der Juden. Band 3). Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 978-3775256124. (online)
Einzelnachweise
Friedelsheim Kategorie:Judentum im Landkreis Bad Dürkheim Kategorie:Friedelsheim