mini|Felix Rexhausen, ca. 1984 in Hamburg Felix Hans Rudolf Rexhausen (* 31. Dezember 1932 in Köln; † 6. Februar 1992 in Hamburg), Pseudonym Stefan David, war ein deutscher Journalist und Schriftsteller.

Leben Felix Rexhausen wuchs bis 1942 in Leipzig, später in Hamburg auf, wo er 1951 sein Abitur machte. Danach studierte er Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und schloss 1956 als Diplom-Volkswirt ab. Anschließend war er Assistent von Prof. Günter Schmölders. Er promovierte dort 1959 zum Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Zusammen mit Carola Stern und Gerd Ruge gründete Rexhausen am 28. Juli 1961 die Deutsche Sektion von Amnesty International und wurde zum geschäftsführenden Vorstandsmitglied und Kassenwart gewählt.

Von 1961 bis 1964 war Rexhausen als freier Redakteur beim Westdeutschen Rundfunk in Köln tätig. Mit seiner am 19. September 1963 ausgestrahlten Glosse Mit Bayern leben in der WDR-Sendereihe Auf ein Wort löste er den „ersten großen bundesdeutschen Satireskandal“ aus und erhielt trotz Rechtfertigung in der Abendschau des Bayerischen Fernsehens am 26. September 1963 beleidigende Zuschriften aus Bayern. Von 1964 bis 1966 war er Redakteur beim Kölner Stadtanzeiger und von 1966 bis 1968 beim Magazin Der Spiegel.Lebenslauf von Felix Rexhausen; aus dem Nachlass. (als Faksimile veröffentlicht in: Benedikt Wolf: Mit Deutschland leben!, ISBN 978-3-86300-295-4) Ab Juni 1961 war er Chefredakteur der Kölner Studentenzeitschrift „perspektiven“. Er schrieb auch für die Wochenzeitschrift Die Zeit.

Ab 1968 lebte Rexhausen als freier Journalist und Schriftsteller in Hamburg und war 1978 Stadtteilschreiber für Harvestehude in Hamburg. Neben seinen journalistischen Arbeiten veröffentlichte Rexhausen Romane, Satiren und Lyrik (zum Teil vertont von Wolfgang „Schobert“ Schulz und zu Gehör gebracht von Schobert & Black). Er gilt als einer der ersten namhaften deutschsprachigen Autoren, die das Thema Homosexualität (nicht zuletzt auch anhand eigener Erfahrungen) bereits während der 1960er-Jahre offen behandelten: „[…] da stillt ein Fräulein sein Säugling, und nennt den Schwulen einen Feigling […]“.

Gedenken mini|Einweihung des Felix-Rexhausen-Platzes nahe dem Kölner Hauptbahnhof am 10. Dezember 2015 Seit 1998 vergibt der Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen den nach Rexhausen benannten Felix-Rexhausen-Preis.

Am 27. März 2014 beschloss die Kölner Bezirksvertretung Innenstadt nach Anregung durch den Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen die Benennung eines Platzes am Kölner Hauptbahnhof nach Felix Rexhausen.Bezirksvertretung Innenstadt Köln, Az. BV1/0055/2014, Tagesordnungspunkt 7.13 Die für Mai 2015 geplante Einweihung wurde ausgesetzt, nachdem der Journalist und Theologe David Berger in einem Online-Beitrag die Meinung vertreten hatte, Rexhausen habe sich in dem Roman Berührungen aus dem Jahr 1969 positiv über Pädophilie geäußert. Der Bund Lesbischer und Schwuler JournalistInnen widersprach Bergers Darstellung.Stellungnahme zur Diskussion über Felix Rexhausen und Materialien zur Meinungsbildung blsj.de vom 13. September 2015 Der Grünen-Politiker Volker Beck forderte eine Untersuchung der Vorwürfe gegen Rexhausen, ohne jedoch das Buch zu kennen. Die Vorwürfe bestätigten sich jedoch nicht, so dass der Platz durch Bezirksbürgermeisters Andreas Hupke am 10. Dezember 2015 eingeweiht wurde.Norbert Blech: Köln: Rexhausen-Platz wird nun doch eingeweiht. queer.de vom 11. September 2015

Werke Der Literaturwissenschaftler Benedikt Wolf hat eine umfassende Bibliografie der Werke Rexhausens erstellt. Sie enthält 398 Werke von Felix Rexhausen sowie 63 Quellen mit Sekundärliteratur.Buch zum Werk von Felix Rexhausen erschienen blsj.de vom 4. April 2020

Bücher Der Unternehmer und die volkswirtschaftliche Entwicklung. Duncker & Humblot, Berlin 1960, , (unter demselben Titel am 27. Februar 1959 als Dissertation an der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln bei Günter Schmölders eingereicht). Die Finanzpublizität der Länder und Gemeinden. Duncker & Humblot (Finanzwissenschaftliche Forschungsarbeiten, Neue Folge, Heft 28), Berlin 1963, . Mit Bayern leben. Kumm, Offenbach am Main 1963, , (illustriert von Jules Stauber). 7. neubearbeitete Auflage 1969, . Der linkische und der Weg zum Rechts-Staat oder Wer zersetzt hier was? Pahl-Rugenstein, Köln 1965, . Mit deutscher Tinte. Bärmeier & Nikel, Frankfurt am Main 1965, , (illustriert von Hans de Haëm). (Auch: Deutschland deine Redner. Bundesrepublikanische Ansprachen – notiert von Felix Rexhausen,. LP bei Telefunken-Decca, 1966, ). Lavendelschwert. Bärmeier & Nikel, Frankfurt a. M. 1966, . Gedichte an Bülbül. Eremiten-Presse, Stierstadt im Taunus 1968, , (illustriert von Bernard Jäger). Die Sache. Bärmeier & Nikel, Frankfurt a. M. 1968, . Berührungen, (als Stefan David, spätere Ausgaben unter seinem Namen). Olympia-Press, Darmstadt 1969, . Seelenadel. Beck Zweibrücken 1969, , (illustriert von Axel Hertenstein). Von großen Deutschen. Eremiten-Presse, Stierstadt i. Ts. 1969,, (illustriert von Walter Zimbrich). Germania unter der Gürtellinie. Satiren. Scherz, Bern u. a. 1970, . Spukspaßspitzen. Harlekinpresse, Pforzheim 1970, , (illustriert von Axel Hertenstein). Wie es so geht. Gutenachtgeschichten. Eremiten-Presse, Düsseldorf 1974, , (illustriert von Wolfgang Zeiszner). So und so. Braun, Leverkusen 1976, . In Harvestehude. Aufzeichnungen eines Hamburger Stadtteilschreibers. M+K Hansa, Hamburg 1979, ISBN 978-3-92061-026-9. Die Lavendeltreppe, verschwiegene Lyrik der Völker (übersetzt). Eremiten-Presse, Düsseldorf 1979, ISBN 978-3-87365-135-7, (illustriert von Klaus Endrikat). Über Wahlkampf. Bucher (Edition Baumann), Luzern u. a. 1980, ISBN 978-3-7658-0324-6. Beste Fahrt! Moby-Dick, Ottersberg 1981, ISBN 978-3-922843-06-1, (illustriert von Lutz Tausendfreund). Gesammelte Werke. Rosa Winkel, Berlin. Band 1: Die Märchenklappe. Allerlei Zwischenmännlichkeiten – Geschichten, Mären, Reime. 1982, ISBN 978-3-921495-75-9, (ein weiterer Band ist nicht erschienen). Der heutige Homosexuelle und Weihnachten. Frühlings-Erwachen, Kiel 1987, ISBN 978-3-925393-18-1. Die deutsche Weihnacht. Droemer Knaur, München 1989, ISBN 978-3-426-02774-5. Zaunwerk. Szenen aus dem Gesträuch. Aus dem Nachlass herausgegeben von Benedikt Wolf. Männerschwarm, Berlin 2021, ISBN 978-3-86300-079-0, (Typoskript 1964 fertiggestellt, 2022 als Hörbuch erschienen, gelesen von Klaus Nierhoff.)

Theaterstücke Dem Neuen ist Seife egal, eine Komödie, uraufgeführt am 14. November 1970 in den Kammerspielen Lübeck (Regie: Karl Vibach). Dreiecke – Vorführung von drei Stückwünschen, eine Spielschau. … dann mal wieder rechts, eine Revue, uraufgeführt am 15. Mai 1979 im Wuppertaler Schauspielhaus. (Regie: Helmut Baumann, Musik: Dirk Schortemeier).

Musik Auf ihrer LP Mein einziger Freund singen Schobert und Black das Lied Aller Scheinheiligen mit einem Text von Rexhausen. Für die zweite LP ihres Doppelalbums Das ganze Jahr! verfasste er die Texte aller 14 Lieder. Die Musik schrieb jeweils Wolfgang „Schobert“ Schulz.

Übersetzungen Amilcare Puviani: Die Illusionen in der öffentlichen Finanzwirtschaft, (italienischer Originaltitel: Teoria dellʼillusione finanziara), Duncker & Humblot, Berlin 1960, , (übersetzt mit Marianne Hartmann)

Literatur Benedikt Wolf: Mit Deutschland leben! Felix Rexhausens Literatur zwischen Zersetzung und Formspiel. Männerschwarm, Berlin 2020, ISBN 978-3-86300-295-4. Benedikt Wolf: Bibliografie der Schriften von und über Felix Rexhausen (1956–2022); aktualisierte Version. Universität Bielefeld, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft. 2022, doi:10.4119/unibi/2966925 Mirko Nottscheid: Rexhausen, Felix Hans Rudolf. Eintrag im Personenlexikon Hamburgische Biografie, Band 8, Wallstein Verlag 2023: S. 325–327, ISBN 978-3-8353-5443-2.

Weblinks

Ausführliches Porträt über Felix Rexhausen

Einzelnachweise

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