mini|Acorn-Phoebe-Case Phoebe 2100, oder einfacher Phoebe, ist ein Mikrocomputer der britischen Firma Acorn, der als Nachfolgeprodukt für den Risc PC angekündigt war. Aufgrund finanzwirtschaftlich getriebener Umstrukturierungen des Unternehmens wurde er nie ausgeliefert.www.computinghistory.org.uk Acorn PhoebeChris Why Sammlung , Phoebe Seite

Entstehungsumfeld Schon um 1996 wurde erkennbar, dass die ursprünglich schnelle Basis des Risc PC nicht mehr zeitgemäß war und dringend ein Aufrüstpfad benötigt wurde. Besonders deutlich wurde das, als nach der Verfügbarkeit des StrongARM die Prozessorkarte mit diesem Chip durch den Systembus des RiscPC (16 MHz) merklich ausgebremst wurde. Die normale anvisierte Entwicklung hatte für diesen Zeitbereich einen Prozessortakt von ungefähr 80 MHz vorausgesagt, real waren es jedoch – dank der Technologie der Digital Equipment Corporation – über 200 MHz. Dazu kam, dass andere vergleichbare Plattformen seit Einführung des PCI-Busses Datenpakete mit 32 Bit bei 33 MHz und Datenraten von bis zu 133 MByte/s bewegen konnten. Ebenso wurde dringend mehr als 2 MB VideoRAM benötigt, um auch hohe Auflösungen in 16 Millionen Farben darstellen zu können (24 Bit).

Die reine Prozessorleistung war, insbesondere in Kombination mit der oft genutzten Möglichkeit der einfachen ARM Assembler Programmierung, durchaus noch kompetitiv gut aufgestellt. Jedoch war ja bereits im RiscPC Mehrprozessorfähigkeit angedacht und im Server und Workstationbereich begannen sich gerade SMP-Systeme zu etablieren. Daher wurde die Maschine auf die Benutzung mit bis zu 4 CPUs hin entworfen.

Technik Vorgesehen waren als wesentliche Punktewww.houseofmabel.com Technische Spezifikationwww.computinghistory.org.uk Datenblatt StrongARM Prozessor (bis zu 4 maximal) Revision T mit 233 MHz 64 MHz I/O Bus der Prozessorkarte PCI Bus mit 32 Bit bei 33 MHz (PCI 2.1) mit 4 Anschlüssen Backplane (als Option) für herkömmliche Podules (Erweiterungskarten) RAM bis zu 512 MByte per Standard DIMMs VideoRAM 4 MByte für Auflösungen bis 1280 × 1024 bei 16 Millionen Farben

mini|Phoebe 2100 Mainboard, ICs, auch als Toplayer zum verlinkten Mainboardbild nutzbar Der Videochip wurde im Wesentlichen unverändert übernommen aber nun als VIDC20R in geringerer Strukturbreite gefertigt, was effektiv eine höhere Taktung erlaubte und damit auch höhere Auflösungen bzw. Bildfrequenzen. Die nun verbauten 4 MB VideoRAM waren direkt auf dem Mainboard aufgelötet. Der Input/Output Controller, IOMD2, war eine Neuentwicklung und musste das alte OpenBus-Konzept, den PCI-Bus sowie den 64-MHz-Prozessorport miteinander verbinden.iconbar.com , Bild vom Mainboard (Wakefield Show 2006)

Die PCI Anbindung erfolgte über eine PCI Bridge von PLX Technology, die PCI9080.alldatasheet.com , PLX Technology PCI9080 PCI Bridge Die PCI Slots waren als Steckplätze auf einer Riser-Karte ausgeführt. Ebenso die optional installierbaren Poduleslots. Die Mikroprozessoren, zunächst nur als Einzel-CPU, wurden ähnlich wie beim RiscPC als Steckkarte ausgeführt.

Sämtliche sonstigen I/O Elemente, wie Tastatur, Floppylaufwerk oder serieller Port, wurden über einen Super I/O Chip (FDC37C67X SMC Enhanced Super I/O Controller with Fast IR)alldatasheet.com , SMC Super I/O Controller SMC37C67X betrieben.

Realisation Zwischen 1997 und Ende 1998 wurde die Maschine entwickelt und ab Frühjahr 1998 auch als Entwicklerversion zur Vorbestellung angeboten (lieferfähig sobald verfügbar). Die offizielle Vorstellung war zur Messe Acorn World im Oktober 1998 vorgesehen. Als Betriebssystem sollte ein angepasstes RISC OS, 3.8, verwendet werden. Auch dieses mit wesentlichen Verbesserungen, insbesondere im Hinblick auf das Filesystem ADFS (mehr als 77 Dateien pro Verzeichnis, große Plattengrößen) und die Netzwerkunterstützung.Vorbericht Juni 1998 (englisch)(archiviert)Vorbericht Juli 1998 (englisch)(archiviert) Die Entwicklung der Webseite für die Messe war bereits abgeschlossenwww.houseofmabel.com AcornWorld98 und die Werbung geschaltet.Printwerbung des HerstellersFinanzierungsservice direkt vom Hersteller Sämtliche Händler waren auf das Erscheinen und die baldige Verfügbarkeit der neuen Maschine eingestellt.BEEBUG im JuliBEEBUG im AugustBEEBUG im SeptemberDesktop Projects Ltd.AJS Computers

Allerdings war der Kontext innerhalb Acorns so, dass das mittlerweile in viele Teile zersplitterte Unternehmen, das unter dem Dach der Acorn Holding zusammengehalten wurde, Verluste realisierte. Nur wurden diese im Allgemeinen auch durch die Einnahmen aus dem ARM Bereich mehr als ausgeglichen. So standen im Jahr 1998 den 18 Millionen Pfund Einnahmen aus dem Börsengang von ARM, Verluste von 9 Millionen Pfund der restlichen Teilunternehmen der Holding gegenüber.www.theregister.com Die Folge waren Überlegungen zu einer massiven Umstrukturierung. Als dann die ersten gefertigten Chips (keine FPGAs) am 15. September auf dem fertigen Board noch deutliche Fehler aufwiesen, war dies der Anlass, der direkt zur Schließung der kompletten Workstation- bzw. Computer-Division am 17. September führte.www.theregister.com Nachfolgend wurde die Messe nicht veranstaltet, Phoebe nicht vorgestellt und auch die Firma Acorn hörte in ihrer bisherigen Form auf zu existieren.

Demonstration Ein funktionsfähiges Gerät wurde erstmals auf der Messe RISC OS Show 2001 einer breiteren Öffentlichkeit gezeigt.www.iconbar.com , Bericht von der RISC OS Show 2001www.iconbar.com , lauffähige Phoebe 2100 auf der RISC OS Show 2001www.iconbar.com , Mainboard im Gehäuse, auf der RISC OS Show 2001 Das „The National Museum of Computing“ hält eine Phoebe 2100 in seiner Dauerausstellung vor.flickr.com , Phoebe 2100 im The National Museum of Computing

Einzelnachweise

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