Der Internationale Orgelimprovisationswettbewerb Haarlem () ist ein Musikwettbewerb für Orgelimprovisation, der seit 1951 im Rahmen des Internationalen Orgelfestivals in der niederländischen Stadt Haarlem stattfindet. Es ist der älteste europäische Wettbewerb dieser Art.

Geschichte und Ablauf mini|Die Müller-Orgel in der Haarlemer Kirche St. Bavo mini|Spieltisch der Müller-Orgel mini|Die Orgel der St.-Bavo-Kathedrale mini|Die Ahrend-Orgel in der Doopsgezinde kerk Der Musikwettbewerb für Organisten wurde 1951 ins Leben gerufen und fand bis 1986 jährlich statt; danach wurde auf einen zweijährlichen Rhythmus umgestellt. Im Jahr 2018 fand der Wettbewerb zum 52. Mal statt; 2020 musste er pandemiebedingt um ein Jahr verschoben werden.

Die Bewerber müssen im Vorfeld ihre Audio-Aufnahmen vorgegebener Aufgaben an den Veranstalter einsenden. Nach einer Vorauswahl verbleiben acht Teilnehmer, die nach Haarlem eingeladen werden und ihr Können im Wettbewerb in mehreren Runden vor einer prominent besetzten internationalen Jury zu Gehör bringen. Eine bis dahin bestehende Altersbeschränkung für die Bewerber wurde 2018 aufgehoben.

Veranstaltungsort des Musikwettbewerbs ist traditionell die St.-Bavo-Kirche in Haarlem mit der berühmten großen Orgel, die 1738 von dem deutsch-niederländischen Orgelbauer Christian Müller erbaut wurde. Für Juli 2021 ist geplant, den aktuellen Wettbewerb in zwei weiteren Haarlemer Kirchen auszutragen, so an der Willibrordus-Orgel in der St.-Bavo-Kathedrale und an der dreimanualigen Ahrend-Orgel in der Doopsgezinde kerk.

Preisträger waren bisher (Stand 2018) ausschließlich Europäer – die meisten aus den Niederlanden – darunter mehrfach Piet Kee, der viele Jahre als Organist an der St.-Bavo-Kirche tätig war. Im Jahr 2004 gewann mit der Slowakin Zuzana Ferjenčíková erstmals eine Frau den Wettbewerb.

Preisträger seit 1951 mini|Klaas Bolt, Preisträger der Jahre 1956 und 1957, an der Müller-Orgel (1983) 1951: Louis Toebosch (Niederlande) 1952: Anton Heiller (Österreich) 1953: Piet Kee (Niederlande) 1954: Piet Kee 1955: Piet Kee 1956: Klaas Bolt (Niederlande) 1957: Klaas Bolt 1958: Hans Haselböck (Österreich) 1959: Hans Haselböck 1960: Hans Haselböck 1961: Bernard Bartelink (Niederlande) 1962: Konrad Philipp Schuba (Deutschland) 1963: Wilfried Grasemann (Österreich) 1964: Arie J. Keijzer (Niederlande) 1965: Anders Bondemann (Schweden) 1966: André Isoir (Frankreich) 1967: André Isoir 1968: André Isoir 1969: Hans-Josef Roth (Deutschland) 1970: Jan Jongepier (Niederlande) 1971: Jan Jongepier 1972: Jan Jongepier 1973: kein Gewinner 1974: Rupert Gottfried Frieberger (Österreich) 1975: Jan Raas (Niederlande) 1976: Jan Raas 1977: Jan Raas 1978: Joost Langeveld (Niederlande) 1979: Joost Langeveld 1980: Jos van der Kooy (Niederlande) 1981: Jos van der Kooy 1982: Naji Hakim (Frankreich) 1983: Harald Feller (Deutschland) 1984: Henk W. Luijmes 1985: Henk W. Luijmes 1986: Jaroslav Tůma (Tschechien) 1988: Stefan Therstam (Schweden) 1990: Wolfgang Hörlin (Deutschland) 1992: Tomas Willstedt (Schweden) 1994: Tomasz Adam Nowak (Polen) 1996: Karl-Bernhardin Kropf (Österreich) 1998: John Terwal (Niederlande) 2000: Ansgar Wallenhorst (Deutschland) 2002: Sietze de Vries (Niederlande) 2004: Zuzana Ferjenčíková (Slowakei) 2006: Chiel Jan van Hofwegen (Niederlande) und Robert Kovács (Österreich) 2008: Gerben Mourik (Niederlande) 2010: Samuel Liégeon (Frankreich) 2012: Paul Goussot (Frankreich) 2014: David Cassan (Frankreich) 2016: Geerten Liefting (Niederlande) 2018: Geerten van de Wetering (Niederlande) 2020: kein Wettbewerb 2021: Gabriele Agrimonti (Italien) 2022: kein Gewinner 2024: Enno Gröhn (Deutschland)

Literatur

Weblinks Internetpräsenz des Internationalen Improvisationswettbewerbs Haarlem „Haarlem“ auf organimprovisation.com Einzelnachweise

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