Heinrich Brenner (* 2. Dezember 1883 in Marienburg; † 16. April 1960 in Karl-Marx-Stadt) war ein deutscher Bildhauer.

Leben und Werk Brenner studierte bei Georg Wrba an der Akademie für Bildende Künste Dresden und an der Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. Danach arbeitete er als freischaffender Bildhauer in Chemnitz, wo er zur Künstlergruppe Chemnitz gehörte. Brenner hatte eine Vorliebe für indische und gotische Kunst. 1913 war er zum Arbeiten auf der unter Künstlern beliebten Ostseeinsel Vilm. 1922 schuf er nach der Idee des Chemnitzer Rabbiners aus Grünstein ein Ehrenmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten, das in der Alten Synagoge aufgestellt wurde.Jürgen Nitsche und Ruth Röcher: Juden in Chemnitz. Die Geschichte der Gemeinde und ihrer Mitglieder. Sandstein Verlag, Dresden, 2002; S. 262 Es wurde 1938 mit der Synagoge von den Nazis vernichtet.

In der Zeit des Nationalsozialismus war Brenner obligatorisches Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Er war in dieser Zeit auf mindestens sechs Ausstellungen vertretenMartin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000, u. a. 1940 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung in München.

Das Chemnitzer Adressbuch verzeichnete ihn u. a. 1943 als „akad. Bildhauer“ In der Oskar-Mildner-Straße (heute Kanzlerstraße) 3 mit der Werkstatt im Breitenlehnweg 13.

Brenner wurde auf dem Chemnitzer St. Nikolai-Friedhof beigesetzt. Sein Grab wurde nach Ablauf der Ruhefrist aufgelöst.

Werkbeispiele

Denkmal für das Infanterieregiment 245 (1924, Naturstein; Südfriedhof Leipzig) Pfarrer Hoffmann (1930, Büste, Bronze; u. a. 1953 auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung) Kommerzienrat Hans H. Vogel (um 1937, Büste, Bronze) Dostojewski (1935, Plakette, Bronze) Porträt Dr. Brückner (Büste, Bronze; 1940 auf der Großen Deutschen Kunstausstellung) Junge Frau (vor 1948, Büste, Gips) Georg (Bronze, Porträtbüste)Abbildung im Katalog der Mittelsächsische Kunstausstellung 1950. Porträt Frau M. Sch. (Bronze; 1952 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung) Herr A. E. (Stucco; 1957 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)Abbildung im Katalog Airedaleterrier (Metall; 1957 auf der Mittelsächsischen Kunstausstellung)

Ausstellungen (unvollständig)

Beteiligung an Ausstellungen in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR (unvollständig)

1946: Dresden, Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung 1948, 1950, 1952, 1957 und 1958: Chemnitz („Mittelsächsische Kunstausstellung“) 1948: Freiberg, Stadt- und Bergbaumuseum („3. Ausstellung Erzgebirgischer Künstler“) 1953. Dresden, 3. Deutsche Kunstausstellung

Postume Einzelausstellung

2013: Chemnitz, Kirche St. Nikolai-Thomas

Literatur

Brenner, Heinrich. In: Ralf W. Müller: Künstlergruppe Chemnitz 1907–1933, Verlag Heimatland Sachsen, Chemnitz 2003, S. 95 ff.

Einzelnachweise

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