Das Gebäude des Instituts für physiologische Chemie (IPC) der Universität Tübingen wurde für die Biochemie (physiologische Chemie) als eines der ersten Neubauten auf dem Schnarrenberg errichtet und befand sich in der Hoppe-Seyler-Str. 4 zwischen Kliniken und Morgenstelle. Es ist ein Frühwerk des Architekten Peter von Seidlein und wurde deshalb auch als Seidlein-Gebäude bezeichnet. Von 2004 bis zum Umzug des Instituts in ein neues Gebäude auf der Morgenstelle hieß es interfakultäres Institut für Biochemie der Universität Tübingen (IFIB).

Geschichte Bei seiner Übernahme des Lehrstuhls 1957 erwirkte Professor Günther Weitzel (1915–1984) einen Neubau für das Physiologisch-Chemische Institut, das sich davor in der Gmelinstraße befand. Dieses Gebäude musste ohnehin verlassen werden im Zusammenhang mit dem geplanten Bau eines neuen Vorlesungsgebäudes, des späteren „Kupferbaus“. Architekt des Neubaus wurde Peter von Seidlein, ein Schüler von Ludwig Mies van der Rohe. Der Bau wurde 1959 begonnen und dauerte bis 1964, allerdings Teile des Gebäudes konnten schon 1962 benutzt werden. Weitzel führte 1962 den Diplom-Studiengang für Biochemie in Tübingen ein, welcher einmalig in Deutschland war und im Neubau startete.Thomas Beck: Schlosslabor Tübingen – Wiege der Biochemie, Museum der Universität Tübingen (MUT) 2015, ISBN 978-3-9816616-8-2, S. 59–65 (= Kleine Monographien des MUT, Bd. 3)Schlosslabor, Museum der Universität Tübingen (MUT), abgerufen am 23. Mai 2021. Durch Umbauten verlor das Gebäude seinen früheren Denkmalschutz und wurde Ende 2023 abgebrochen, damit das unmittelbar nebenan 2012 erbaute Gesundheitszentrum (mit dem Ambulanten Zentrum für Rehabilitation) erweitert werden konnte.https://www.tuebingen.de/Dateien/SiVo_mit-Anlagen.pdf

Architektur Das Gebäude beherbergte Labore, Hörsäle und Lehrräume, die um einen rechteckigen Innenhof (früher mit Springbrunnen) angeordnet waren. Dank großen Glasfronten gab es lichtdurchflutete Räume. Eingänge an beiden Seiten verbanden Klinikgelände und den Campus Morgenstelle. Mit seiner klaren Formensprache war das Gebäude der Moderne zuzuordnen.

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Einzelnachweise

Weblinks Architekturmuseum der Technische Universität Berlin

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