Die Liste der Straßen in Essen-Karnap beschreibt das Straßensystem im Essener Stadtteil Karnap mit den entsprechenden historischen Bezügen.Sofern nicht anders angegeben, wird als Quelle benutzt:
Einführung und Überblick In Essen-Karnap leben Einwohner () auf einer Fläche von 4,04 km². Karnap hat die Postleitzahlenbezirke 45329.
Das 1332 erstmals urkundlich erwähnte Carnap wurde bis 1910 mit „C“ geschrieben.Karnap Stadtgeschichte; abgerufen am 6. Mai 2014 Es ist geprägt durch seine besondere geographische Lage. Die ehemalige Bauerschaft Karnap gehörte der 1808 gebildeten Munizipalität Altenessen an, und damit ab 1813 zur Bürgermeisterei Altenessen. Bei deren Eingemeindung im Jahr 1915 in die Stadt Essen schied Karnap aus und erlangte für kurze Zeit kommunale Selbstständigkeit. Bürgermeister während dieser Zeit war Carl Hold. Im August 1929 wurde auch Karnap nach Essen eingemeindet.
Karnap war über 100 Jahre sehr stark durch den Bergbau mit seinen zahlreichen Nebenbetrieben geprägt. Es war bis in die 1950er-Jahre ein Stadtteil, der mehr Arbeitsplätze als Einwohner hatte. Der Niedergang des Bergbaus zog sich durch die 1960er-Jahre und erreichte Ende Dezember 1972 mit der Stilllegung der Zeche Mathias Stinnes seinen Höhepunkt. In einem knappen Jahrzehnt waren über 6.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Die 1982 an der Haltestelle Arenbergstraße aufgestellte Seilscheibe der Zeche Mathias Stinnes 3/4 in Brauck erinnert an die Bergbautradition.
Die südliche Grenze zu Altenessen-Nord wird durch die Emscher und den Rhein-Herne-Kanal gebildet. Im Osten grenzt Karnap an Gelsenkirchen-Horst und im Bereich des Rhein-Herne-Kanals an Gelsenkirchen Heßler. Im Norden grenzt Gladbeck und im Westen Bottrop.
Es gibt in Karnap 55 benannte Verkehrsflächen, darunter zwei Plätze
Durch den Stadtteil Karnap verläuft
die Emscher sowie der Rhein-Herne-Kanal in ostwestlicher Richtung die Bundesstraße 224 auf der Gladbecker Straße nach Bottrop die Landesstraße 448 auf der Karnaper Straße nach Gelsenkirchen
Liste der Straßen Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Straßen und Wege im Stadtteil mit entsprechenden Informationen.
Name: aktuelle Bezeichnung der Straße oder des Platzes. Länge/Maße in Metern: Die in der Übersicht enthaltenen Längenangaben sind gerundete Übersichtswerte, die in Google Earth mit dem dortigen Maßstab ermittelt wurden. Sie dienen Vergleichszwecken und werden, sofern amtliche Werte bekannt sind, ausgetauscht und gesondert gekennzeichnet. Der Zusatz „+“ bemerkt die Länge einer Straße in der Hauptlänge „+“ die abzweigenden Nebenstraßen. Bei Plätzen sind die Maße in der Form ab angegeben. Der Zusatz (im Stadtteil) gibt an, dass die Länge die des Straßenabschnitts innerhalb des Stadtkerns ist, sofern die Straße in benachbarte Stadtteile weitergeführt wird. Der Zusatz (ohne Stichstraßen) gibt bei verzweigten Straßen die Länge der „Hauptstraße“ an. Der Zusatz (alle Straßenabschnitte zusammen) gibt an, dass die Straße so verwinkelt ist, dass keine „Hauptstraße“ besteht. Stattdessen wird die Länge aller Straßenabschnitte zusammengezählt. Herleitung: Ursprung oder Bezug des Namens Datum der Benennung: amtliche Erstbenennung Anmerkungen: zusätzliche Informationen Bild: Foto der Straße oder eines anliegenden Objekts
NameLänge/Maße (in Metern)HerleitungDatum der BenennungBemerkungenBildAhnewinkelstraße540Hof AhnenwinkelHof Ahnenwinkel, ein fürstliches Erbleihgewinngut, letzte Gewinnträger Franz Ahnewinkel und Anna Maria Catharina Berndschering 18. Oktober 1790. Die Straße wurde am 12. Januar 1934 verlegt. Die Ahnewinkelstraße, die zuvor in Teilen Friedhofsweg und Heinrichstraße hieß, zweigt östlich von der Karnaper Straße ab und geht im weiteren Verlauf in die Straße Im Osterbruch über.Alte Landstraße430LagebezeichnungEs handelt sich um einen kleinen Teil eines alten landwirtschaftlichen Wegs. Früher führte die Straße weiter nach Westen bis zum Hof Großfeld (Spiekermann), der im Bereich der heutigen Verallia-Glaswerke lag. Die Alte Landstraße verläuft heute zwischen der Ruhrglasstraße und der Karnaper Straße im Gewerbegebiet Mathias Stinnes.Am Werthschemm160FlurnameDie Flur lag in der Borbecker Mark. In der Mutterrolle von 1826 wird die Flur mit dem Namen Werth bzw. Werthwiese erwähnt. Schemm ist eine alte Bezeichnung für einen Steg oder eine Brücke. Die Straße Am Werthschemm liegt am RWE Müllheizkraftwerk Karnap und geht von der Arenbergstraße ab.Arenbergstraße1050(im Stadtteil)Arenberg’sche Actiengesellschaft für Bergbau und HüttenbetriebDie Zechengesellschaft wurde 1856 gegründet und später umbenannt in Prosper. Die Arenbergstraße, die zuvor Bottroper Straße hieß, verbindet die Karnaper Straße (L 448) im Osten mit der Gladbecker Straße (B 224) im Westen.Arminiusgarten145 + 80Arminius, Fürst der CheruskerArminius der Cherusker bescherte den Römern im Jahre 9 n. Chr. in der Varusschlacht mit der Vernichtung von drei Legionen eine ihrer verheerendsten Niederlagen. Die Straße Arminiusgarten, die zuvor Freiheitstraße hieß, verläuft parallel zur Thusneldastraße und verbindet die Timpe- mit der Karnaper Straße.Batenbrocker Straße450Bauerschaft in BottropAuf dem Areal der Nachbarstadt Bottrop lag die Bauerschaft Batenbrock. Die Batenbrocker Straße, die zuvor Gerhardstraße verläuft parallel der Kaiserswerthstraße und dem Pastor-Fliedner-Weg.Beisekampsfurth255FlurnameDer Flurname Beisenkamp wird in der Mutterrolle von 1827 genannt, später auch als Biesenkamp in der Mutterrolle von 1867. Die Straße Beisekampsfurth liegt am RWE Müllheizkraftwerk Karnap und zweigt von der Arenbergstraße ab.Berswortschanze500Adrian von Berswort, RichterAdrian von Berswort (auch Berschwordt) war im 16. Jahrhundert, zur Zeit der Essener Fürstäbtissin Katharina von Tecklenburg, Richter. Sie verpfändete 1551 den Pfandschilling aus der Gewalt Karnap. Das Wort Schanze soll an den Überfall der Spanier 1588 erinnern. Die Straße Berswortschanze verläuft teilweise parallel der Straße Spanierwehr.Bertramstraße285Vorname eines GewerkenDie Nachbarstraßen hießen früher Gustavstraße und Robertstraße, die auch auf Gewerken zurückgingen. Die Bertramstraße verläuft parallel der Straße Spakenbroich und dem Großfeldweg und zweigt von der Boyer Straße ab.140x140px|Bertramstraße 19, Siedlung Mathias StinnesBoshamerweg660Arthur Boshamer, PfarrerArthur Boshamer (1869–1924) war der erste Pfarrer der ab 1. Juli 1897 selbständigen evangelischen Kirchengemeinde Karnap. Der Boshamerweg, der zuvor die Namen Quer- und Viktorstraße trug, verläuft in nord-südlicher Richtung durch die Siedlung Mathias-Stinnes und verbindet die Boyer- mit der Arenbergstraße.Boyer Straße680Bottroper Stadtteil BoyBoy ist ein Stadtteil der Nachbarstadt Bottrop, der nach dem Boyebach benannt ist. Die Boyer Straße, die zwischen 1906 und 1935 den Namen Bahnhofstraße trug, zweigt westlich von der Karnaper Straße ab und begrenzt die Siedlung Mathias-Stinnes. Im weiteren Verlauf geht sie in die Straße Carnaperhof über.Bräukerwald350Wildpferde im EmscherbruchDie volkstümliche Bezeichnung der Wildpferde im Emscherbruch war Emscherbräuker. Diese waren auch im Karnaper Wald beheimatet. Als eine der nördlichsten Straßen im Stadtteil zweigt die Straße Bräukerwald, die zuvor Waldstraße hieß, von der Karnaper Straße ab und verläuft in die Nachbarstadt Gladbeck. Die Boystraße, die bereits zu Gelsenkirchen gehört, zweigt vom Bräukerwald ab.Burhofer Brauk120FlurnameIn der Karte des Vermessers Vogelsang (1803) wird der im Osterbruch (mundartlich Osterbrauk) gelegene Hof Kaukamp als Burhof bezeichnet. Zudem wird im Karnaper Flurbuch von 1826 ein Theodor Burhof erwähnt. In Ablöseakten und Katasternachweisen taucht er als Hof- oder Familienname jedoch nicht auf. Die Straße Burhofer Brauk, die zuvor Fichtestraße hieß, liegt parallel zur Wilhelmshavener Straße und verbindet den Sigambrerweg mit der Lüderitzwiese.Carnaperhof510Lehnhof CarnaperhofDer ehemalige Lehnhof Carnaperhof aus dem 14. Jahrhundert erinnert in dieser historischen Schreibweise an den Siedlungskern von Karnap. Als Verlängerung der Boyer Straße verläuft die Straße Carnaperhof durch den gleichnamigen Gewerbepark und mündet in die Arenbergstraße. Vom Carnaperhof zweigt der Hermann-Drescher-Weg ab.Cremers Heide320 + 125FlurnameDie Namensgebung der Flur Cremers Heide steht in Zusammenhang mit dem Hof Kremer bzw. Krämer. Es war ein Erbleihgewinngut der Essener Fürstäbtissin als Grundherrin. Franziskus Kremer und seine Ehefrau Maria geb. Küpper waren zuletzt 1790 damit beliehen. Die Witwe Maria übertrug den Hof dann 1816 auf ihren Sohn Bernhard mit Ehefrau. Die in einem Wohngebiet verzweigte Straße Cremers Heide verbindet im Grunde die Straße Heistersholz mit der Karnaper Straße.Dinastraße320 + 50Bernhardine Gasseling, GastwirtinBernhardine Gasseling geb. Esser (* 13. Juni 1848 in Essen; † 2. April 1940 ebenda) bewirtschaftete mit ihrem Ehemann Anton eine Brauerei und Gaststätte und wurde in Karnap liebevoll Dina genannt. Die Dinastraße verläuft parallel zur Emschertalbahn zwischen der Karnaper Straße im Westen und Heisterholz im Osten.Gladbecker Straße840(im Stadtteil)Hauptausfallstraße nach GladbeckDie Gladbecker Straße durchzieht fünf Essener Stadtteile und ist in dieser Form mit ihrem nördlichsten Abschnitt durch Karnap erst nach 1935 entstanden. Heute ist sie Teil der Bundesstraße 224.Gravelottestraße375Gravelotte, Ort westlich von MetzIm August 1870 ereignete sich die Schlacht bei Gravelotte während des Deutsch-Französischen Krieges. Eine 1903 in Karnap gebildete Straßengruppe erinnerte an diesen Krieg mit den Namen Metzer Straße, Saarbrücker Straße, Spichernstraße und Wörthstraße. Die Gravelottestraße verläuft parallel zur Straße Waldemey und verbindet die Straße II. Schockenhecke mit der Karnaper Straße.Großfeldweg130Hof GroßfeldGroßfeld war ein Erbleihgewinngut der Fürstäbtissin von Essen. 1740 erhielten Hermann im Felde und seine Hausfrau Anna Maria genannt Braems das Gut auf Lebenszeit. Am 16. August 1843 löst Franz Spieckermann die Schulden ab und wird uneingeschränkter Eigentümer des 254 Morgen großen Hofes. Die Straße Großfeldweg, die zuvor Gartenstraße hieß, verbindet die Boyer- mit der Hattramstraße und liegt parallel zur Bertramstraße.Grüteringhof305HofnameEs handelt sich um den alten Kotten Waterwiesche oder Waterwiese, einem Erbleihgewinngut der Essener Fürstäbtissin. Letzte Gewinnträger waren die Eheleute Waterwiese am 5. Mai 1765. 1831 ging der 29 Morgen große Hof an die Eheleute Heinrich Eickwinkel und Gertrud geb. Waterwinkel. Vor 1866 heiratet Theodor Gütering gen. Waterwiese in den Hof ein. Die Straße Grüteringhof, die zuvor Lessingstraße hieß, verbindet die Straße Lohwiese in nordwestlicher Richtung mit der Timpestraße.Hasebrinkstraße170HofnameDie Schreibweise ist auch Haffekesbrincke, Haveckesbrincke oder andere. Der 1831 rund 42 Morgen große Hof, ein Erbleihgewinngut, ist erstmals 1453 als op de Havekesbrynke erwähnt. Die Witwe des letzten Eigentümers, Heinrich Hasebrink, verkaufte den Hof am 1. Juli 1891 an den Unternehmer Mathias Stinnes. Die verkehrsberuhigte Hasebrinkstraße liegt parallel zur Hattramstraße und zweigt von der Arenbergstraße nördlich ab.Hattramstraße820FlurnameDie Hattramstraße erinnert an den Flurnamen, der auch mit den Schreibweisen Hackeram und Hatteran auftaucht. Die Hattramstraße wurde am 15. Januar 1915 um die Gustavstraße verlängert. Sie ist heute verkehrsberuhigt und zweigt von der Arenbergstraße nördlich ab. Die evangelische Kirche Karnap liegt an der Hattramstraße. 140x140px|Ev. Kirche Essen-KarnapHeisterholz630FlurnameDie Deutung des Flurnamen Heisterholz ist nicht klar. Einerseits wird eine junge Eiche oder Buche als Hester oder Heister bezeichnet, andererseits geht die Vermutung auf die Bezeichnung Heis, Heissl zurück, die Buschholz oder Gestrüppwald meint.