Neukenroth ist ein Gemeindeteil von Stockheim im Landkreis Kronach (Oberfranken, Bayern).
Geografie Das Pfarrdorf Neukenroth liegt in der Nähe der thüringisch-bayerischen Grenze im Naturpark Frankenwald. Die Haßlach fließt durch das Dorf und trennt den östlichen Teil, im Dialekt „Beidlgries“, vom Rest des Ortes. Südlich des Ortes mündet die Grössau als linker Zufluss in die Haßlach. Im Ort sind zwei Bäume als Naturdenkmäler geschützt. Der Ort liegt an der B 85 (der sogenannten Bier- und Burgenstraße) und an der zweigleisigen Bahnstrecke (Frankenwaldbahn, Kursbuchstrecke 840), die weitgehend parallel zur Bundesstraße, im Ortsbereich deutlich westlich davon, verläuft.
Die B 85 führt nach Stockheim (2 km südlich) bzw. nach Pressig (3,7 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Wolfersdorf (1,7 km südlich) und nach Stockheim (1 km südlich).
Geschichte Der Ort wurde 1323 im Salbuch des Bischofs von Bamberg als „Neikenroda“ erstmals urkundlich erwähnt.Neukenroth auf der Website stockheim-online.de
Neukenroth bildete mit der Hagermühle, Rittersmühle und Schirmersmühle eine Realgemeinde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es 61 Anwesen (1 Dreiviertelgut, 11 Halbgüter, 2 Dreiachtelgüter, 21 Viertelgüter, 8 Achtelgüter, 2 Sölden, 1 Tropfsölde, 1 Wirtshaus, 11 Tropfhäuser, 1 Mahlmühle, 2 Schneidmühlen). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Kronach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das bambergische Amt Fürth am Berg. Neben den Anwesen gab es eine Pfarrkirche, einen Pfarrhof, ein Schulhaus, ein Gemeindehirtenhaus, eine Gemeindeschmiede und ein Gemeindebräuhaus.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 493. Hier sind unter Einberechnung der kirchlichen und kommunalen Gebäude abweichend 66 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.
Neukenroth ging durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 in den Besitz des Kurfürstentums Bayern über. Mit dem Ersten Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Neukenroth gebildet, zu dem Hagermühle, Rittersmühle und Schirmersmühle gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt entstand 1818 die Ruralgemeinde Neukenroth, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Teuschnitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Rothenkirchen. 1837 wurde Neukenroth dem Landgericht Kronach und dem Rentamt Kronach (1919 in Finanzamt Kronach umbenannt) überwiesen. Ab 1862 gehörte Neukenroth zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach (1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt).H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 593. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 6,556 km².
Bei einem Großbrand am 3. Dezember 1906 wurden das Schulgebäude, das Theaterhaus und sieben Scheunen mit deren Nebengebäuden zerstört. Das Feuer drohte auf die in unmittelbarer Nähe stehende Pfarrkirche St. Katharina überzugreifen, was durch die Freiwillige Feuerwehr des Ortes und die Wehren der umliegenden Gemeinden sowie der Stadt Kronach verhindert werden konnte. Ausgelöst wurde das Feuer durch die Brandstiftung zweier junger Männer, denen zuvor der kostenlose Zugang zum Dorftheater verwehrt worden war; beide wurden später zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Sandsteine des abgebrannten Schulhauses wurden zur Errichtung des Leichenhauses verwendet, die Neukenrother Schüler wurden bis zur Fertigstellung eines neuen Schulhauses in zwei Gastwirtschaften des Ortes unterrichtet.
Am 1. Januar 1975 wurde Neukenroth im Zuge der Gebietsreform in Bayern in Stockheim eingegliedert.
In Neukenroth fand am 19. Mai 2007 der zweite Bundesparteitag der Piratenpartei statt.
Baudenkmäler mini|hochkant|Kreuzschlepper
In der Bayerischen Denkmalliste sind 16 Baudenkmäler aufgeführt, unter anderem: Katholische Pfarrkirche St. Katharina eine Wegkapelle ein Bildstock ein Kreuzschlepper ein Pfarrhaus
Tilmann Breuer listete in dem Buch Landkreis Kronach 16 Kunstdenkmale auf, unter anderem: 6 Wohnstallhäuser, 1 Wohnhaus, 1 ehemaliges Austragshaus, 1 ehemalige Mühle, 1 NebengebäudeNach T. Breuer: Landkreis Kronach, S. 212f.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Neukenroth Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 496 494 511 517 573 630 646 708 716 654 647 687 798 823 740 697 700 735 990 1062 1031 963 961HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 79 98 84 94 103 130 154 Quelle
Ort Neukenroth Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 364 459 603 692 667 680 1049 950 956 943Häuser 69 94 90 100 129 153 252 Quelle
Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und Sitz der Pfarrei St. Katharina.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 493. Die Protestanten sind nach Burggrub gepfarrt.
Persönlichkeiten Johann Baptist Hofmann, deutscher Altphilologe und Sprachwissenschaftler
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Stockheim, Oberfranken) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1323 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)