Der Fußball-Landesverband Brandenburg (kurz FLB) ist die Dachorganisation aller Fußballvereine in Brandenburg. Er ist einer der 21 Landesverbände des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) und Mitglied des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV). Seinen Sitz hat der Verband in Cottbus.

Der Fußball-Landesverband Brandenburg ist der Dachverband von 657 Vereinen mit etwa 4.000 Mannschaften. In diesen Vereinen sind ca. 112.000 Mitglieder organisiert (Stand: 2026).

Der Fußball-Landesverband Brandenburg ist der größte Sportfachverband im Land Brandenburg.

Geschichte Der Fußball-Landesverband Brandenburg ist wie der Berliner Fußball-Verband indirekter Nachfolger des früheren Verbands Brandenburgischer Ballspielvereine (VBB), der von 1911 bis 1933 der Dachverband aller Fußballvereine aus Berlin und der Provinz Brandenburg war. Zuvor waren die Brandenburger Vereine überwiegend im Märkischen Fußball-Bund vertreten, der 1911 mit dem Verband Berliner Ballspielvereine und dem Verband Berliner Athletik-Vereine (in denen jedoch ebenfalls Brandenburger Vereine gemeldet waren) zum VBB zusammengelegt wurde.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurden der DFB und alle regionalen Fußballverbände aufgelöst und durch das Fachamt Fußball sowie Fußballgaue ersetzt. Anstelle des VBB trat der Gau Berlin-Brandenburg mit der Gauliga Berlin-Brandenburg als höchste Spielklasse an. In der gesamten Zeit waren nahezu nur Berliner Sportklubs tonangebend. Selten konnte ein Verein wie der Brandenburger SC in den 1940er Jahren in die Phalanx der Berliner Klubs einbrechen. Den Landesmeister stellten ausschließlich Berliner Vereine.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Land Brandenburg 1952 aufgelöst und hauptsächlich in die Bezirke Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam aufgeteilt. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden die ehemaligen Bezirke im neuen Bundesland Brandenburg am 3. Oktober 1990 wieder zusammengefasst. Für die Fußballvereine wurde bereits am 28. Juli 1990 in Potsdam der Fußball-Landesverband Brandenburg als Dachorganisation geschaffen. 54 Delegierte der Bezirksfachverbände (BFA) Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam wählten Siegfried Kirschen zum ersten Präsidenten. Als Geschäftssitz wurde Cottbus benannt. Die Patenschaft über den neu gegründeten Landesverband übernahm der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW).

Organisation und Struktur FLB-Präsidenten

Präsidenten 1990 – 2018: Siegfried Kirschen Seit 2018: Jens Kaden

Fußballkreise Zur Saison 2014/15 wurde im FLB eine weiterreichende Strukturreform durchlaufen. Hauptaugenmerk war hierbei die Reduzierung der Fußballkreise von bisher 17 auf jetzt 8. Des Weiteren hatte diese Reform Auswirkungen auf den Landesspielbetrieb der Junioren sowie die Ligahierarchie im Männerbereich:

Die Anzahl der Staffeln der Landesklasse wurde von bisher fünf auf vier reduziert, wodurch die Anzahl der Mannschaften auf diesem Niveau von 80 auf 64 reduziert wurde. Es verblieben nach der Saison 2013/14 daher nur die ersten acht jeder Staffel in der Landesklasse. Die 17 Kreismeister komplettierten das Starterfeld für die Saison 2014/15. Die Struktur der Landesliga (zwei Staffeln) und Brandenburgliga (eine Staffel) blieb bestehen.Ansetzungsheft des FLB zur Saison 2013/14. Die grundlegende Struktur im Juniorenfußball wurde beibehalten. Zurzeit wird ein Antrag geprüft, nach dem das Mannschaftsfeld in den Landesklassen der A- bis C-Junioren sowie der Landesliga der D- und E-Jugend von bisher 12 auf zehn reduziert werden soll. Als höchste Spielklasse in den neuen Großkreisen wurde die Kreisoberliga eingeführt. Darunter existieren die Kreisligen und Kreisklassen weiter.

Im Mai 2012 gab der FLB die grundlegenden Grenzen für die neuen Kreise bekannt. Im Januar 2013 wurden die endgültigen Grenzen der Kreise und die damit verbundene Anzahl der Vereine sowie die offiziellen Namen der acht Kreise bekannt gegeben. Mit der Strukturreform, die zum 1. Juli 2014 in Kraft getreten ist, wurde die Anzahl der Fußballkreise von 17 auf 8 reduziert.

Der Landesspielbetrieb der Herren wird seitdem in sieben Staffeln (Brandenburgliga, Landesliga Nord, Landesliga Süd, Landesklasse Ost, Landesklasse West, Landesklasse Nord, Landesklasse Süd) ausgetragen.

Name Zusammensetzung Vereinsanzahl Dahme/Fläming Dahmeland Jüterbog/Luckenwalde 57 Havelland Havelland-Mitte Westhavelland 105 Niederlausitz Niederlausitz 84 Ostbrandenburg Märkisch-Oderland Spree Oder/Neiße 97 Oberhavel-Barnim Oberhavel Barnim 80 Prignitz/Ruppin Prignitz Ostprignitz/Ruppin 72 Südbrandenburg Elbe/Elster Senftenberg Spreewald 111 Uckermark Ostuckermark Westuckermark 50 395px Darstellung der Fussballkreise für das Land Brandenburg

Ligasystem des FLB Saison 2026/27 Stufe Spielklasse Landesebene 6 7px|1 AufsteigerBrandenburgliga7px|2 Absteiger 7 7px|2 AufsteigerLandesliga Brandenburg7px|4 Absteiger Staffel Nord Staffel Süd 8 7px|4 AufsteigerLandesklasse Brandenburg7px|8 Absteiger Staffel Nord Staffel West Staffel Ost Staffel Süd Kreisebene 9 7px|1 AufsteigerKreisoberligaOberhavel/Barnim 7px|1 AufsteigerKreisoberligaUckermark 7px|1 AufsteigerKreisoberligaPrignitz/Ruppin 7px|1 AufsteigerKreisoberligaHavelland 7px|1 AufsteigerKreisoberligaDahme/Fläming 7px|1 AufsteigerKreisoberligaOstbrandenburg 7px|1 AufsteigerKreisoberligaNiederlausitz 7px|1 AufsteigerKreisoberligaSüdbrandenburg 10 KreisligaOberhavel/Barnim(2 Staffeln) KreisligaUckermark KreisligaPrignitz/Ruppin (2 Staffeln) KreisligaHavelland (2 Staffeln) KreisligaDahme/Fläming KreisligaOstbrandenburg (2 Staffeln) KreisligaNiederlausitz KreisligaSüdbrandenburg (2 Staffeln) 11 1. KreisklasseOberhavel/Barnim(4 Staffeln) 1. KreisklasseUckermark(2 Staffeln) 1. KreisklassePrignitz/Ruppin (3 Staffeln) 1. KreisklasseHavelland (2 Staffeln) 1. KreisklasseDahme/Fläming (2 Staffeln) 1. KreisklasseOstbrandenburg (3 Staffeln) 1. KreisklasseNiederlausitz 1. KreisklasseSüdbrandenburg (3 Staffeln) 12 - - - 2. KreisklasseHavelland (3 Staffeln) - - 2. KreisklasseNiederlausitz 2. KreisklasseSüdbrandenburg (3 Staffeln)

Daten zum FLB Die höchste Männer-Spielklasse des FLB ist die Brandenburgliga deren Meister den Titel des Brandenburgischen Fußballmeisters erhält und in die Fußball-Oberliga Nordost aufsteigen darf. Weiterhin vergibt der Verband jährlich den Titel des Brandenburgischen Pokalsiegers, dessen Gewinner in der folgenden Saison am DFB-Pokal teilnehmen darf. Kurzzeitig trug der FLB auch den sog. Bereichspokal aus, an dem die Pokalsieger der Fußballkreise sowie die nicht für den Landespokal qualifizierten Landesklasse-Mannschaften der Vorsaison teilnahmen. Die jeweiligen Sieger konnten in der darauffolgenden Saison am Landespokal teilnehmen. Der Bereichspokal ist aber inzwischen wieder abgeschafft worden.

Wettbewerbe Folgende regionale Wettbewerbe werden unter dem Dach des FLB ausgetragen:

Brandenburgische Landesmeisterschaft Herren Die heutige Brandenburgliga wurde 1990 als Landesliga Brandenburg gegründet. Bei ihrer Einführung wurde die Landesliga die dritthöchste Liga hinter der ersten und zweiten Bundesliga. Zur Saison 1991/92 wurde sie, auf Grund der Einführung der Oberliga Nordost, nur noch als vierthöchste Liga geführt.

Ab der Saison 1993/94 wurde sie in Verbandsliga Brandenburg umbenannt und im darauf folgenden Jahr, mit der Einführung der Regionalliga, zur fünfthöchsten Spielklasse. Mit der erneuten Umstrukturierung und der damit verbundenen Einführung der 3. Liga zur Saison 2007/08, trägt sie ihren jetzigen Namen und gehört zu den sechsthöchsten Spielklassen.

Der Fußball-Landesverband Brandenburg hat auf seiner Vorstandskonferenz am 11. Mai 2020 beschlossen, die Saison 2019/2020 auf Grund der vom Land Brandenburg erlassenen SARS-CoV-2 Eindämmungsverordnung ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen zu lassen. Die Saison 2019/20 wurde somit, zum ersten Mal in der Geschichte des Fußball-Landesverband Brandenburg, vorzeitig beendet.

Frauen Zur Saison 1994/95 wurde bei den Frauen die als höchste Liga im Verbandsgebiet geltende Verbandsliga Brandenburg eingeführt. Bis 2004 wurde diese als dritthöchste Spielklasse geführt. Durch die Einführung der 2. Frauen-Bundesliga zur Saison 2004/05 stellt die Landesliga die vierthöchste Spielklasse im deutschen Ligensystem dar. Ihr Meister qualifiziert sich für die Aufstiegsrelegation zur drittklassigen Regionalliga Nordost.

Bis 2008 wurde sie als Verbandsliga Brandenburg bezeichnet, danach hieß sie bis 2013 Brandenburgliga. Seit der Saison 2013/14 wird der Spielbetrieb unter der Bezeichnung Landesliga Brandenburg durchgeführt.

Brandenburgischer Landespokal Herren Nach der Wiedervereinigung Deutschlands gab es keinen einheitlichen Landespokal. In der Spielzeit 1990/91 und 1991/92 wurde noch im „DDR-Modus“ um die jeweiligen Bezirkspokale für Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam gespielt. Die Sieger ermittelten anschließend in einem Dreierturnier den Gewinner des Landespokals.

Aufgrund der Umstrukturierungen im Spielbetrieb des neu gegründeten FLB (Auflösung der Bezirksligen, Einführung der Landesligen usw.) erfolgte zur Saison 1992/93 die Einführung des bekannten K.-o.-Systems.

Mit Beginn der Saison 2006/07 wurde zwischenzeitlich ein weiterer Pokalwettbewerb, der sogenannte Bereichspokal, ins Leben gerufen. In diesem regional geteilten Wettbewerb (Nord und Süd) nahmen die Pokalsieger der Fußballkreise sowie die nicht für den Landespokal qualifizierten Landesklasse-Mannschaften der Vorsaison teil. Die jeweiligen Sieger konnten in der darauffolgenden Saison am Landespokal teilnehmen. Der Bereichspokal ist inzwischen wieder abgeschafft worden.

Frauen Seit 1990/91 stellt auch im Frauenfußball der Brandenburg-Pokal den wichtigsten Pokalwettbewerb auf Verbandsebene dar und berechtigt zur Teilnahme am DFB-Pokal und wird im bekannten K.-o.-System durchgeführt.

Das Teilnehmerfeld für den Landespokal setzt sich aus den brandenburgischen Mannschaften der Landesliga und Landesklasse sowie den sieben Kreispokalsiegerinnen zusammen.

Vereine des FLB in höheren Ligen Männer-Fußball Nationale Ligastufe Bezeichnung Anzahl Mannschaften1 rahmenlos|22x22px 1. Bundesliga –2 rahmenlos|22x22px 2. Bundesliga 1 x20px FC Energie Cottbus3 rahmenlos|22x22px 3. Liga – 4 rahmenlos|22x22px Regionalliga Nordost 3 x20px RSV Eintracht 1949 – x20px SV Babelsberg 03 – x20px FSV 63 Luckenwalde5 rahmenlos|22x22px NOFV-Oberliga Nord 2 x20px FSV Optik Rathenow – x20px SG Union Klosterfelde5 rahmenlos|22x22px NOFV-Oberliga Süd 2 20px VfB 1921 Krieschow – 1. FC Frankfurt

Futsal Nationale Ligastufe Bezeichnung Anzahl Mannschaften1 rahmenlos|22x22px Futsal-Bundesliga –2 rahmenlos|22x22px Futsal-Regionalliga Nordost 1 UFK Potsdam

Frauen-Fußball Nationale Ligastufe Bezeichnung Anzahl Mannschaften 1 rahmenlos|22x22px 1. Frauen-Bundesliga – 2 rahmenlos|22x22px 2. Frauen-Bundesliga 1 x20px 1. FFC Turbine Potsdam 3 rahmenlos|22x22px Frauen-Regionalliga Nordost 2 x20px 1. FFC Turbine Potsdam II – x20px FSV Babelsberg 74

Junioren Nationale Ligastufe Bezeichnung Anzahl Mannschaften 1 rahmenlos|22x22px U19-Nachwuchsliga 2 x20px FC Energie Cottbus – x20px SV Babelsberg 03 2 rahmenlos|22x22px A-Junioren Regionalliga Nordost 2 x20px RSV Eintracht 1949 – 1. FC Frankfurt 1 rahmenlos|22x22px U17-Nachwuchsliga 1 x20px FC Energie Cottbus 2 rahmenlos|22x22px B-Junioren Regionalliga Nordost 1 x20px SV Babelsberg 03 1 rahmenlos|22x22px C-Junioren Regionalliga Nordost 2 x20px FC Energie Cottbus – 1. FC Frankfurt

Meister & Pokalsieger