__NOTOC__ Als Generalsmemoiren werden zahlreiche nach dem Zweiten Weltkrieg erschienene Publikationen bezeichnet. Meist in hohen Auflagen herausgegeben, oft auch mit Übersetzungen, wirkten sie über die angelsächsische Rezeption auf die deutsche Militärforschung zur Wehrmacht zurück.Jens Westemeier: «So war der deutsche Landser». Wehrmachtsbilder von 1945 bis heute. In: Jens Westemeier (Hrsg.): «So war der deutsche Landser ...» - Das populäre Bild der Wehrmacht. Schöningh, Paderborn 2019, ISBN 978-3-506-78770-5, S. 8. Verfasst wurden sie von ranghohen Offizieren, die in der Wehrmacht führende Positionen innehatten und mit der Tradition des preußisch-deutschen Offizierkorps brechend ihre Memoiren und Kriegserinnerungen veröffentlichen wollten.Bernd Wegner: Erschriebene Siege. Franz Halder, die 'Historical Division' und die Rekonstruktion des Zweiten Weltkrieges im Geiste des deutschen Generalstabes. In: Ernst Willi Hansen, Gerhard Schreiber, Bernd Wegner (Hrsg.): Politischer Wandel, organisierte Gewalt und nationale Sicherheit (= Beiträge zur Militärgeschichte. Band 50). Oldenbourg 1995, ISBN 978-3-486-59478-2, S. 297 f.

In von Holocaust und Massenmorden gereinigten Erinnerungen präsentierten sich die Generäle als operative Köpfe und geniale Strategen, die durch Adolf Hitler eingeengt, gebremst, behindert und verraten worden seien. Ihren Teil der Schuld an Krieg und Kriegsverbrechen schoben sie anderen zu und verharmlosten die Rolle des Oberkommandos der Wehrmacht und des Oberkommandos des Heeres. In den Memoiren fanden Soldaten und Angehörige Erklärungen und Trost für ihr Schicksal sowie die Gewissheit, die Wehrmachtssoldaten hätten ihre Pflicht erfüllt und ehrenvoll gekämpft, sodass die Familien stolz auf sie sein könnten. Vor allem Guderian, Kesselring und Manstein übertrugen geschickt die gängigen Helden- und Opfernarrative auf sich selbst. Die verwendete Selbstbezeichnung war nicht etwa «Hitlers Generäle» sondern schlicht Soldat.Johannes Hürter: Die Wehrmachtsgeneralität und die „Bewältigung“ ihrer NS-Vergangenheit. In: Forum für osteuropäische Ideen- und Zeitgeschichte. 18. Jahrgang, 2014, Heft 1, S. 28 f.

Autoren und Werke Der Historiker Wolfram Wette führt die folgenden Autoren an:Wolfram Wette: Die Wehrmacht. Feindbilder, Vernichtungskrieg, Legenden. Fischer 2002, ISBN 3-7632-5267-3, S. 229 f. Franz Halder: Hitler als Feldherr, 1949 Karl Dönitz: Zehn Jahre und zwanzig Tage, 1958 Heinz Guderian: Erinnerungen eines Soldaten, 1951 Albert Kesselring: Soldat bis zum letzten Tag, 1953 Erich von Manstein: Verlorene Siege, 1955 Erwin Rommel: Krieg ohne Haß, 1950 (postum) Adolf Heusinger: Befehl im Widerstreit. Schicksalsstunden der deutschen Armee 1923–1945, 1958 Siegfried Westphal: Heer in Fesseln. Aus den Papieren des Stabschefs von Rommel, Kesselring und Rundstedt, 1964 Walter Warlimont: Im Hauptquartier der deutschen Wehrmacht, 1939–1945, 1964 Heinrich Greiner: Kampf um Rom, Inferno am Po, 1968

Literatur Michael Bertram: Das Bild der NS-Herrschaft in den Memoiren führender Generäle des Dritten Reiches – eine kritische Untersuchung. Ibidem 2009, ISBN 978-3-8382-0034-7. (nicht eingesehen)

Einzelnachweise

Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Historiographie (Zweiter Weltkrieg) Kategorie:Deutsche Militärgeschichte (Zweiter Weltkrieg)