Oberweißenbach ist ein Gemeindeteil der Stadt Helmbrechts im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Der Ort liegt in der Gemarkung Oberweißenbach.
Geografie Das Dorf hat mehrere landwirtschaftliche Anwesen sowie Fertigungsbetriebe für Treppen- und Werkzeugbau und eine Kfz-Reparaturwerkstatt. Im Flurgebiet Wagnersbühl am westlichen Dorfrand befindet sich ein großes Sportgelände mit einem angeschlossenen Vereinsheim.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 458. Die Staatsstraße 2195 durchquert das Dorf und führt nach Ort (1,4 km westlich) bzw. nach Helmbrechts (2 km östlich). Die Kreisstraße HO 34 führt nach Taubaldsmühle (1,5 km nordwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Unterweißenbach zur Kreisstraße HO 23 (1 km südöstlich).
Geschichte Der Nürnberger Burggraf Friedrich V. hatte Oberweißenbach im Jahr 1386 käuflich vom Rittergeschlecht der von Schauenstein erworben, wodurch das Dorf in den Besitz der Hohenzollern gelangte.
Zur Realgemeinde Oberweißenbach gehörten Bärenbrunn und Stechera (zum Teil). Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Oberweißenbach aus 22 Anwesen (7 Halbhöfe, 7 Viertelhöfe, 4 Dreiachtelhöfe, 1 Achtelhof, 1 Viertelhöflein, 2 Häuslein). Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Helmbrechts zu. Das Kastenamt Helmbrechts war Grundherr sämtlicher Anwesen.A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 427.
Von 1797 bis 1810 unterstand Oberweißenbach dem Justiz- und Kammeramt Münchberg. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Oberweißenbach dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Unterweißenbach zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Oberweißenbach, zu der Taubaldsmühle gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Münchberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Münchberg (1919 in Finanzamt Münchberg umbenannt). 1820 wurden die Gemeinden Oberweißenbach und Unterweißenbach vereinigt. Zu dieser gehörten die Orte Bärenbrunn, Hampelhof, Kriegsreuth, Lehsten, Ochsenbrunn, Ort, Rappetenreuth, Stechera, Suttenbach und Taubaldsmühle. Die Gemeinde hieß zunächst noch Unterweißenbach, wurde aber vor 1840 nach Oberweißenbach umbenannt. Etwas später wurde Bühl auf dem Gemeindegebiet gegründet. Ab 1862 gehörte Oberweißenbach zum Bezirksamt Münchberg (1939 in Landkreis Münchberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Münchberg (1879 in Amtsgericht Münchberg umgewandelt).A. Haberlah-Pohl: Münchberg, S. 495f. Die Gemeinde Oberweißenbach hatte 1964 eine Gebietsfläche von 11,372 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Oberweißenbach am 1. Juli 1972 nach Helmbrechts eingemeindet.
Baudenkmäler Alte Schmiede 7: Wohnhaus
ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 6: Zweigeschossiger Wohnstallbau mit Satteldach, wohl noch 18. Jahrhundert, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk. Stallteil gänzlich massiv ausgebaut.T. Breuer: Landkreis Münchberg, S. 34. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung. Haus Nr. 15: Wohnstallhaus mit Frackdach, wohl noch 18. Jahrhundert, mit Stroh gedeckt, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk. Zugehörig eingeschossige Scheune, deren Satteldach ebenfalls mit Stroh gedeckt ist. Haus Nr. 22: Stattlicher Vierseithof. Zweigeschossiges, verputztes Wohngebäude mit Satteldach und drei zu fünf Obergeschossfenstern. Der Sturz der Stubentür aus Haustein bezeichnet „1832“, der Scheitelstein bezeichnet „JKW“ (=Johann Konrad Wolfrum).
Einwohnerentwicklung Gemeinde Oberweißenbach Jahr 1812 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 204 1247 1334 1417 1493 1504 1565 1586 1667 1658 1575 1498 1419 1449 1324 1220 1213 1152 1010 1262 1257 1202 1166 1151HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 41 166 189 188 194 208 207 240 Quelle
Ort Oberweißenbach Jahr 1812 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 180 267 366 382 381 326 253 303 241 254 206Häuser 29 40 42 44 45 49 65Quelle
Religion Oberweißenbach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und ist bis heute nach St. Johannes der Täufer (Helmbrechts) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Helmbrechts Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Gemarkung Oberweißenbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof) Kategorie:Ersterwähnung 1386 Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972