mini|hochkant|Brinke Stevens (2005) Charlene Elizabeth Brinkman (* 20. September 1954 in San Diego, Kalifornien), besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Brinke Stevens, ist eine US-amerikanische Schauspielerin, Model und Autorin. Bekanntheit erlangte sie als Darstellerin in zahlreichen B-Filmen der Genres Horror und Science-Fiction, beginnend 1982 mit einer Nebenrolle in The Slumber Party Massacre. Mit ihren vielen Auftritten in Horrorfilmen etablierte sie sich als Scream-Queen.

Leben Charlene Elizabeth Brinkman kam 1954 im südkalifornischen San Diego als Tochter des Soldaten Charles Brinkman II und dessen Frau Lorraine zur Welt. Ihre Mutter hatte im Zweiten Weltkrieg in der Rüstungsindustrie gearbeitet. Das Mädchen mit deutschen und mongolischen Wurzeln wuchs in Crest, einem Vorort von San Diego, an der Seite eines jüngeren Bruders auf.Jason Paul Collum: Assault of the Killer B’s. Interviews with 20 Cult Film Actresses. McFarland & Company, Jefferson 2004, ISBN 0-7864-1818-4, S. 22 (englisch). Sie absolvierte die Highschool in El Cajon und war bereits als Schülerin Mitglied von Mensa International.Kevin Brass: B-Movie Queen: Brinke Stevens Knows Secret to Dying in a Shower. In: Los Angeles Times, Ausgabe vom 9. Juli 1992. Online, abgerufen am 16. Mai 2021 (englisch). Danach studierte sie Biologie und Psychologie an der San Diego State University und wurde von der Scripps Institution of Oceanography aufgenommen, wo sie sich 1978 mit einer Arbeit über das Sehvermögen von Seehunden einen Mastertitel erwarb. Ein angefangenes Doktorstudium musste sie abbrechen, bekam aber später die Ehrendoktorwürde verliehen. Vorübergehend arbeitete sie als Meeresbiologin.Jason Paul Collum 2004, S. 23.

Auf dem College lernte Brinkman Dave Stevens, einen späteren Comiczeichner und Schöpfer der Figur Rocketeer, kennen und ging mit ihm eine Beziehung ein. Im Jahr 1980 heiratete das Paar und zog nach Los Angeles, ließ sich aber nach nur sechs Monaten Ehe wieder scheiden.Jason Paul Collum 2004, S. 24. Stevens schuf die Nebenfigur Betty nach dem Vorbild seiner Kurzzeitehefrau.

Sie lebt in West Los Angeles und spricht sechs Fremdsprachen.

Karriere Weil sie in Los Angeles keine Anstellung als Meeresbiologin finden konnte, arbeitete Brinkman zunächst als Storyboard-Künstlerin an Steven Spielbergs Jäger des verlorenen Schatzes. Nebenbei posierte sie als Bettie Page und begann, für Magazine wie Playboy und Penthouse zu modeln. Ihre Freundschaft zu „Mr. Science Fiction“ Forrest J. Ackerman, den sie 1973 als Vampirella bei einem Kostümwettbewerb kennengelernt hatte, brachte ihr 1980 ein erstes Schauspielengagement im Studentenfilm Zyzak Is King ein. Nach weiteren Model-Jobs erhielt sie mehrere Statistenrollen, unter anderem in Robert Aldrichs letztem Film Kesse Bienen auf der Matte. Als Statistin war sie oft spärlich bekleidet oder nackt neben Darstellerinnen wie Michelle Bauer oder Linnea Quigley zu sehen.Jason Paul Collum 2004, S. 25.

1981 spielte sie unter dem fortan genutzten Pseudonym Brinke Stevens in der Slasher-Parodie The Slumber Party Massacre ihre erste Nebenrolle. Danach war sie vor allem in B-Filmen der Genres Horror, Science-Fiction und Fantasy zu sehen und wurde in dieser Nische zu einer der gefragtesten Darstellerinnen der folgenden Jahrzehnte. Neben dem Debüt gehören ihre Mitwirkungen an Jäger der verschollenen Galaxie und Die unaussprechliche Sünde zu ihren bekanntesten Rollen. Während der 1980er Jahre trat sie mehrmals uncredited in kommerziellen Filmen wie Private School – Die Superanmacher, This Is Spinal Tap oder ¡Drei Amigos! auf. 1986 fungierte sie in Psycho III ebenfalls uncredited als Körperdouble für Hauptdarstellerin Diana Scarwid. Wiederholt arbeitete sie mit Regisseuren wie David DeCoteau, Fred Olen Ray und Jim Wynorski zusammen.Jason Paul Collum 2004, S. 26.

Ab 1987 bescherte der wachsende VHS-Markt Brinke Stevens einen weiteren Popularitätsschub und sie trat vermehrt auch in Direct-to-Video-Produktionen auf. Daneben versuchte sie sich als Drehbuchautorin und schrieb die 1991 realisierte Horrorkomödie Teenage Exorcist nach einer Geschichte von Fred Olen Ray. Ein weiteres Drehbuch mit dem Titel The Recruiter wurde nicht umgesetzt. 1992 schrieb sie für das Männermagazin Femme Fatales, für dessen erstes Titelbild sie sich im Vampirella-Kostüm ablichten ließ. 1994 textete sie gemeinsam mit Brian Pulido ihren eigenen Comic namens Brinke of Destruction. 2003 setzte Stevens nach mehr als zwei Jahrzehnten die aus The Slumber Party Massacre bekannte Rolle der Linda in Cheerleader Massacre fort. Abseits des Showgeschäfts investierte sie in ein Restaurant in Los Angeles und startete eine eigene Horror-Hotline.

Rezeption Während der späten 1980er Jahre wetteiferte Brinke Stevens mit Darstellerinnen wie Barbara Crampton, Sybil Danning und Linnea Quigley um den Titel „Queen of the B Movies“. Obwohl die 160 Zentimeter große Stevens nicht dem „Bimbo-Stereotyp“ entspricht, konnte sie sich den Ruf einer Scream-Queen erspielen. Während sie in frühen Rollen häufig einen gewaltsamen Filmtod sterben musste, wurde sie später vermehrt als liebenswerte Frau besetzt, die sich durch dämonische Kräfte oder andere äußere Umstände in eine brutale Killerin verwandelt.

Bereits zu Beginn ihrer Schauspielkarriere wurde Brinke Stevens, die sich selbst als Teil der Nerdkultur sieht, regelmäßig zu Science-Fiction- und Horror-Conventions eingeladen. Im Gegensatz zu vielen Kolleginnen verschenkte sie Fotos und Autogramme und baute sich damit eine beachtliche Fangemeinde auf. Ein offizieller Fanklub zählte zeitweise über 15.000 Mitglieder, auf dem Höhepunkt ihrer Popularität beantwortete sie mithilfe eines Assistenten täglich zwischen 50 und 100 Fanbriefe.

Filmografie Spielfilme (Auswahl) 1981: Zyzak Is King (Kurzfilm) 1982: The Slumber Party Massacre 1982: Terminal Velocity 1983: Hochzeit mit Hindernissen (The Man Who Wasn’t There) 1983: Nur Tote überleben (Sole Survivor) 1983: Private School – Die Superanmacher (Private School, uncredited) 1984: This Is Spinal Tap (uncredited) 1984: Der Tod kommt zweimal (Body Double) 1984: The Forgotten Ones 1985: 24 Hours to Midnight (Sprechrolle) 1986: ¡Drei Amigos! (¡Three Amigos!, uncredited) 1987: Jäger der verschollenen Galaxie (Slave Girls from Beyond Infinity) 1988: Explosion der Leidenschaften (Nightmare Sisters) 1988: Die unaussprechliche Sünde (Grandmother’s House) 1988: War Lords – Die Zerstörer der Zukunft (Warlords) 1988: Beast You! (Sorority Babes in the Slimeball Bowl-O-Rama) 1989: The Jigsaw Murders 1989: Transylvania Twist 1990: Todesspur Chinatown (Chinatown Connection) 1990: Haunting Fear (Direct-to-Video) 1990: Spirits 1990: Bad Girls from Mars – Die verdorbenen Mädchen vom Mars (Bad Girls from Mars) 1991: My Lovely Monster 1991: Shadows in the City 1991: Scream Queen Hot Tub Party (Direct-to-Video) 1991: Teenage Exorcist (auch Drehbuch) 1992: Wurzeln des Bösen (Roots of Evil) 1992: Munchie 1993: Rosen sind tot (Acting on Impulse, Fernsehfilm) 1995: Cyberzone (Droid Gunner) 1995: Jack-O 1995: Mommy 1996: Masseuse 1996: Heißer Draht (Over the Wire) 1997: Mommy 2: Mommy’s Day 1997: Illicit Dreams 2 1998: Repligator 2000: Sideshow 2001: Victoria’s Shadow 2001: Eyes Are Upon You 2001: Real Time: Siege at Lucas Market Street 2002: The Frightening 2002: Bleed (Direct-to-Video) 2003: Cheerleader Massacre 2003: Deadly Stingers 2004: Dead Clowns 2004: Tele-Zombie 2005: October Moon 2006: Speedbag 2006: Revenge Live 2007: The Two Sisters 2007: Head Case 2007: Sigma Die! 2008: Her Morbid Desires 2008: October Moon 2: November Son 2008: Bryan Loves You 2009: Blood Siblings 2009: The Ritual 2009: Demon Divas and the Lanes of Damnation (Direct-to-Video) 2009: Caesar and Otto’s Summer Camp Massacre 2009: George’s Intervention 2009: It Came from Trafalgar 2010: Post-Mortem 2010: Pschosomatika 2010: Bloodstruck 2011: Shy of Normal: Tales of New Life Experiences 2011: Bleed 4 Me 2011: Bloody Mary 3D (Sprechrolle) 2012: The Summer of Massacre 2012: No Strings 2: Playtime in Hell 2012: Caesar and Otto’s Deadly Christmas 2012: Jonah Lives 2013: Axeman at Cutter’s Creek 2013: The Trouble with Barry 2013: Die Sister, Die! 2013: Head Cases: Serial Killers in the Delaware Valley 2013: Lizzie Borden’s Revenge 2014: Safe Inside 2014: Disciples 2014: 3 Scream Queens 2015: Terror Toons 3 2015: Ceasar and Otto’s Paranormal Halloween 2015: Adam K 2015: Night of Something Strange 2015: Ripped to Shreds 2017: Death House 2019: RoboWoman 2020: The Beast Beneath

Dokumentarfilme 1996: Theater Dark Video Magazine (Fernsehfilm) 2003: Something to Scream About 2010: Sleepless Nights: Revisiting the Slumber Party Massacres 2011: Screaming in High Heels: The Rise and Fall of the Scream Queen Era 2011: The Greatest Women of Horror and Sci Fi

Literatur Jason Paul Collum: Assault of the Killer B’s. Interviews with 20 Cult Film Actresses. McFarland & Company, Jefferson 2004, ISBN 0-7864-1818-4, S. 22 ff. (englisch). Michael R. Pitts: Horror Film Stars. 3. Auflage. McFarland & Company, Jefferson 2002, ISBN 0-7864-1052-3, S. 469 ff. (englisch).

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