Challenge Roth (nach dem Sponsor derzeit DATEV Challenge Roth, bis 2009 Quelle Challenge Roth) ist seit 2002 der Name eines Wettkampfs auf der Triathlon-Langdistanz im mittelfränkischen Roth. Bis zu 300.000 Zuschauer entlang der WettkampfstreckenRekord-Challenge Roth endet mit legendärer Finishline-Party. In: BR24. 26. Juni 2023. verfolgen den seit Jahren auch live von BR Fernsehen übertragenen Triathlon über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und einem Marathonlauf über 42,2 km, der zu den weltweit traditionsreichsten und bestbesetzten Triathlonveranstaltungen zähltTimothy Carlson: Frodeno v. Lange headlines Challenge Roth 2022. In: slowtwitch.com. 1. Juli 2022. und als erster Wettkampf zur Challenge Family Weltserie gehörte.

Geschichte Organisation Die Geschichte der Challenge Roth reicht zurück bis ins Jahr 1984, als Detlef Kühnel, 1982 und 1983 einer der ersten europäischen Teilnehmer des Ironman Hawaii, am 22. September 1984 mit der von ihm gegründeten Triathlonabteilung des TSV Roth den „Franken-Triathlon“ mit 83 Teilnehmern organisierte.

Von Beginn an war Herbert Walchshöfer, stellvertretender Geschäftsführer der Congress- und Tourismuszentrale Nürnberg, für Presse, Marketing sowie Moderation im Zielbereich verantwortlich. Aus dem Franken-Triathlon wurden 1985 die erste Bayerische Meisterschaft, 1986 Deutsche Meisterschaften mit Scott Tinley und Dirk Aschmoneit an der Spitze und 1987 Europameisterschaften.

Kühnel schloss einen Vertrag mit Valerie Silk, der ihm ermöglichte, ihr Markenzeichen „Ironman“ exklusiv in Europa zu nutzen. Der Ironman Europe entwickelte sich zur mit Abstand größten europäischen Triathlonveranstaltung, die zeitweise fast zehn Stunden live im Fernsehen gezeigt wurde. 4000 Anmeldungen für 2700 Startplätze gingen 1998, als Meldeformulare noch per Post versandt wurden, bei Kühnel ein. Die Polizei zählte regelmäßig eine sechsstellige Zuschauerzahl entlang der Strecke, die internationale Starterfelder mit u. a. Mark Allen, Peter Reid, Ken Glah, Luc Van Lierde sowie Paula Newby-Fraser, Heather Fuhr, Lori Bowden und Jan Wanklyn anfeuerten.

mini|Unterrichtungstafel an der Autobahn A9 bei Roth

Eine Reduzierung des Teilnehmerfeldes, einen Massenstart statt der traditionellen Startgruppen sowie höhere Gebühren für die – längst nicht mehr europaweit exklusive – Nutzung seines Markenzeichens Ironman im Veranstaltungsnamen forderte dessen Rechteinhaber 2001. Kühnel und Walchshöfer benannten daraufhin die Veranstaltung 2002 in Challenge Roth um, wobei z. B. Streckenführung und Hauptsponsoren Quelle und Post AG, insbesondere aber die mehreren tausend freiwilligen Helfer und das Zuschaueraufkommen an der Strecke unverändert blieben. Wesentliche Neuerung war die Ergänzung der Teilnahmeoption als Staffel, wobei sich drei Personen die drei Disziplinen aufteilen. Die Hauptverantwortung in der Organisation des Wettkampfes, über den die Frankfurter Allgemeine Zeitung titelte „Triathlon in Roth ist wie Tennis in Wimbledon“, (Faksimile im Ergebnisheft des Ironman Europe 1991) übernahm Herbert Walchshöfer. Detlef Kühnel blieb in den ersten Jahren noch im Hintergrund beteiligt und initiierte z. B. 2003 die erste Serie rund um die Challenge Roth.

Im Vergleich zu den Vorjahren reduzierte sich unter dem neuen Namen zwar zunächst die Flut der Anmeldungen, das Teilnehmerfeld war aber auch schon im ersten Jahr sechs Wochen vor dem Startschuss ausgebucht. Auch wenn die örtlichen Gegebenheiten die maximale Teilnehmeranzahl limitieren, wurden in den Folgejahren regelmäßig Möglichkeiten zu deren Optimierung gesucht und wahrgenommen. Trotzdem sank die Zeit, bis alle verfügbaren Startplätze vergeben waren, fortlaufend. Mit 3400 Einzelstartern und 1950 Staffelteilnehmern aus über 60 Nationen sowie laut Angaben der Polizei 260.000 Zuschauern an der Strecke wurde die Veranstaltung von 2011 an sechsmal in Folge als Deutschlands „Rennen des Jahres“ geehrt.

Für 2012 war die Online-Anmeldung erstmals nach weniger als 24 Stunden geschlossen. Eine erhebliche Anzahl der Teilnehmer melden sich gleich am Tag nach dem Wettkampf persönlich vor Ort für das Folgejahr an, der Ansturm führt zu mehreren hundert Meter langen Warteschlangen.

Von 2003 bis 2010 sowie von 2013 bis 2015 wurden im Rahmen der Challenge Roth die Deutschen Triathlon-Meister auf der Langdistanz ermittelt. Für 2012 vergab die European Triathlon Union (ETU) die Ausrichtung der Europameisterschaften an die Challenge Roth, die seither bei wechselnden europäischen Veranstaltungen der Challenge Family Serie stattfinden.

Einen besonders emotionalen Moment gab es bei der Challenge Roth 2007, als beim traditionellen Feuerwerk zum Zielschluss Herbert Walchshöfer auf einem Rollstuhl in das Stadion gerollt wurde. Walchshöfer hatte 2005 aufgrund eines Lungenleidens eine Transplantation erhalten und starb im Herbst 2007 mit 58 Jahren.

2008 trugen die Teilnehmer der Challenge Roth schwarze Armbinden mit der Aufschrift „Herbert Danke“ beim Zieleinlauf. Walchshöfers Frau Alice sowie seine Kinder Felix und Kathrin übernahmen die Organisation der Veranstaltung, die sie mit weltweit rund 40 weiteren Wettkämpfen unter dem Challenge-Logo zu einer der größten Triathlonserien ausbauten.

2015 waren die verbliebenen Startplätze innerhalb von 70 Sekunden im Internet vergeben. Das Kontingent für deutsche Triathleten ist auf 60 % der Startplätze limitiert. Die Nationen mit dem nach Deutschland größten Starterfeld waren 2015 Großbritannien, Frankreich, Australien, die USA und Spanien, die zusammen auf rund 750 Teilnehmer kamen. Entsprechend finden die Wettkampfbesprechungen vor der Veranstaltung in Spanisch, Französisch, Englisch und Deutsch statt. 2015 waren an der Challenge Roth rund 6000 freiwillige Helfer ergänzt durch 300 Polizeibeamte, 600 Helfer aus 24 Freiwilligen Feuerwehren und dem örtlichen Technischen Hilfswerk (THW), sowie 390 Sanitäter beteiligt. 65 Wettkampfrichter wachten über die Einhaltung des Regelwerks der Deutschen Triathlon Union. Die Polizei zählte insgesamt 260.000 Zuschauer entlang der Strecke, weitere 7,3 Millionen Zuschauer in Deutschland ermittelte ein Marktforschungsunternehmen bei den TV-Berichten, die sich in der Summe auf 21:41 Stunden Sendezeit addierten. 250 akkreditierte Journalisten schrieben Artikel, die in 359 Zeitungen und Zeitschriften erschienen.

2011, 2012, 2013, 2014, 2015 und erneut 2016 wurde die Challenge Roth jeweils bei der Sailfish Night of the Year mit dem Triathlon Award als Deutschlands „Rennen des Jahres“, das die Leser der Zeitschrift Triathlon wählen, ausgezeichnet.

Die Familie Walchshöfer zog sich Ende 2015 aus der Challenge Family GmbH zurück, konzentrierte sich auf die Challenge Roth; seitdem war Zbigniew (Zibi) Szlufcik bis Ende 2019 alleiniger Geschäftsführer (jetzt Präsident), aktuell ist der Niederländer Jort Vlambis CEO Challenge Family GmbH.

2016 werden erstmals 470 Startplätze für die Challenge Roth innerhalb der Wettkämpfe der Challenge Family Serie an Athleten, die sich z. B. in sozialen Netzwerken, Charity-Projekten o. ä. als Botschafter der Challenge Family engagieren, vergeben. Da die Wettkämpfe in der Serie überwiegend außerhalb Deutschlands stattfinden, ist hiervon in erster Linie das internationale Startplatzkontingent betroffen.

2022 wurde der Challenge Roth der Bayerische Sportpreis in der Kategorie Herausragende Förderung des Sports verliehen.

Wie groß die Nachfrage nach einem Startplatz für dieses Langdistanz-Rennen am ersten Juliwochenende ist, zeigte sich zuletzt deutlich: Das Rennen 2026 am 5. Juli war nach nur wenigen Sekunden ausgebucht.Terminkalender zücken: Renntag für Challenge Roth 2027 steht fest (9. Januar 2026)

Sportliche Höhepunkte 2003 ging das Herzschlagfinale zwischen Lothar Leder und dem Kurzdistanz-Weltmeister von 1997, Chris McCormack, in die Geschichte ein: während François Chabaud und Bryan Rhodes mit technischen Defekten auf dem Rad kämpften, lieferten sich Leder und McCormack über acht Stunden ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Auf den letzten 400 Metern suchte Leder schließlich die Entscheidung und gewann in einem Sprint-Finish mit 3 Sekunden Vorsprung. Dieser Zieleinlauf war neben dem von Pauli Kiuru und Ken Glah beim Ironman New Zealand 1989 die bisher knappste Entscheidung im Langdistanz-Triathlon. Leder, der bereits 1996 in Roth als weltweit erster Triathlet die magische Acht-Stunden-Marke auf der Ironman-Distanz unterboten hatte, gewann damit zum vierten Mal in Folge und zum fünften Mal insgesamt in Roth. Eine Stunde später komplettierte seine Frau Nicole als schnellste Frau den Erfolg.

mini|Chris McCormack gewann im Juni 2007 zum vierten Mal in Folge die Quelle Challenge Roth

2007 jährte sich der Streckenrekord von Luc van Lierde mit 7:50:27 h zum zehnten Mal. Selbstbewusst hatte Chris McCormack vor seinem fünften Start in Roth Ambitionen auf die ausgeschriebene Prämie von 100.000 US-Dollar für ein Unterbieten dieses Rekordes angemeldet. Bis zur abschließenden Disziplin lag er – verfolgt von Thomas Hellriegel – auch auf Kurs, ließ dann aber durch die hohen Temperaturen bedingt einige Minuten liegen und kam bei seinem vierten Sieg in Folge in Roth mit persönlicher Bestzeit von 7:54:23 h ins Ziel.

Eine Stunde später gab es bei dem Jubiläum „20 Jahre Langdistanz in Roth“, zu dem sogar ein Glückwunsch-Telegramm der Bundeskanzlerin einging, dann doch noch eine Überraschung: Die bis dahin weitgehend unbekannte Yvonne van Vlerken gewann bei ihrem ersten Start in Roth in 8:51:53 h – nur eine Minute über der 1994 auf dem gleichen Kurs von Paula Newby-Fraser aufgestellten Weltbestzeit. 2008 lieferte van Vlerken dann nicht mehr ganz so überraschend die Schlagzeile des Tages: Nach 8:45:48 h unterbot sie die 14 Jahre alte Bestmarke. Angetrieben wurde sie dabei von der Ungarin Erika Csomor, die in 8:47:05 h ebenfalls deutlich unter Newby-Frasers Bestmarke blieb.

Ein Jahr hielt diese neue Weltbestzeit – dann kam 2009 Chrissie Wellington. Die amtierende Weltmeisterin sowie bis dahin zweifache Siegerin des Ironman Hawaii unterbot in 8:31:59 h van Vlerkens Bestzeit gleich um fast 14 Minuten. Rebekah Keat komplettierte in 8.39:24 h die Sensation. Dazu gewann Michael Göhner in der viertschnellsten jemals in Roth gelaufenen Zeit (7:55:53).

2010 war Chrissie Wellington erneut am Start und konnte in 8:19:13 h nicht nur zum zweiten Mal in Roth siegen, sondern auch ihre eigene Bestzeit aus dem Vorjahr nochmals um über zwölf Minuten unterbieten. Nur sechs Männer liefen an diesem Tag vor ihr ein. Die Zweitplatzierte Rebekah Keat lief mit fast 33 Minuten Distanz in 8:52:10 h ein, vier Jahre zuvor wäre dies noch die zweitschnellste jemals von einer Triathletin weltweit erreichte Zeit gewesen. Bei den Männern verfehlte Rasmus Henning bei seinem Sieg in 7:52:36 h die Bestmarke von 1997 nur um gut 2 Minuten. Auf Platz zwei lief Sebastian Kienle ein, der zuvor die elf Jahre alte Bestzeit von Jürgen Zäck auf der Radstrecke unterbieten konnte.

2011 gab es zum zehnjährigen Jubiläum der Marke Challenge gleich zwei neue Rekorde: Andreas Raelert siegte bei seiner Roth-Premiere mit einer Fabelzeit von 7:41:33 h fast 9 Minuten schneller als van Lierde 1997, und Chrissie Wellington gewann bei ihrem dritten Start in Roth zum dritten Mal in neuer Weltbestzeit. Sie konnte ihre Zeit aus dem Vorjahr in 8:18:13 h nochmals um exakt eine Minute unterbieten. Julia Gajer gelang gleichzeitig die schnellste Zeit, mit der jemals eine Triathletin bei einem Langdistanz-Debüt ins Ziel kam.

2012 fanden erstmals in Roth und zum dritten Mal in Deutschland (nach dem Jümme-Triathlon 1995 und dem Allgäu Triathlon 2004) offizielle Triathlon-Europameisterschaften auf der Langdistanz statt. Europameister wurden Rachel Joyce und Timo Bracht, der hinter James Cunnama Zweiter in der Gesamtwertung wurde.