Johann Heinrich Lent (* 4. Februar 1889 in Siegen; † 14. September 1965 in RecklinghausenUnsere Toten. In: Burschenschaftliche Blätter, 81. Jg. (1966), H. 1/2, S. 29.) war ein deutscher Ingenieur. Er war Gründungsvorsitzender der Kommission Reinhaltung der Luft.

Leben Heinrich Lent war der Sohn des Prokuristen Robert Lent und seiner Frau Helene. Nach seiner Schulzeit in Düren studierte er zunächst Medizin in Berlin, brach dieses Studium aber bereits im ersten Semester ab. Im Anschluss studierte er bis zum Diplom im Jahr 1913 Hüttenkunde an der Technischen Hochschule Aachen. Ab 1908 war er Mitglied der Aachener Burschenschaft Teutonia,Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 292. der er bis zu seinem Tode als Alter Herr angehörte. 1913 und 1914 war er Assistent in der Gießerei der Sächsischen Maschinenfabrik in Chemnitz. Danach war er kurzzeitig in Duisburg bei der Phoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb beschäftigt. Von 1915 bis 1929 war Lent zunächst Hochofeningenieur, später Oberingenieur bei den Vereinigten Stahlwerke beziehungsweise ihren Vorgängereinrichtungen. Parallel dazu wurde er an der Technischen Hochschule Aachen 1922 zum Doktor-Ingenieur promoviert. Von 1929 bis 1933 war er Maschinendirektor der Bergbaugruppe Bochum der Vereinigten Stahlwerke. In den 1930er-Jahren wirkte Lent beim Ausbau von Hibernia und StEAG mit. Ab 1934 war er Bergwerksdirektor der Hibernia AG in Herne, wo er für die Tagesanlagen und Großkraftwerke zuständig war. 1936 brachte Lent als Erster den Bensonkessel in der industriellen Energieerzeugung zur Durchführung. Er war mehr als vier Jahrzehnte als Ingenieur im Eisenhüttenwesen und im Steinkohlenbergbau tätig.

Heinrich Lent gehörte dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) mit der Mitgliedsnummer 29059 an. Von 1933 bis 1941 war er Vorsitzender des VDI-Bezirksvereins Bochum. Mit der Gründung des Fachausschusses Reinhaltung der Luft innerhalb der VDI-Fachgruppe Staubtechnik 1955 wurde Heinrich Lent dessen Vorsitzender. Von deren Gründung im Jahr 1957 bis 1962 war er Vorsitzender der Kommission Reinhaltung der Luft. Er war Vorsitzender der Vereinigung der Großkesselbetreiber und Vorstandsmitglied des Technischen Überwachungsvereins Essen.

Heinrich Lent war seit 1918 mit Irmgard Mettin (1892–1983) verheiratet. Das Ehepaar hatte zwei Töchter und zwei Söhne, darunter den Mediziner Volkmar Lent.

Auszeichnungen 1962: Ehrenzeichen des VDI 1964: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse 1964: Ehrenmünze des VDI

Werke (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Person (Energiewesen) Kategorie:Person (Umwelt- und Naturschutz, Deutschland) Kategorie:Person (Verein Deutscher Ingenieure) Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Bergbau) Kategorie:Ingenieur Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1889 Kategorie:Gestorben 1965 Kategorie:Mann