mini|Streichelzoo auf dem land ist ein Gedicht des österreichischen Lyrikers Ernst Jandl. Es entstand am 13. Februar 1963 und erschien erstmals 1966 im Gedichtband Laut und Luiseauf dem land bei der Österreichischen Nationalbibliothek. und folgt dort im Abschnitt bestiarium auf eulen. auf dem land ist eines der so genannten „Sprechgedichte“ Jandls und ein Beispiel für Konkrete Poesie.
Inhalt und Form Ernst Jandl auf dem land Link zum Volltext des Gedichts (Bitte Urheberrechte beachten)
Das Gedicht entwickelt Spannung durch den Kontrast von Titel und Inhalt. Während der Titel „auf dem land“ Bukolische Dichtung, also eine romantische, ländliche Szene erwarten lässt, karikiert der Text diesen Typus. Mit seinen Staccato-artigen Silbenwiederholungen vermittelt es eine nervenaufreibende Geräuschkulisse. Unterstrichen wird dies durch die „zerlegung des wortes und zusammenfügung seiner elemente zu neuen, ausdrucksstarken lautgruppen“.Der vollständige Text der Vorbemerkung das sprechgedicht aus neue wege Nr. 123/1957 wurde z. B. nachgedruckt in: Ernst Jandl: für alle. Lucherhand, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-630-61566-X, S. 203. Online ist er in der Biographie Ernst Jandl auf lyrikline.org einzusehen.
Das Ergebnis ist ein Lautgedicht. Der Hörer nimmt das Gedicht zunächst als eine Abfolge von Geräuschen auf.
Dabei besteht das Gedicht aus 12 Strophen, die jeweils nur aus den durch Wiederholung erweiterten Tiernamen und den entsprechend veränderten Lautbezeichnungen für die jeweiligen Tierlaute besteht (jeweils 9-fache Wiederholung der Anfangssilbe). In der Lesung Jandls wird das Gedicht vor allem dadurch akzentuiert, dass der Auslaut nochmals als „explosiver Schlußakkord, ein ‚Knalleffekt‘“ ausgesprochen wird.Hans Helmut Hiebel: Das Spektrum der modernen Poesie: Interpretationen deutschsprachiger Lyrik 1900–2000 im internationalen Kontext der Moderne. Teil 2, S. 235.
Interpretation Das Gedicht hat kein Subjekt, kein lyrisches Ich. Es karikiert die Erwartung des Lesers und wirkt gerade durch das Ausbleiben einer Pointe.
Ausgaben Ernst Jandl: Laut und Luise. Walter, Olten 1966, S. 143. Ernst Jandl: Gesammelte Werke. Erster Band. Gedichte 1. Darmstadt und Neuwied: Luchterhand Verlag 1985, Seite 221.
Literatur Ulrich Gaier: Form und Information – Funktionen sprachlicher Klangmittel. Universitätsverlag, Konstanz 1971, ISBN 3-87940-031-8, S. 35–39. Hans Helmut Hiebel: Das Spektrum der modernen Poesie: Interpretationen deutschsprachiger Lyrik 1900–2000 im internationalen Kontext der Moderne. Teil 2. Königshausen & Neumann, Würzburg 2006, ISBN 978-3-8260-3201-1, S. 231–236. Peter Pabisch: luslustigtig. Phänomene deutschsprachiger Lyrik 1945 bis 1980. Böhlau, Wien 1992, ISBN 3-205-05553-5, S. 79–81.
Weblinks Gedichttext und Lesung Jandls auf lyrikline.org
Einzelnachweise
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