mini|Moritz Franz Beichl bei der Verleihung des Kulturpreis Niederösterreich, 2023. Moritz Franz Beichl (* 1992 in Wien) ist ein österreichischer Theaterregisseur und Autor.

Leben Moritz Beichl wuchs in Ober-Grafendorf in Niederösterreich auf und besuchte das Gymnasium in St. Pölten. Anschließend absolvierte er das praktische Theaterjahr der Jungen Burg am Burgtheater, wo er als Hospitant und Schauspieler tätig war. Anschließend studierte er Theaterregie an der Theaterakademie Hamburg. Während des Studiums wurde Beichl mit Inszenierungen zu Festivals eingeladen, darunter auch zum Körber Studio Junge Regie, wo er den zweiten Platz erhielt. Einladungen erhielt er auch zum Out Now Festival und zweimal zum Hart am Wind Festival. Seit 2019 ist Beichl Nestroy-Preisträger.

Beichl veröffentlichte Kurzgeschichten und Lyrik in diversen Literaturmagazinen und Anthologien. 2011 erhielt er das Dramatikerstipendium des Bundesministeriums für sein Drama „Glückliches Gemüse“, 2012 veröffentlichte er seinen Debüt-Lyrikband „ist mir doch scheiß egal“ im Sisyphus Verlag. Unter der Regie von Renate Aichinger wurde sein Kurzdrama „Kein Blick zurück jetzt“ am Landestheater Niederösterreich aufgeführt. Für das Lichthoftheater Hamburg schrieb und inszenierte Beichl das Stück „Montagskinder“.

Beichl war 2019–2024 Hausregisseur am Deutschen Theater Göttingen, wo er zahlreiche Inszenierungen absolvierte, darunter „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“, „Lazarus“, „Die Räuber“ und „Was ihr wollt“ von William Shakespeare. Außerdem inszeniert Beichl regelmäßig am Landestheater Niederösterreich, sowie am Schauspielhaus Hamburg, Tiroler Landestheater, Stadttheater Klagenfurt, bei den Salzkammergut Festwochen Gmunden und am Staatstheater Braunschweig.

2022 erschien im Residenz Verlag sein Debütroman Die Abschaffung der Wochentage, den er im Rahmen der Literaturfestivals O-Töne vorstellte. Ebenfalls 2022 erschien im S. Fischer Verlag seine queer-feministische Komödienüberschreibung Effi, Ach, Effi Briest, das er bei der Uraufführung im Wiener Bronski & Grünberg selbst inszenierte.

Im folgenden Jahr wurde Beichls Essay Sehnsucht nach einem queeren Happy End in der Zeitschrift Stimme der Initiative Minderheiten veröffentlicht, das den Mangel an queeren Vorbildern während seiner Kindheit und Jugend thematisiert. Im November 2023 erhielt er einen Kulturpreis des Landes Niederösterreich.

Beichls zweiter Roman Männer erschien 2024 ebenfalls im Residenz Verlag.

Publikationen ist mir doch scheiß egal. Sisyphus Verlag 2012, ISBN 978-3-901960-58-1. Die Abschaffung der Wochentage, Roman, Residenz Verlag, Salzburg, ISBN 978-3-7017-1757-6. Effi, Ach, Effi Briest, Theaterstück, S. Fischer Verlag, UA: 22. Oktober 2022, Bronski & Grünberg, Wien. Männer, Roman, Residenz Verlag, Salzburg, ISBN 978-3-7017-1785-9. MfG, Ödipus, Theaterstück, S. Fischer Verlag, UA: 9. Oktober 2024, Bronski & Grünberg, Wien.

Auszeichnungen 2019: Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie Bester Nachwuchs männlich 2023: Niederösterreichischer Kulturpreis: Anerkennungspreis in der Sparte Darstellende Kunst 2024: Nestroy-Theaterpreis (Nominierung) in der Kategorie Beste Bundesländer-Aufführung

Inszenierungen

2016: kleinstadtnovelle von Ronald M. Schernikau, Theaterakademie Hamburg, Thalia Theater Hamburg, Theater Bremen, Theater Konstanz 2016: Quartett von Heiner Müller, Thalia Theater Hamburg 2016: Offshore von Thomas Köck, Stadttheater Bremerhaven 2016: Die Verwandlung von Franz Kafka, Landestheater NÖ 2017: Der gestohlene Gott von Hans Henny Jahnn, Kampnagel Hamburg 2017: Demian von Hermann Hesse, Schauspielhaus Hamburg 2018: Ein Känguru wie du von Ulrich Hub, Deutsches Theater Göttingen 2018: Die Zertrennlichen von Fabrice Melquoit, Staatstheater Braunschweig 2018: Montagskinder von Moritz Franz Beichl, Lichthof Theater Hamburg 2018: Die bitteren Tränen der Petra von Kant von Rainer Werner Fassbinder, Deutsches Theater Göttingen 2019: Der Tag an dem mein Großvater ein Held war von Paulus Hochgatterer, Landestheater NÖ 2019: Lazarus von Enda Walsh und David Bowie, Deutsches Theater Göttingen 2019: Was ihr wollt von William Shakespeare, Deutsches Theater Göttingen 2019: geteilt von Maria Milisavljević, Deutsches Theater Göttingen 2020: Die Mitte der Welt von Andreas Steinhöfel, Schauspielhaus Hamburg 2021: Die Räuber von Friedrich Schiller, Deutsches Theater Göttingen 2021: Der Wunschpunsch von Michael Ende, Deutsches Theater Göttingen 2022: Leonce und Lena von Georg Büchner, Landestheater NÖ 2022: Szenen einer Ehe von Ingmar Bergman, Deutsches Theater Göttingen 2022: Subjekt Woyzeck von Moritz Franz Beichl und Stanislava Jević nach Georg Büchner, Schauspielhaus Hamburg 2022: Effi, Ach, Effi Briest von Moritz Franz Beichl, Bronski & Grünberg (Wien) 2022: All das Schöne von Duncan Macmillan, Deutsches Theater Göttingen 2023: Hedwig and the Angry Inch von Stephen Trask und John Cameron Mitchell, Deutsches Theater Göttingen 2023: Fragmente der Zärtlichkeit nach Édouard Louis, Deutsches Theater Göttingen 2023: Sturm nach William Shakespeare, Stadttheater Klagenfurt, Salzkammergut Festwochen Gmunden 2023: Kasimir und Karoline von Ödön von Horváth, Landestheater NÖ 2024: Freiheit in Krähwinkel von Moritz Franz Beichl nach Johann Nestroy, Tiroler Landestheater 2024: Tartuffe von Molière, Deutsches Theater Göttingen 2024: MfG, Ödipus von Moritz Franz Beichl, Bronski & Grünberg (Wien) 2025: Der zerbrochne Krug von Heinrich von Kleist, Deutsches Theater Göttingen 2025: Die Frau vom Meere von Henrik Ibsen, Stadttheater Klagenfurt 2026: The Rocky Horror Show von Richard O’Brien, Deutsches Theater Göttingen 2026: Faust Club von Moritz Franz Beichl, Bronski & Grünberg (Wien)

Weblinks Webpräsenz Moritz Franz Beichl auf der Homepage des Deutschen Theater Göttingen

Einzelnachweise

Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Autor Kategorie:Nestroypreisträger Kategorie:Person (Niederösterreich) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1992 Kategorie:Mann