Letsile Tebogo (* 7. Juni 2003 in Kanye) ist ein botswanischer Leichtathlet, der sich auf den Sprint spezialisiert hat. Er ist der Inhaber des U20-Weltrekordes im 100-Meter-Lauf und hält den Afrikarekord über 200 Meter. 2024 wurde er in Paris Olympiasieger über 200 Meter und damit erster Afrikaner, der über diese Strecke eine olympische Goldmedaille gewinnen konnte. Mit diesem Sieg wurde er zugleich der erste Olympiasieger Botswanas. 2025 gewann er bei den Weltmeisterschaften Gold mit der 4-mal-400-Meter-Staffel.
Sportliche Laufbahn Im Februar 2021 stellte Letsile Tebogo in Gaborone mit 10,14 s einen neuen botswanischen Landesrekord im 100-Meter-Lauf auf und verbesserte damit die bisherige Bestmarke von Isaac Makwala aus dem Jahr 2014 um sechs Hundertstelsekunden. Anfang Mai startete er mit der botswanischen 4-mal-100-Meter-Staffel bei den World Athletics Relays im polnischen Chorzów und verpasste dort mit 39,55 s den Finaleinzug. Mitte August siegte er in 10,19 s über 100 Meter bei den U20-Weltmeisterschaften in Nairobi und verbesserte im Halbfinale den botswanischen Landesrekord auf 10,11 s. Über 200 Meter gewann er in 20,38 s die Silbermedaille. Am 30. April 2022 lief Tebogo in 9,96 Sekunden einen neuen U20-Weltrekord über 100 Meter. Tebogo war damit der zweite Athlet, der in der U20-Altersklasse unter 10 Sekunden über 100 Meter lief. Im Juni siegte er dann in windunterstützten 20,26 s über 200 Meter bei den Afrikameisterschaften in Port Louis und wurde mit der 4-mal-100-Meter-Staffel im Finale disqualifiziert. Im Juli erreichte er bei den Weltmeisterschaften in Eugene das Halbfinale über 100 Meter und schied dort mit 10,17 s aus. Daraufhin siegte er bei den U20-Weltmeisterschaften in Cali mit neuem U20-Weltrekord von 9,91 s über 100 Meter und gewann über 200 Meter in 19,96 s erneut die Silbermedaille.
2023 siegte er in 19,87 s über 200 Meter beim Botswana Golden Grand Prix sowie in 20,01 s bei der Athletissima. Zudem wurde er beim Meeting de Paris in 10,05 s Dritter über 100 Meter und gelangte beim Herculis mit 9,93 s auf Rang zwei. Im August erreichte er bei den Weltmeisterschaften in Budapest das Finale über 100 Meter und gewann dort mit neuem Landesrekord von 9,88 s die Silbermedaille hinter dem US-Amerikaner Noah Lyles. Damit wurde Tebogo zum ersten afrikanischen Mann, der bei Weltmeisterschaften eine Medaille über 100 Meter gewann. Zudem gewann er über 200 Meter in 19,81 s die Bronzemedaille hinter Lyles und dessen Landsmann Erriyon Knighton. Seine beiden Medaillen waren zugleich die ersten Weltmeisterschaftsmedaillen eines männlichen Athleten aus Botswana.
Im Jahr darauf stellte er im Februar in Pretoria mit 30,69 s eine neue Weltbestleistung über 300 Meter auf und löste damit den Südafrikaner Wayde van Niekerk als Rekordhalter ab. Im Mai siegte er bei den World Athletics Relays in Nassau in 2:59,11 min über 4-mal 400 Meter und sicherte damit dem botswanischen Team einen Startplatz bei den Olympischen Spielen in Paris. Im selben Monat starb seine Mutter Seratiwa nach kurzer Krankheit. Im Juni erreichte er bei den Afrikameisterschaften in Douala das Halbfinale über 100 Meter, ging dort aber nicht mehr an den Start. Zudem erreichte er mit der 4-mal-100-Meter-Staffel das Finale, ging aber auch dort nicht mehr an den Start. Anschließend siegte er in 19,87 s beim Herculis über 200 Meter und wurde beim London Athletics Meet in 9,88 s Dritter über 100 Meter. Im August belegte er bei den Olympischen Sommerspielen in Paris in 9,86 s im Finale den sechsten Platz über 100 Meter und siegte über 200 Meter mit neuem Afrikarekord von 19,46 s im Finale und setzte sich damit gegen die favorisierte Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten durch. Als Erinnerung an seine Mutter trug er bei seinem Olympiasieg ihre Initialen sowohl auf seinen Schuhen als auch auf seinen Fingernägeln. Zudem gewann er mit der 4-mal-400-Meter-Staffel mit neuem Afrikarekord von 2:54,53 min gemeinsam mit Bayapo Ndori, Collen Kebinatshipi und Anthony Pesela die Silbermedaille hinter dem US-amerikanischen Team. Anschließend siegte er in 19,64 s über 200 Meter bei der Athletissima sowie in 19,83 s bei der Diamond League in Chorzów sowie in 19,55 s bei Weltklasse Zürich. Über 100 Meter siegte er in 9,87 s bei der Golden Gala und zum Saisonabschluss wurde er beim Memorial van Damme in 19,80 s Zweiter über 200 Meter.
2025 siegte er in 20,25 s über 200 Meter beim Botswana Golden Grand Prix und wurde bei der Diamond League in Shaoxing in 10,03 s Dritter über 100 Meter. Anschließend siegte er in 20,10 s bei der Doha Diamond League über 200 Meter sowie in 19,76 s beim Prefontaine Classic und wurde beim Herculis in 19,97 s Zweiter. Bei Weltklasse Zürich wurde er in 19,76 s Zweiter und wurde daraufhin bei den Weltmeisterschaften in Tokio im Finale über 100 Meter wegen eines Fehlstarts disqualifiziert. Über 200 Meter belegte er in 19,65 s im Finale den vierten Platz und mit der 4-mal-400-Meter-Staffel siegte er am Schlusstag in 2:57,76 min gemeinsam mit Lee Eppie, Bayapo Ndori und Collen Kebinatshipi.
2026 gewann Tebogo mit der botswanischen 4-mal-400-Meter-Staffel bei den World Athletics Relays vor heimischem Publikum in Gaborone die Goldmedaille. Im Verlauf der Diamond-League-Saison gelangen ihm über 200 Meter Siege in Oslo und Lausanne. In Lausanne gewann er in 19,87 s. Vor dem Diamond-League-Finale in Brüssel Anfang September lag seine Saisonbestleistung bei 19,84 s; neben seinen beiden Siegen hatte er in dieser Saison zwei weitere Diamond-League-Rennen über 200 Meter auf dem zweiten Platz beendet.
Persönliches Tebogo hatte ein enges Verhältnis zu seiner Mutter Seratiwa, die ihn auch während seiner sportlichen Laufbahn begleitete und 2023 überraschend zu seinen ersten Weltmeisterschaften im Erwachsenenbereich nach Budapest reiste. Sie erlebte dort seine Silbermedaille über 100 Meter und seine Bronzemedaille über 200 Meter, bevor sie im Mai 2024 nach kurzer Krankheit starb. Tebogo bezeichnete die Erinnerung an sie später als eine wichtige Motivation für seine weitere sportliche Laufbahn.
Persönliche Bestzeiten 100 Meter: 9,86 s (+1,0 m/s), 4. August 2024 in Paris (botswanischer Rekord) 200 Meter: 19,46 s (+0,4 m/s), 8. August 2024 in Paris (Afrikarekord) 300 Meter: 30,69 s, 17. Februar 2024 in Pretoria (Weltbestleistung) 400 Meter: 44,29 s, 18. März 2024 in Pretoria
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Einzelnachweise
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