Die Spitzensportförderung im Bundesministerium für Inneres (BMI) ist als duales Förderungssystem aufgebaut und verbindet eine nachhaltige Berufsausbildung mit der Möglichkeit, Sport professionell auszuüben. Spitzensportlerinnen und -Spitzensportlern, Para-Sportlerinnen und Para-Sportlern sowie Trainerinnen und Trainern wird einerseits eine fundierte Berufsausbildung und damit gleichzeitig eine soziale Absicherung abseits der sportlichen Karriere geboten, andererseits werden ihnen Förderungen für Training, Vorbereitungszeiten und Wettkämpfe gewährt. Im Gegenzug präsentieren die Fördernehmerinnen und Fördernehmer die Marke Polizei innen- und außenwirksam und vertreten dadurch das Bild einer leistungsstarken Polizei in Österreich.

Geförderte Sportarten Gefördert werden besonders Einzel- und Duosportarten der Olympischen und Paralympischen Spiele, die eine hohe internationale Bedeutung, Zukunftsperspektiven und mediale Präsenz aufweisen, wobei Disziplinen mit strategischer Bedeutung für die Polizei priorisiert werden. Der Nachwuchsförderung wird ein besonderer Stellenwert eingeräumt.

Parasport-Förderung Das BMI fördert auch Para-Athletinnen und Para-Athleten sowie Begleitsportlerinnen und Begleitsportler (Guides), um Chancengleichheit, Vielfalt und gelebte Inklusion im Innenresort und in der Gesellschaft zu stärken.

Zumal Behindertensportlerinnen und Behindertensportler jedoch nicht in den Exekutivdienst, sondern nur in den allgemeinen Verwaltungsdienst aufgenommen werden können, finden jene Bestimmungen der Sportförderung, die sich auf den Exekutivdienst beziehen, für Para-Athletinnen und Para-Athleten keine Anwendung.

Erfordernisse und Voraussetzungen Grundsätzlich müssen auch für eine Spitzensport-Karriere bei der Polizei die allgemeingültigen Voraussetzungen für die Aufnahme in den Polizeidienst erfüllt werden. Darüber hinaus sind folgende Voraussetzungen für die Aufnahme notwendig:

Mitgliedschaft in einem nationalen Kader in einem von Sport Austria anerkannten Bundessport-Fachverband; Einwandfreie Dopinghistorie; NADA-Zertifikat; Teilnahmebestätigung Online-Kurs „100% Sport“ (SAFE SPORT); Antrag auf Anerkennung der Spitzensportförderung im BMI; Förderempfehlung durch die Spitzensportkommission des BMI; Positives Ergebnis des Verfahrens zur Aufnahme in den Exekutivdienst.

Zusätzliche Voraussetzungen für die Aufnahme von Trainerinnen und Trainern:

Tätigkeit in einem nationalen Verbandskader einer olympischen oder paralympischen Sportart; Höchste und gültige nationale Trainerlizenz; Umsetzung mindestens eines vom Bundessport-Fachverband unterstützten Zukunftsprojektes; Vorlage einer aktuellen Strafregisterbescheinigung im Bereich „Kinder- und Jugendfürsorge“.

Bewerbung und Auswahlverfahren Einer möglichen Aufnahme in den Spitzensportkader des BMI hat eine entsprechende Ausschreibung voranzugehen. Die Veröffentlichung der Ausschreibung zur Polizeiausbildung im Rahmen der Förderung des Spitzensportes erfolgt über die Jobbörse des Bundes.

Im Zuge der Bewerbung ist das Personalauswahlverfahren VB/S durchzuführen. Nur mit einem positiven Ergebnis des Verfahrens zur Aufnahme in den Exekutivdienst kann die Bewerbung berücksichtigt werden.

Nach Ablauf der Bewerbungsfrist tritt die Spitzensportkommission des BMI zusammen, um über die Förderwürdigkeit der Bewerberinnen und Bewerber zu beraten.

Ausbildung und Förderung Die Ausbildung erfolgt österreichweit über eine Dauer von fünf Jahren. Pro Kalenderjahr ist eine Präsenzphase in Kleinstgruppen zu absolvieren. Nach Abschluss der Grundausbildung (Dienstprüfung) erfolgt die Übernahme in das öffentlich-rechtliche Dienstverhältnis für den Exekutivdienst.

Durch die Förderung ist es möglich, den Polizeiberuf mit der Spitzensportausübung auf höchstem Niveau zu kombinieren, da den nötigen Trainingsumfängen ganzjährig nachgekommen werden kann.

Alle Mitglieder des BMI-Spitzensportkaders haben jährlich einen Antrag auf Beibehaltung des Spitzensportstatus abzugeben. Basierend auf diesen Anträgen gibt die Spitzensportkommission des BMI eine Empfehlung über die Fortsetzung der Förderung ab.

Aufgaben der Fördernehmerinnen und Fördernehmer Spitzensportlerinnen und Spitzensportler verpflichten sich unter anderem zum Erhalt und zur Verbesserung der sportlichen Leistung sowie regelmäßige Teilnahme an internationalen Wettkämpfen, zur Teilnahme bei offiziellen Anlässen und Kampagnen des BMI, zum sichtbaren und medienwirksamen Anbringen des Polizei-Sport-Logos bei öffentlichen Auftritten, zum aktiven Mitwirken am Medien- und Social-Media-Konzept des BMI, zur Anerkennung der Anti-Doping-Bestimmungen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), der NADA Austria sowie der internationalen Fachverbände und zur Teilnahme an Sportmeisterschaften der Exekutive.

Karriere nach dem Sport Nach der Sportkarriere bietet die Polizei ein breites Spektrum an, um sich beruflich neu zu orientieren. Je nach Tätigkeitsfeld müssen unterschiedliche Voraussetzungen vorliegen, beispielsweise Aufnahmeprüfungen oder Sonderausbildungen. Nachfolgend werden einige Tätigkeitsfelder des Bundesministeriums für Inneres bzw. der Polizei kurz dargestellt: EKO Cobra/DSE; See- und Stromdienst (Donaudienst); Polizeidiensthundeeinheit; Flugpolizei; Alpinpolizei; Bundeskriminalamt; Allgemeiner Verwaltungsdienst; Laufbahnausbildung der Verwendungsgruppe E2a (dienstführender Bediensteter); Ausbildung für den leitenden Exekutivdienst (E1): Fachhochschule – Bachelor-Studiengang "Polizeiliche Führung"; Fachhochschule – Master-Studiengang "Strategisches Sicherheitsmanagement". BMI-Spitzensportlerinnen und -sportler Prominente ehemalige und aktive Athletinnen und Athleten des BMI-Spitzensportkaders sind u. a.: Aigner Elisabeth Aigner Clemens Aschenwald Philipp Kreuzer Chiara Obmann Fabian Beierl Katrin Babinsky Stefan Veronika Aigner Hörl Julian Gigler Sonja Dusek Jakob Feurstein Patrick Ruttmann Paul Lisa Hirner Hemetsberger Stella Allmaier Barbara Fest Nadine Rohrweck Johannes Gleirscher David Kappacher Adam Andexer Anna Gstrein Fabio Haaser Ricarda Haaser Raphael Prommegger Andreas Martin Fritz (Nordischer Kombinierer) Horst Alexander Huber Katharina Hütter Cornelia Hauser Julia Pertl Philip Paul Pascariuc Rehrl Franz-Josef Truppe Katharina Laurenz Leitner Rothbauer Christopher Teresa Stadlober Strolz Johannes Cornelia Wibmer Herbst Reinfried Schulte Lisa Lara Wagner Pertl Lukas Müller MarkusScheib Julia

Einzelnachweise

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