mini|Jewfrossinija Antonowna Kersnowskaja – Briefmarke aus Moldawien (2009), offenbar mit falscher Angabe des Sterbejahres
Jefrossinija Antonowna Kersnowskaja (, wiss. Transliteration ; geboren am in Odessa, Russisches Kaiserreich; gestorben am 8. März 1994Profil Jefrossinija Antonowna Kersnowskaja auf der Website des Gulag-Geschichtsmuseums in Moskau; abgerufen am 12. Mai 2021 (russisch) in Jessentuki, Russland) war eine russische Autorin und politische Gefangene (12 Jahre Zwangsarbeit in Sibirien). Sie war eine wichtige Zeitzeugin des sowjetischen Straflagersystems.
Leben Jefrossinija Kersnowskaja kam als Tochter einer russischen Adelsfamilie in Odessa zur Welt. Der Publizist und Militärhistoriker Anton Antonowitsch Kersnowski (; geb. 1907, Bessarabien; gest. 1944, Paris)DNB war ihr Bruder. Während des russischen Bürgerkriegs zog ihre Familie mit ihr auf ein Familienanwesen nach Bessarabien, um dort Landwirtschaft zu betreiben.
Nachdem Bessarabien 1940 von der Sowjetunion annektiert worden war, wurde sie als Angehörige ehemaliger Gutsbesitzer zunächst nach Sibirien verbannt und nach einem Fluchtversuch zum Tode verurteilt. Nach der Umwandlung des Todesurteils in eine 10-jährige Lagerhaft verbrachte sie die folgenden 10 Jahre im NorilLag bei Norilsk im Bergbau.
Nach ihrer Haft in Sibirien lebte sie in Jessentuki, wo sie in den Jahren 1964 bis 1968 ihre mit kolorierten Zeichnungen versehenen Memoiren schrieb. Ihre Erinnerungen vermittelten ein erschütterndes Bild vom Leben und Sterben der Gulag-Insassen und insbesondere der demütigenden Behandlung der inhaftierten Frauen. Ihr Naskalnaja schiwopis (, wiss. Transliteration ; „Felsmalerei“)Auf Deutsch erschienen unter dem Titel Mit einem Geleitwort von Lew Kopelew und einem Vorwort von Wladimir Wigiljanskij. betiteltes Tagebuch zählt zu den wichtigsten dokumentarischen Büchern zum Thema Terror und Straflager in der Sowjetunion. Diese Erinnerungen wurden 1991 um deutsche Erläuterungen ergänzt und in Deutschland publiziert.Siegfried Jenkner - Erinnerungen politischer Häftlinge an den GULAG Eine kommentierte Bibliographie, Seite 20; abgerufen am 12. Mai 2021 (pdf)2.5.8.17 Nobel Lady 1907-1994 auf thewaythetruthandthelife.net; abgerufen am 12. Mai 2021 (englisch)
Die französische Regisseurin Anne Georget verfilmte die Aufzeichnungen 2024 unter dem Titel Frosia. Unbeugsam im Gulag (frz. Frosia, une femme libre au Goulag).Frosia. Unbeugsam im Gulag, Film (60 Min.) auf arte.tv – online bis zum 8. Dezember 2026
1991 wurde Kersnowskaja rehabilitiert.
Einzelnachweise und Fußnoten
Literatur Керсновская Е.А.: Наскальная живопись. М.: КВАДРАТ, 1991; Kersnowskaja: Ach Herr, wenn unsre Sünden uns verklagen. Eine Bildchronik aus dem Gulag. Neuer Malik-Verlag, Kiel 1991, ISBN 3-89029-062-0. Kersnovskaja, Е.: Coupable de rien: Chronique illustrée de ma vie au Goulag. Paris: Plon, 1994. Керсновская Е. А.: Сколько стоит человек: Повесть о пережитом : в 6 т. и 12 тетрадях. Moskau 2000–2001.
Weblinks
About the Project: Eufrosinia Kersnovskaya. What's a Human Being Worth? Ефросиния Антоновна Керсновская Bilder aus dem Gulag (Meike Behrendt) – in Teilansicht Album 'How Much is a Person Worth?' Керсновская Евфросиния Антоновна (1907-1994) земледелец, ветеринар, шахтёр, художник Kersnowskaja
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