Villaralbo ist ein nordwestspanischer Ort und eine Gemeinde (municipio) mit Einwohnern (Stand: ) im Süden der Provinz Zamora in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León.

Lage und Klima Der Ort Villaralbo liegt ca. 1 km südlich einer Flussschleife des Duero am westlichen Rand der Kastilischen Hochebene (Meseta Iberica) in einer Höhe von ca. . Die Provinzhauptstadt Zamora ist gut 6 km (Fahrtstrecke) in westlicher Richtung entfernt; bis nach Salamanca sind es knapp 65 km in südlicher Richtung. Das gemäßigte Kontinentalklima wird nur selten vom Atlantik beeinflusst; Regen (ca. 485 mm/Jahr) fällt vorwiegend im Winterhalbjahr.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1857 1900 1950 2000 2020Einwohner 810 1143 1361 1617 1810Villaralbo – Bevölkerungsentwicklung Trotz der Mechanisierung der Landwirtschaft, der Aufgabe von bäuerlichen Kleinbetrieben („Höfesterben“) und der daraus resultierenden Arbeitslosigkeit auf dem Lande ist die Einwohnerzahl des Ortes wegen der Nähe zur Provinzhauptstadt Zamora auch im 20. Jahrhundert deutlich angestiegen.

Wirtschaft Die Feldwirtschaft, der Weinbau sowie die Zucht von Rindern, Schafen und Ziegen spielen traditionell die größte Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde. Daneben fungierte der Ort bereits im Mittelalter als Handels-, Handwerks- und Dienstleistungszentrum für die – inzwischen aufgegebenen – Weiler und Einzelgehöfte der Region. Im 20. Jahrhundert entstand eine mittelständische Konservenindustrie.

Geschichte In vorrömischer Zeit siedelten in der Region Stammesgruppen vom keltischen Volk der Vettonen, die von den Römern im Jahre 193 v. Chr. unterworfen wurden. Aus römischer, westgotischer und islamischer Zeit sind ansonsten nur wenige Funde bekannt. Die Rückeroberung (reconquista) der dünn besiedelten und abgelegenen Gebiete durch das Königreich León im 10. und 11. Jahrhundert verlief wahrscheinlich weitgehend kampflos; danach begann eine Zeit der Wieder- – oder besser – Neubesiedlung (repoblación).

Sehenswürdigkeiten mini|Repräsentatives älteres Wohnhaus Die einschiffige Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción ist aus exakt behauenen Werksteinen errichtet; sie entstand in ihrer heutigen Form im 15./16. Jahrhundert im Stil der Gotik. Der Glockengiebel (espadaña) über der ansonsten portallosen und weitgehend schmucklosen Westfassade wurde im 17./18. Jahrhundert hinzugefügt und zeigt ein barockes Giebelfeld. Das Eingangsportal befindet sich – gerahmt von zwei Strebepfeilern – auf der Südseite. Der – wie in der Region üblich – gegenüber dem Langhaus leicht erhöhte Chorbereich bewahrt einen der üppigsten spätbarocken (churrigueresken) Schnitzaltäre der Region. Im Ort gibt es noch mehrere Wohn- und Geschäftshäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

Weblinks

Villaralbo – Fotos + Infos (spanisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Kastilien und León