Diese Seite stellt eine Übersicht über Medien in Österreich dar.
Fernsehen mini|ORF-Zentrum Küniglberg in Wien Siehe auch: Geschichte des Fernsehens in Österreich
Die öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt Österreichs ist der ORF mit den Kanälen ORF eins, ORF 2, ORF III und ORF SPORT +. Neben der Senderzentrale in Wien gibt es in allen Bundesländern Landesstudios. Dort werden regelmäßig regionale Nachrichtensendung produziert und in ORF 2 gesendet, sowie Sondersendungen bei Ereignissen wie etwa Landtagswahlen. Der ORF ist gemeinsam mit ARD, ZDF und SF am Kulturkanal 3sat beteiligt und ist Partner des Senders Arte.
Seit Dezember 1995 gibt es in Österreich Privatfernsehen. Als erster privater lokaler Fernsehsender ging WKK Lokal TV in der Weststeiermark auf Sendung. Die wichtigsten Privatsender sind ATV, ServusTV sowie PULS 4, der als Wiener Ballungsraumsender Puls TV startete. Vervielfältigt wird das Angebot noch von zahlreichen deutschen Fernsehprogrammen. ProSiebenSat.1 Media produziert mit ProSieben Austria, Sat.1 Österreich und kabel eins Austria eigene Österreich-Versionen seiner Sender, bei denen bestimmte Inhalte mit selbstproduzierten Sendungen überblendet werden, sodass das deutsche Originalprogramm nicht in österreichischen Kabelnetzen empfangen werden kann. Um diese Versionen, wie auch jene der Schweiz, empfangen zu können, wird eine Satellitenempfangsanlage mit Ausrichtung auf Astra 19,2° Ost benötigt.
Mit Okto ging im November 2005 in Österreich erstmals ein partizipativer TV-Sender on air. Okto versteht sein Programm als Ergänzung zum öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Fernsehen. 2010 folgten dorf und 2012 FS1 nach einem ähnlichen Konzept.
Daneben gibt es noch mehrere lokale und kleinere Fernsehsender (z. B. LT1, Steiermark1, KT1, …), die teilweise terrestrisch und zum Teil nur über Kabel oder Satellit empfangbar sind – beispielsweise der Wiener Stadtsender W24. Terrestrisch ausgestrahltes Privatfernsehen gibt es erst seit 2003, aber auch über andere Verbreitungswege im Vergleich zu anderen Ländern erst sehr spät. In Kärnten war bis 1988 Tele Uno empfangbar, welches sich an österreichische Zuseher wendete, jedoch aus Italien ausgestrahlt wurde.
Zusätzlich gibt es den Bezahlsender Sky Sport Austria, welcher vor allem durch seine Live-Übertragungen der Fußball-Bundesliga und der Eishockeyliga bekannt ist.
Für eine Übersicht über weitere Lokalsender, siehe Liste von Fernsehsendern.
Radio Der ORF betreibt drei überregionale Radiosender: den werbefreien Kultur- und Informationskanal Österreich 1 (mit überwiegend "klassischer Musik"); das am Chart-Mainstream orientierte Ö3; alternativ dazu, mit höherem Wortanteil und Musik abseits der Charts, FM4. Daneben existieren öffentlich-rechtliche Regionalradiosender („Ö2“) in allen Bundesländern.
Überregional und regional existieren eine Reihe privater Radiosender, die sich im Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) zusammengeschlossen haben. Die reichweitenstärksten Privatradios sind KroneHit (Sendegebiet: Österreich), Radio Arabella (Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg), Life Radio (Oberösterreich, Tirol) und Antenne Steiermark. Die meisten Privatsender sind als Formatradios konzipiert, die sich, ähnlich wie Ö3, mehrheitlich an der Zielgruppe der 12–49-Jährigen („Adult Contemporary“) orientieren.
Als dritte Säule existieren außerdem 15 nichtkommerzielle sogenannte freie Radiosender, die sich im Verband Freier Radios Österreich (VFRÖ) zusammengeschlossen haben.
Bemerkenswert ist, dass es im Österreich nach dem Ende der Besatzungszeit im Jahr 1955 lange Zeit ein Monopol des ORF gab. Erst ab 1998 und vereinzelt auch schon ab 1995 gab es dann offizielles Privatradio, weshalb kommerzielle Sender früher aus dem Ausland und nichtkommerzielle Sender illegal sendeten. Einer dieser „illegalen“ Sender war Radio CD International, das am 31. März 1990 von Bratislava aus hauptsächlich für den Wiener Raum sendete – wobei sich das Produktionsstudio im Einkaufszentrum Lugner City in Wien befand.
Österreichweit ist Ö3 nach wie vor mit Abstand Marktführer. Im zweiten Halbjahr 2008 erreichte Ö3 im Tagesdurchschnitt 38,3 % aller Hörer ab einem Alter von 10 Jahren. Zwar war dieser Wert in früheren Jahren noch etwas höher, die Reichweite von Ö3 hält sich jedoch auf einem hohen Niveau. In der „Werbezielgruppe“ (14 bis 49 Jahre) erreichte Ö3 einen Marktanteil von 44 %. An zweiter Stelle liegt österreichweit gesehen Kronehit mit 6 %. Die beiden anderen öffentlich-rechtlichen Sender erreichen österreichweit Marktanteile von 4 % (FM4) und 3 % (Ö1).
Auf Bundeslandebene liegen die ORF-Regionalradios (Ö2) mit Marktanteilen zwischen 17 % (Oberösterreich) und 34 % (Burgenland) hinter Ö3 an der zweiten Stelle. Die höchsten Marktanteile in ihren Verbreitungsgebieten weisen bei den Privatsendern Antenne Vorarlberg (16 %), Antenne Steiermark, Life Radio, Antenne Kärnten (je 15 %) und Antenne Salzburg (13 %) auf.
Siehe auch Liste der österreichischen Hörfunksender
Printmedien
Größte österreichische Tageszeitungen nach durchschnittlicher Tagesreichweite (ohne Gratiszeitungen)Angaben laut Österreichischer Media-Analyse # Titel(Verlag) Eigentümer Arbeitsbericht der Kommission für historische Pressedokumentation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2005Medien in Österreich (PDF). Bundespressedienst Österreich, Wien 2014, S. 15f Erscheinungs-ort2024 2013/14 2007 2006 2004total(in T.)in % total(in T.) in % total(in T.) in % total(in T.) in % total(in T.) in % 1 Kronen Zeitung(Mediaprint) KRONE – Verlag GmbH & Co. KG (50 % Funke Mediengruppe, 50 % Familie Dichand) österreichweit1.70221,9 2.320 32,0 2.947 42,2 3.031 43,8 2.967 43,7 2 Kleine Zeitung(Styria Medien) Kleine Zeitung GmbH. & Co. KG (100 % Styria Media Group AG) Kärnten, OsttirolSteiermark6147,9 839 11,6 821 11,8 847 12,2 831 12,2 3 Österreich(Mediengruppe "Österreich") Mediengruppe Österreich GmbH. (rund 62 % Wolfgang Fellner Privatstiftung, Rest: Fritz Fellner Privatstiftung und Christoph Leon) österreichweit2733,5 706 9,8 / / / / / / 4 Kurier(Mediaprint) Kurier-Zeitungsverlag und Druckerei GmbH. (50,49 % Raiffeisen-Konzern, 49,41 % Funke Mediengruppe, 0,10 % Kleinaktionäre) österreichweit4275,5 569 7,9 624 8,9 668 9,7 700 10,3 5 Der Standard(Standard Verlagsgesellschaft) Standard Verlagsgesellschaft mbH. (98,2 % Bronner Familien-Privatstiftung und Oscar Bronner; 1,8 % Mitarbeiter) österreichweit5356,9 411 5,7 352 5,0 341 4,9 366 5,4 6 Ober-österreichische Nachrichten(Wimmer Medien) J. Wimmer GmbH. & Co. K G (94,1 % Cuturi Privatstiftung, je rund 1 % Herausgeber Rudolf A. Cuturi und seine fünf Söhne) Oberösterreich3574,6 383 5,3 349 5,0 385 4,6 371 5,5 7 Die Presse(Styria Medien) Die Presse Verlagsgesellschaft mbH. & Co.KG (100 % Styria Media Group AG) österreichweit2813,6 297 4,1 267 3,8 300 4,3 299 4,4 8 Tiroler Tageszeitung(Moser Holding) Moser Holding AG (Eigentümer: 75,01 % JS Moser Medienholding GmbH. und 24,99 % Bank für Tirol und Vorarlberg) Tirol2613,4 280 3,9 304 4,4 323 4,7 343 5,0 9 Salzburger Nachrichten(Salzburger Nachrichten Verlagsgesellschaft) Verlagsgesellschaft m.b.H. & Co. KG (55,4 % Max Dasch, 43,6 % Trude Kaindl-Hönig) Salzburg,teils österreichweit2242,9 271 3,7 250 3,6 265 3,8 268 3,9 10 Vorarlberger Nachrichten(Vorarlberger Zeitungsverlag u. Druckerei) Russmedia Verlag GmbH (99 % EAR Privatstiftung Familie Russ, 1 % Eugen A. Russ) Vorarlberg1471,9 170 2,3 194 2,8 207 3,0 207 3,0
Die folgende Übersicht gibt die größten österreichischen Tageszeitungen nach verkaufter Auflage (werktags) gemäß Österreichischer Auflagenkontrolle (ÖAK) Auflagenliste 2. Halbjahr 2019 wieder.
#Zeitungstitel Verkaufte Auflage1Druckauflage 1 Kronen Zeitung 672.779 750.850 2 Kleine Zeitung 278.375 274.488 3 Kurier 115.654 135.577 4 Oberösterreichische Nachrichten 101.067 122.267 5 Tiroler Tageszeitung 76.106 87.234 6 Die Presse 68.206 65.632 7 Der Standard 56.041 68.271 8 Salzburger Nachrichten 70.207 72.567 9 Vorarlberger Nachrichten 56.401 53.870 10 Österreich 26.078 47.728 Der österreichische Printmedienmarkt ist durch die höchste Konzentration in Europa gekennzeichnet.Länderinformation Medien des deutschen Auswärtigen Amtes Die auflagenstärkste Tageszeitung, die Kronen Zeitung, kommt auf eine Reichweite von täglich rund 32 %. Dadurch ergibt sich eine ungewöhnlich hohe Leserkonzentration auf ein einziges Medium – 2,4 von 6 Millionen Erwachsenen in Österreich lesen zumindest hin und wieder das Boulevardblatt Kronen Zeitung – sowie folglich eine relativ geringe Vielfalt an Tagespresse-Produkten. Die zweitstärkste Zeitung, die Kleine Zeitung, erscheint zwar nur in Kärnten, der Steiermark und Osttirol, kommt aber dennoch auf etwa 12 % Reichweite. Die nächstgrößten, österreichweit erscheinenden Tageszeitungen sind die am 1. September 2006 gestartete Tageszeitung Österreich mit rund 10 %, der Kurier mit rund 8 % Reichweite, der liberale Der Standard (5,7 %) und die bürgerliche Die Presse (4,1 %).
mini|„Sonntagsstandln“, Entnahmebeutel für Sonntagszeitungen auf Straßen und Gehsteigen Ebenfalls eine Neuerung der letzten Jahre, die im Jahr 2006 ihren bisherigen Höhepunkt erreicht hat, sind die zumeist regional oder städtisch erscheinenden Gratiszeitungen. Diese werden zumeist von den großen regionalen Verlagen, im Sonderfall der Gratiszeitung Heute von der landesweit erscheinenden Krone, produziert und hauptsächlich in städtischen Ballungsräumen verteilt sowie zur freien Entnahme angeboten. Die stärksten Bundesländer-Zeitungen sind die Oberösterreichischen Nachrichten (5,3 %), die Tiroler Tageszeitung (3,9 %) und die Salzburger Nachrichten (3,7 %). Deren Reichweite ist jedoch hauptsächlich auf das jeweilige Bundesland beschränkt zu sehen, wo sie auch auf einen entsprechend höheren Marktanteil verweisen können als im österreichweiten Vergleich.
Im Mai 2023 gibt es 14 TageszeitungenFrankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. Mai 2023, S. 21. und zahlreiche wöchentlich bis monatlich erscheinende Printmedien.
Eine weitere Konzentration am Printmediensektor, neben der Dominanz der Kronen Zeitung im Tageszeitungsbereich, ergibt sich in Hinblick auf die Wochen- und Monatsmagazine. So erscheinen die meisten der auflagenstärksten Wochen- und Monatsmagazine, News, Profil, e-media, Format und Trend, im selben Verlag, der Verlagsgruppe NEWS. Diese wiederum gehört heute einheitlich der deutschen Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr. Der Familie des NEWS-Gründers Wolfgang Fellner, der mit "Österreich" im Jahr 2006 selbst auch in den Tageszeitungs-Markt eingestiegen ist, sind aktuell noch etwa 18 % der Anteile zuzurechnen. Der Kurier hält seit 2001 einen Anteil von 25,3 %. Kurier und Kronen Zeitung werden seit Ende der 1980er Jahre von der gemeinsamen Tochter Mediaprint verlegt.
Mit dem Styria Verlag, dem Die Presse, die Kleine Zeitung sowie das Wirtschaftsblatt gehört, wird eine weitere Angebotskonzentration erkennbar. Die restlichen, landesweit erscheinenden Tageszeitungen, sind wiederum nicht vollständig unabhängig, da andere Unternehmen große Anteile an ihnen halten. So hält die deutsche Funke Mediengruppe 50 % an der Kronen Zeitung und am Kurier, dessen anderer Besitzer die Raiffeisen Bank ist.
Auch im Vertrieb gibt es eine starke Konzentration. Bis 2018 teilten sich im Wesentlichen nur zwei Unternehmen den Vertrieb österreichischer und internationaler Print-Titel in Österreich auf: Morawa und Pressegroßvertrieb Salzburg (PGV). Mit Jahresende 2018 stellt Morawa jedoch den Vertrieb ein, wodurch PGV eine Monopolstellung zukommen könnte.derstandard.at: Hoher Aufwand, rückläufige Verkäufe – Morawa stellt Zeitungsvertrieb ein, 11. Juni 2018, abgerufen am 31. Juli 2018.