mini|Verwaltungsgliederung Bulgariens nach Oblaste (Bezirken)|350x350px mini|Gemeinden in Bulgarien 2020|350x350px Die Verwaltungsgliederung Bulgariens bezeichnet die in Bulgarien bestehenden vertikalen administrativen Strukturen.
Der bulgarische Zentralstaat besteht seit 1999 aus 28 Verwaltungsbezirken (Oblaste), welche in 265 Gemeinden aufgeteilt sind.
Die landesweiten Wahlkreise sind bis auf Sofia und Plowdiw identisch mit den jeweiligen Oblasten.
Verwaltungsgliederung Bulgarien wurde mit dem Dekret Nr. 1 des Jahres 1999 des Präsidenten in folgende Oblaste untergegliedert: + Oblaste und GemeindenLage Name Bulgarischer Name Einwohner()Fläche in km² Dichte in Ew./km²Umfasste Gemeinden200pxBlagoewgrad 6.449 200pxBurgas 7.753 200pxChaskowo 5.543 200pxDobritsch 4.723 200pxGabrowo 2.023 200pxJambol 3.336 200pxKardschali 3.209 200pxKjustendil 3.085 200pxLowetsch 4.128 200pxMontana 3.635 200pxPasardschik 4.459 200pxPernik 2.390 200pxPlewen 4.333 200pxPlowdiw 5.973 200pxRasgrad 2.637 200pxRusse 2.803 200pxSchumen 3.390 200pxSilistra 2.846 200pxSliwen 3.544 200pxSmoljan 3.193 200pxOblast Sofia 7.059 200pxSofia-Stadt 1.349 Sofia (Bei Wahlen wird die Stadt in drei Wahlkreise unterteilt)200pxStara Sagora 5.151 200pxTargowischte 2.710 200pxWarna 3.820 200pxWeliko Tarnowo 4.662 200pxWidin 3.033 200pxWraza 3.937
Ehemalige Verwaltungsgliederungen Seit der Wiedergründung Bulgariens war das Land in verschiedene Bezirke mit wechselnden Namen unterteilt.
Fürstentum Bulgarien (1879–1885) Mit dem Fürstentum Bulgarien kamen neue Verwaltungseinheiten, die es zuvor (Osmanisches Reich) nicht gegeben hatte.
Am 28. April 1879 wurde die Verfassung von Tarnowo verabschiedet, mit der auch der administrativ-territoriale Aufbau des Fürstentums Bulgarien geregelt wurde. In der Verfassung wurde festgeschrieben, dass sich das Territorium Bulgariens in Okruge (bulgarisch „Okrag“), Okolii und Obschtini (Gemeinden) aufteilt.
Im Folgejahr wurden mit dem Dekret Nr. 317 des Fürsten Alexander I. von Batenberg vom 26. Juni 1880 die in Bulgarien bestehenden 21 Okruge in 58 Okolii gegliedert: 1. Okrag Sofia – umfasste 5 Okolii: Okolija Sofia Okolija Slatiza Okolija Samokow Okolija Iskrez (heute in der Gemeinde Swoge) Okolija Nowoselzi (heute Elin Pelin) 2. Okrag Orchanie – umfasste 2 Okolii: Okolija Orchanie (heute Botewgrad) Okolija Tetewen 3. Okrag Tran – umfasste 3 Okolii: Okolija Zaribrod (heute Dimitrovgrad in Serbien) Okolija Tran Okolija Bresnik 4. Okrag Kjustendil – umfasste 4 Okolii: Okolija Kjustendil Okolija Radomir Okolija Dupniza Okolija Iswor (heute in der Gemeinde Bosilegrad in Serbien) 5. Okrag Warna – umfasste 3 Okolii: Okolija Warna Okolija Chadschioglu Pazarcık (heute Dobritsch) Okolija Baltschik 6. Okrag Prowadija – umfasste 2 Okolii: Okolija Prowadija Okolija Nowo Selo (heute Dalgopol) 7. Okrag Schumen – umfasste 3 Okolii: Okolija Schumen Okolija Nowi Pasar Okolija Weliki Preslaw 8. Okrag Eski Dschumaja – umfasste 2 Okolii: Okolija Eski Dschumaja (heute Targowischte) Okolija Osman Pasar (heute Omurtag) 9. Okrag Rasgrad – umfasste 3 Okolii: Okolija Rasgrad Okolija Goljama Kokardscha (heute in der Gemeinde Isperich) Okolija Popowo 10. Okrag Silistra – umfasste 3 Okolii: Okolija Silistra Okolija Chas Kjoj (heute Dobrotiza in der Gemeinde Sitowo) Okolija Basaurt (eine Zusammenfassung mehrerer Dörfer, die bis 1940 bestand, die einzelnen Dörfer waren Malak Basaurt – heute Schitniza, Sreden Basarut – heute Trjanewo, Goljam Basarut – ab 1942 Gorsko und seit 1969 nicht mehr existent, da von den Bewohnern verlassen) 11. Okrag Russe – umfasste 4 Okolii: Okolija Russe Okolija Balbunar (heute Kubrat) Okolija Tutrakan Okolija Bjala 12. Okrag Tarnowo – umfasste 6 Okolii: Okolija Tarnowo Okolija Elena Okolija Kesarewo (heute in der Gemeinde Straschiza) Okolija Kuzina (heute in der Gemeinde Polski Trambesch) Okolija Suchindol Okolija Trjawna 13. Okrag Swischtow – umfasste 1 Okolija: Okolija Swischtow 14. Okrag Sewliewo – umfasste 2 Okolii: Okolija Sewliewo Okolija Gabrowo 15. Okrag Lowetsch – umfasste 3 Okolii: Okolija Lowetsch Okolija Trojan Okolija Dermanzi (heute in der Gemeinde Lukowit) 16. Okrag Plewen – umfasste 2 Okolii: Okolija Plewen Okolija Nikopol 17. Okrag Wraza – umfasste 2 Okolii: Okolija Wraza Okolija Kameno Pole (heute Gemeinde Roman) 18. Okrag Orechowo – umfasste 2 Okolii: Okolija Orechowo (heute Orjachowo) Okolija Bela Slatiza (heute Bjala Slatiza) 19. Okrag Berkowiza – umfasste 2 Okolii: Okolija Berkowiza Okolija Goljama Kutlowiza (heute Montana) 20. Okrag Lom – umfasste 1 Okolija: Okolija Lom 21. Okrag Widin – umfasste 3 Okolii: Okolija Widin Okolija Kula Okolija Belogradtschik
Im Folgejahr, 1881, wurde die Anzahl der Okrags im Fürstentum Bulgarien auf 14 reduziert und 1884 wurden drei ehemaligen Okruge wieder eingerichtet. In dieser Zeit wechselten außerdem ein paar Dörfer ihre Zugehörigkeit zu den Okrugen.
Ostrumelien (1879–1885) In der autonomen Provinz des Osmanischen Reiches war das Land in fünf Departments unterteilt, welche wiederum in 28 Kantone, bzw. Okolii unterteilt waren (siehe Karte).
mini|Administrative Unterteilung der Provinz Ostrumelien|350x350px Diese Departments waren: Plowdiw Tatarpasardschik (heute Pasardschik) Stara Zagora Haskowo Sliwen Burgas
Erstes Projekt Am 14. April 1879 schloss eine speziell für diesen Zweck gebildete europäische Kommission ihre Arbeit ab, die entsprechend § 18 des Berliner Vertrages (abgeschlossen auf dem Berliner Kongress 1878) eine Art Verfassung für Ostrumelien () ausarbeiten sollte. Die Mitglieder der Kommission unterzeichneten zum Abschluss ein Grundsatzdokument, das nach der Bestätigung durch den osmanischen Sultan in Kraft trat und den administrativen Aufbau von Ostrumelien prinzipiell regelte. In administrativer Hinsicht wurde Ostrumelien in 6 Departments (, jedoch wird auch Department verwendet; auch die Übersetzung „Kreise“ ist möglich) und 28 Kantone () unterteilt.
Mit dem Gesetz über die administrative Unterteilung vom 29. November 1879, das jedoch nicht von der Hohen Pforte bestätigt wurde, wurden die 6 Okruge von Ostrumelien zusätzlich in 28 Okolii unterteilt: Okrag Tatarpasardschik, mit dem Zentrum Tatarpasardschik – umfasste die 5 Okolii: Okolija Ichtiman Okolija Kopriwschtiza Okolija Tatarpasardschik (heute Pasardschik) Okolija Panagjurischte Okolija Peschtera Okrag Plowdiw – umfasste die 5 Okolii: Okolija Plowdiw Okolija Owtschechalmska – mit dem Zentrum im Dorf Goljamo Konare (heute Saedinenie) Okolija Strjamska – mit dem Zentrum Karlowo Okolija Sarnenogorska mit dem Zentrum Bresowo Okolija Konuschka – mit dem Zentrum Stanimaka (heute Assenowgrad) Okolija Ruptschoska – mit dem Zentrum Tschepelare Okrag Chaskowo – umfasste die 4 Okolii: Okolija Chadschelewska – mit dem Zentrum Chadschi Eles (heute Parwomaj) Okolija Kardschali Okolija Chaskowo Okolija Charmanli Okrag Stara Sagora – umfasste die 4 Okolii: Okolija Stara Sagora Okolija Tschirpan Okolija Kasanlak Okolija Nowa Sagora Okrag Sliwen – umfasste die 5 Okolii: Okolija Kawaklijska – mit dem Zentrum Kawaklii (heute Topolowgrad) Okolija Sliwen Okolija Kotel Okolija Jambol Okolija Kasalagaschka – mit dem Zentrum Kasal Agatsch (heute Elchowo) Okrag Burgas – umfasste die 4 Okolii: Okolija Burgas Okolija Karnobat Okolija Ajtos Okolija Achiolo – mit dem Zentrum Achiolo (heute Pomorie)
Zweites Projekt Am 6. November 1880 wurde von der Gebietsversammlung () ein anderes Gesetz verabschiedet. Es unterschied sich vom vorhergehenden Gesetz darin, dass die Okolija Kopriwschtiza im Department Tatarpasardschik nicht mehr vorgesehen war, dafür aber im Department Stara Sagora die Okolija Sejmen – mit dem Zentrum Sejmen (heute Simeonowgrad). Auch wurden einige Dörfer in ihrer administrativen Zuordnung von einer Okolija zur anderen verschoben. Das neue Gesetz wurde ebenfalls nicht von der Hohen Pforte bestätigt, trotzdem wurde es von der Gebietsversammlung angewendet.
Okruge (1885–1901) mini|Verwaltungsgliederung im vereinten Fürstentum Bulgarien bis ca. 1901|350x350px Nachdem sich Bulgarien und Ostrumelien vereinigten, bestand das System aus Okruge weiter, nur mit der Einschließung Ostrumeliens, wie die Karte zeigt. Es gab jedoch kleinere Änderung, die hauptsächlich einzelne Dörfer betrafen.
Neu hinzugekommen war, dass die Räte der Okruge von den Bewohnern des jeweiligen Gebietes gewählt werden konnten. Die so demokratisch gewählten Vertreter hatten eine dreijährige Amtszeit.
Folgende Verwaltungsbezirke (Okruge) waren vorhanden: Sofia Tran Kjustendil Tatarpasardschik Plowdiw Chaskowo Stara Sagora Sliwen Burgas Warna Schumen Rasgrad Silistra Russe Tarnowo Swischtow Sewliewo Lowetsch Plewen Wratza Orechowo Lom Widin
Neufassung Okruge (1901–1919) mini|Verwaltungsgliederung ab ca. 1901|350x350px Ab 1901 wurden die Okruge neu eingeteilt. Bulgarien bestand damals aus 12 relativ großen Okrugen.
Damalige Verwaltungsgliederung: Burgas Warna Widin Wratza Kjustendil Plowdiw Plewen Russe Sofia Stara Zagora Tarnowo Schumen
Erster Weltkrieg mini|Verwaltungsgliederung Bulgariens im Ersten Weltkrieg|350x350px Im Ersten Weltkrieg wurde das Land in neue Okruge unterteilt, welche auch die neu eroberten Gebiete mitumfassten. So bestanden die „alten“ weiterhin bzw. wurden vergrößert und es bildeten sich neue.
Zwischen den Weltkriegen Okruge Nach dem Ersten Weltkrieg bestanden die alten 12 Okruge weiter. Es wurden jedoch drei neue gebildet, womit die Zahl auf 15 anstieg. 1922 wurden es mit Chaskowo 16.
Oblaste mini|Verwaltungsgliederung 1934–1941|350x350px 1934 wurde das Zarenreich in 7 Oblaste unterteilt.
Diese Oblaste waren: Burgas Wraza Plewen Plowdiw Sofia Stara Sagora Schumen
Zweiter Weltkrieg 350x350px|mini|Verwaltungsgliederung im Zweiten Weltkrieg 1941 trat Bulgarien in den Zweiten Weltkrieg an Seite der Achsenmächte ein. Damit änderte sich auch die Verwaltungsgliederung rasch, da neue Gebiete und damit auch neue Oblaste hinzukamen (siehe Karte). Diese waren im heutigen Nordmazedonien (in der Karte grün) bzw. in Griechenland (in der Karte lila).
Im selben Jahr entstand die Oblast Russe. 1944 wurde auch in Blagoewgrad eine neue Oblast gegründet.
Zwischenphase 1945 wurde der Hauptort der Oblast Schumen nach Warna verlegt, woraufhin die ganze Oblast so genannt wurde: Oblast Warna.
Volksrepublik Bulgarien Okolii (1947–1949) mini|Verwaltungsgliederung 1949–1959|350x350px Für ein paar Jahre wurde die neugegründete Volksrepublik Bulgarien wieder in Okolii aufgeteilt. Insgesamt waren es 102. Weitere Verwaltungsformen- und ebenen gab es in diesem Zeitraum nicht.
Okruge (1949–1959) 1949 wurde Bulgarien wieder in Okruge neu aufgeteilt. Zum ersten Mal stellte Sofia als Region und Stadt zwei Bezirke dar. Zwei Jahre später wurden die Bezirke Widin und Jambol wieder abgeschafft.
Die ursprünglichen 15 Okruge waren: Burgas Warna Widin Wraza Gorna Dschumaja (heute Blagoewgrad) Gorna Orjachowiza Plewen Plowdiw Sofia (Stadtkreis) Sofia (Region) Stara Sagora Russe Chaskowo Schumen Jambol
Okruge (1959–1987) mini|Verwaltungsgliederung 1959–1987|350x350px Das Land wurde 1959 neu in Okruge und Gemeinden aufgeteilt. Die Okolii wurden damit endgültig als staatliche Verwaltungseinheit abgeschafft. Das administrative System bestand damit aus zwei Stufen. Blagoewgrad Burgas Warna Weliko Tarnowo Widin Wraza Gabrowo Kardschali Kjustendil Lowetsch Michailowgrad (heute Montana) Pasardschik Pernik Plewen Plowdiw Rasgrad Russe Silistra Sliwen Smoljan Sofia (Stadtkreis) Sofia (Region) Stara Sagora Tolbuchin (heute Dobritsch) Targowischte Chaskowo Schumen Jambol
Demokratisierung und Oblaste Während der Demokratisierung des Landes bestanden ab 1987 bis 1998 wieder Oblaste in Bulgarien, die jedoch deutlich größer als die jetzigen waren.