August Lehrmann (* 24. Februar 1878 in Schweinfurt; † 28. Februar 1945 in Weimar) war ein deutscher Architekt, Stadtplaner und kommunaler Baubeamter.
Leben Von 1908 bis 1937 arbeitete Lehrmann als Stadtbaurat der Stadt Weimar, er war Nachfolger von Bruno Schmidt. Er gilt als Vermittler zwischen der seinerzeit überwiegend konservativ eingestellten Weimarer Stadtverwaltung und den neuen Vorstellungen des modernen Bauens bzw. der modernen Stadtplanung, was sich nicht zwangsläufig ausschloss.
Er konzipierte den Asbach-Grünzug auf der Basis eines Entwurfs von Max Vogeler von 1917, den er wesentlich erweiterte. Der Asbach-Grünzug galt seinerzeit eine der ambitioniertesten Grünflächenplanungen Deutschlands. Über seine Auffassung von moderner Stadtbildpflege veröffentlichte er auch.August Lehrmann (Hrsg.): Weimar. (= Neue Stadtbaukunst) F. E. Hübsch, Berlin u. a. 1928. (Digitalisat auf klassik-stiftung.de) Der Bereich Röhrstraße/Zeppelinplatz entstand im Wesentlichen nach seinen Planungen von 1927.August Lehrmann (Hrsg.): Weimar. (= Neue Stadtbaukunst) F. E. Hübsch, Berlin u. a. 1928. (Digitalisat auf klassik-stiftung.de, S. 39 Abb. 68/69. Lehrmann entwickelte zusammen mit Paul Schultze-Naumburg und Friedrich Voigt auf Geheiß von Thüringens Gauleiter Fritz Sauckel 1934 erste Ideen für das künftige Gauforum Weimar.Norbert Korrek, Justus H. Ulbricht, Christiane Wolf: Das Gauforum in Weimar. Ein Erbe des 3. Reiches. (= Vergegenständlichte Erinnerung. Band 3). Verlag der Bauhaus-Universität Weimar, Weimar 2001, S. 49. ISBN 3-86068-146-X.
Im Jahr 1911 ließ er das Krematorium auf dem Hauptfriedhof errichten,Hauptfriedhof. In: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. 2. Auflage, Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, ISBN 3-7400-0807-5, S. 190. (Die Namensangabe „August Lehmann“ ist ein Druckfehler, einen Stadtbaurat August Lehmann gab es in Weimar nicht.) 1912 das Säuglingsheim (ehemals Feodoraheim) nördlich der Jakobskirche und 1925–1928 die Pestalozzi-Schule (William-Shakespeare-Straße 17). Im Jahr 1926 baute Lehrmann die vormalige Kraftfahrzeugfabrik Dittmann an der Ecke Erfurter Straße / Mozartstraße zum Feuerwehrdepot um,https://feuerwache-weimar.de/start.html#entstehung 1928–1929 das Friedrich-Schiller-Gymnasium (Thomas-Mann-Straße 2) und 1930 das Arbeitsamt (Rollplatz 10). Er entwarf den von Josef Heise 1930 geschaffenen Kolonialbrunnen in Weimar.https://decolonize-weimar.org/das-projekt
Lehrmann war Mitglied im Ostthüringischen Ingenieur- und Architekten-Verein.Jahrbuch des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine e. V. 1931. DARI-Verlag, Berlin-Halensee 1931, S. 436 (Mitgliederverzeichnis). Sein Grab befindet sich auf dem Historischen Friedhof in Weimar.
Literatur Lehrmann, August. In: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. 2. Auflage, Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, ISBN 3-7400-0807-5, S. 275. Oliver Trepte: August Lehrmann. In: Wolfgang Benz u. a. (Hrsg.): Planen und Bauen im Nationalsozialismus. Voraussetzungen, Institutionen Wirkungen. Hirmer, München 2023, ISBN 978-3-7774-4114-6, Band 4, S. 1213.
Weblinks August Lehrmann, Stadtbaurat in Weimar 1908–1937, freies Projekt (wissenschaftliche Arbeit) im Master- und Diplomstudiengang Architektur der Bauhaus-Universität Weimar, Wintersemester 2009/2010, zuletzt eingesehen am 24. August 2025 Oliver Trepte: August Lehrmann. Architektur und Stadtplanung des Weimarer Stadtbaurates 1909–1945. auf www.identitaet-und-erbe.org, zuletzt eingesehen am 24. August 2025
Einzelnachweise
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