mini|Eier der Rotschulterente mini|hochkant|Männliches Küken Die Rotschulterente (Callonetta leucophrys) ist eine südamerikanische Vogelart aus der Familie der Entenvögel (Anatidae).
Erscheinungsbild Die Männchen sind ohne individuelle Farbvariationen. Bei den Weibchen dagegen ist die helle Gesichtszeichnung leicht variabel.
Die Mauser der Rotschulterenten beginnt mit dem Abwurf der Schwingenfedern. Danach folgt der Wechsel des Kleingefieders und der Steuerfedern. Mauserbeginn ist am Ende der Fortpflanzungsperiode. Kolbe, S. 188.
Die Küken haben eine dunkelgraue Kopfplatte. Ebenfalls dunkelgrau ist der hintere Halssaum, ein Augenstreif sowie die gesamte Oberseite. Das Gesicht und die Körperunterseite sind silberweiß. Jeweils zwei silberweiße Flecken finden sich auch auf dem Rücken. Der Schnabel und die Füße sind schwarz.
Lebensraum und Bestand mini|hochkant|Das Verbreitungsgebiet der Rotschulterente Die Rotschulterente lebt in Sümpfen und Seen der bewaldeten Savannenlandschaften Südamerikas. Sie bevorzugt die nahrungsreichen Überschwemmungsgebiete der Flüsse, meidet hingegen die Gewässer der Regenwälder und Flüsse mit Steilufern.
In Mitteleuropa wird sie gelegentlich beobachtet. Dabei handelt es sich jedoch immer um Gefangenschaftsflüchtlinge. 1998 gab es in Nordrhein-Westfalen ein brütendes Paar, das sechs Jungvögel aufzog, von denen aber keines flügge wurde. In der Region Genf wurde 1999 ein Paar mit einem Jungvogel beobachtet.Hans-Günther Bauer, Einhard Bezzel und Wolfgang Fiedler (Hrsg.): Das Kompendium der Vögel Mitteleuropas: Alles über Biologie, Gefährdung und Schutz. Band 1: Nonpasseriformes – Nichtsperlingsvögel, Aula-Verlag Wiebelsheim, Wiesbaden 2005, ISBN 3-89104-647-2, S. 120.
Die IUCN beziffert den Gesamtbestand der Rotschulterente auf 10.000 bis 100.000 Tiere, wobei die Vorkommen auf relativ kleine Gebiete begrenzt sind, in denen dann aber Ansammlungen von 1000 Tieren keine Seltenheit darstellen. Die Art gilt als ungefährdet.
Systematik Die Art ist monotypisch innerhalb der ebenfalls monotypischen Gattung Callonetta. Sie wird in die Unterfamilie Anatinae gestellt und ist die Schwesterart der in den Anden vorkommenden Sturzbachente (Merganetta armata).
Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung der Rotschulterente erfolgte 1816 durch Louis Pierre Vieillot unter dem Namen Anas leucophrys. Vieillot bezog sich auf den Trivialnamen Pato del ceja blancaFélix de Azara (1805), S. 453–455. den Félix de Azara 1805 in seinem Werk Apuntamientos para la historia natural de los páxaros del Paragüay y Rio de la Plata verwendete. Als Verbreitungsgebiet gab er Paraguay an.Louis Pierre Vieillot (1816), S. 156. 1936 führte Jean Théodore Delacour die für die Wissenschaft neue Gattung Callonetta für die Rotschulterente ein.Jean Théodore Delacour (1936), S. 369. Dieser Begriff hat seinen Ursprung in und .Callonetta The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Der Artname leucophrys ist ein Wortgebilde aus und .leucophrys The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann sah in seinem Werk Die Vögel von Paraguay in Anas torquata , 1816Louis Pierre Vieillot (1816), S. 110. für Pato del collar negroFélix de Azara (1805), S. 452–453. ein Synonym zur Nominatform. Allerdings erwähnt er, dass der Name bereits durch Samuel Gottlieb Gmelin als Anas torquata belegt war.Samuel Gottlieb Gmelin (1774), S. 179. Laubmann standen für seine Analysen sieben Bälge, gesammelt von Hans Krieg (1888–1970) und Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) bei der „Gran-Chaco-Expedition“, zur Verfügung. Er betrachtet die Art als weit verbreitet in Paraguay.Alfred Laubmann (1939), S. 71–72. Torquata hat seinen Ursprung in .torquata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling
Belege Literatur
Einzelnachweise Zhonglou Sun, Tao Pan, Chaochao Hu, Lu Sun, Hengwu Ding, Hui Wang, Chenling Zhang, Hong Jin, Qing Chang, Xianzhao Kan, Baowei Zhang: Rapid and recent diversification patterns in Anseriformes birds: Inferred from molecular phylogeny and diversification analyses. PLOS One, September 2017, doi: 10.1371/journal.pone.0184529
Weblinks
Rotschulterenten.de Informationen zur Rotschulterente
Kategorie:Schwimmenten