hochkant|mini|Wilhelm Wehner Wilhelm Wehner (* 31. Januar 1879 in Nidda; † 11. Juni 1972 in Mainz-Gonsenheim) war 1929–1937 Direktor der Provinz Rheinhessen und anschließend bis 1945 Landrat des Landkreises Mainz.

Leben Familie Der gleichnamige Vater, Wilhelm Wehner (1845–1921), war Richter am Amts- und später am Landgericht Gießen. Die Mutter Maria war eine geborene Köllner.

Wilhelm Wehner heiratete 1905 Luise Jöckel (1882–1958), Tochter des Landgerichtsdirektors Ludwig Jöckel.Hessische Biografie.

Karriere Wilhelm Wehner besuchte das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium. Nach dem Abitur trat er 1897 als Militärfuchs in das Corps Hassia Gießen. Im selben Jahr begann er an der Hessischen Ludwigs-Universität Rechtswissenschaft zu studieren. 1898 wurde er recipiert.Kösener Corpslisten 1960, 97/984 Er befreundete sich mit Johannes Reinmöller. Als Inaktiver wechselte er an die Universität Leipzig. Dort wurde er 1903 zum Dr. iur. promoviert.Dissertation: Privatrechtliche Sonderstellung der hessischen Standesherrn. Nach der Assessorprüfung wurde er 1904 als Kabinettssekretär bei der Großherzoglichen Kabinettsdirektion berufen.Vergleichbar mit einer heutigen Staatskanzlei. 1914 kam er Amtmann in den Kreis Büdingen. 1920 wurde er zum Regierungsrat und Vorstand des Polizeiamts Darmstadt (Polizeidirektor) ernannt. Von dort ging er 1922 als Vortragender Rat ins Ministerium des Innern (Oberregierungsrat). 1923 zum Ministerialrat befördert, folgte er 1929 Karl Usinger als Provinzialdirektor von Rheinhessen (Provinz). Zugleich war er Kreisdirektor des Kreises Mainz. Seit 1924 saß er in der Großen Staatsprüfungskommission für das Justiz- und Verwaltungsfach in Darmstadt. Ab 1925 war er Richter am Hessischen Verwaltungsgerichtshof. Er trat 1932 in den neu gegründeten Rotary-Klub Mainz ein und war, bis zu dessen Auflösung im Juni 1933 dessen Präsident.Wilhelm Wehner - Rotary in Deutschland 1920er bis 1960er Jahre.

Am 1. April 1937 wurden die hessischen Provinzen abgeschafft;Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Hessisches Regierungsblatt Nr. 8 (1937), S. 121ff. Wilhelm Wehner blieb aber Kreisrat. Zum 1. Januar 1939 erhielten die hessischen Kreise Hessen-Darmstadts im Zuge der reichsweiten Vereinheitlichung der Kommunalverfassung die Bezeichnung „Landkreis“, der jeweilige Spitzenbeamte – so auch Wilhelm Wehner – die Bezeichnung „Landrat“.§ 1 Abs. 3 Dritte Verordnung über den Neubau des Reichs vom 28. November 1938. In: RGBl. I S. 1675. Seit 1938 war er zugleich Vorsitzender des Bezirksverwaltungsgerichts für RheinhessenHoffmann, S. 80. und 1939–1942 vertrat er zusätzlich Robert Barth als Oberbürgermeister von Mainz. Barth hatte sich als Freiwilliger zum Heer (Wehrmacht) gemeldet. Am 20. März 1945 flüchtete er vor den herannahenden US-amerikanischen Truppen mit dem Mainzer Oberbürgermeister Heinrich Ritter in einem Boot ins Rechtsrheinische – die Rheinbrücken waren bereits gesprengt. Hoffmann, S. 78 Er geriet in Kriegsgefangenenschaft, aus der er Mitte 1946 entlassen wurde. 1947 wurde er pensioniert. Er verlebte den Ruhestand in Wiesbaden und Bad Kreuznach.

Verhältnis zum Nationalsozialismus Wehner trat 1933 der SA bei. Am 5. Juni 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.913.389).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/47341145 Michel Oppenheim, der mit ihm bis Anfang 1934 beruflich verkehrte, bescheinigt ihm allerdings eine eher distanzierte Haltung gegenüber der nationalsozialistischen Ideologie und bestätigte dies auch in einem Entlastungsschreiben an die Spruchkammer am 23. September 1946.Stadtarchiv Mainz, Nachlass Oppenheim. NL Oppenheim / 46, 4 Wehner ging 1947 aus dem Spruchkammerverfahren unbelastet hervor, sodass ihm die Bezüge erhalten blieben.

Ehrungen Ritterkreuz I. Klasse vom Stern von Brabant, durch Ernst Ludwig (Hessen-Darmstadt) am 24. Juni 1914

Literatur Klaus Dietrich Hoffmann: Die Geschichte der Provinz und des Regierungsbezirks Hessen. Rheinhessische Druckwerkstätte, Alzey 1985, ISBN 3-87854-047-7

Weblinks Wehner, Wilhelm. In: LAGIS: Hessische Biografie; Stand: 15. April 2021.

Einzelnachweise

Kategorie:Landrat (Volksstaat Hessen) Kategorie:Ministerialrat (Deutschland) Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Richter (Hessischer Verwaltungsgerichtshof) Kategorie:Provinzialdirektor (Rheinhessen) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:SA-Mitglied Kategorie:Person (Rotary International) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1879 Kategorie:Gestorben 1972 Kategorie:Mann