Baiergrün ist ein Gemeindeteil der Stadt Helmbrechts im Landkreis Hof (Oberfranken, Bayern). Der Ort liegt in der Gemarkung Baiergrün.

Geografie Das Dorf liegt im weiten Tal des Baiergrüner Baches, von dem es durchflossen wird. Die Kreisstraße HO 26 führt zur Staatsstraße 2194 (1,2 km westlich) bzw. nach Windischengrün (1,8 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kleinschwarzenbach zur St 2194 (2,1 km südlich).

Geschichte Der Nürnberger Burggraf Friedrich V. hatte den damals als „Beyersgrün“ bezeichneten Ort im Jahr 1386 käuflich von Otto Wolfstriegel von Schauenstein aus dem Rittergeschlecht der von Schauenstein erworben, wodurch das Dorf in den Besitz der Hohenzollern gelangte.O. Knopf: Thüringer Schiefergebirge, Frankenwald, Obermainisches Bruchschollenland, Sp. 16f.

Zur Realgemeinde Baiergrün gehörte Einzigenhöfen, Hopfenmühle, Rauhenberg und Suttenbach. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Baiergrün aus 37 Anwesen (1 Frohnhaus, 9 Halbhöfe, 12 Viertelhöfe, 3 Fünfachtelhöfe, 10 Dreiachtelhöfe, 2 Einachtelhöfe). Die Hochgerichtsbarkeit sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft stand dem bayreuthischen Vogteiamt Schauenstein zu. Das bayreuthische Kastenamt Kulmbach war Grundherr sämtlicher Anwesen.M. Körner: Naila, S. 278f.

Von 1797 bis 1810 unterstand Baiergrün dem Justiz- und Kammeramt Naila. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde der Ort bayerisch. Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Baiergrün gebildet. Zu diesem gehörten Einzigenhöfen, Hopfenmühle, Rauhenberg und Suttenbach. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Baiergrün, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Naila zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenberg (1919 in Finanzamt Lichtenberg umbenannt, seit 1955 Finanzamt Naila). Ab 1862 gehörte Baiergrün zum Bezirksamt Naila (1939 in Landkreis Naila umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Naila (1879 in Amtsgericht Naila umgewandelt). Die Gemeinde Baiergrün hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,066 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Baiergrün am 1. Juli 1972 nach Helmbrechts eingemeindet.

Baudenkmäler Schauensteiner Straße 14: eingeschossiges Wohnstallhaus mit Frackdach vom Ende des 18. Jahrhunderts

ehemalige Baudenkmäler Schauensteiner Straße 5: Türrahmung Haus Nr. 5: Zweigeschossiges Wohnstallhaus mit Frackdach, wohl zweites Drittel des 18. Jahrhunderts; Erdgeschoss verputzt massiv, um 1900 Vergrößerung der Fenster und Umbau des Stalles in Webstube; Obergeschoss im Wohnteil übertünchtes Fachwerk mit Lehmziegelausfachung, rückwärtig verbrettertes Ständerwerk; Giebel verschalt.K.-L. Lippert: Landkreis Naila, S. 19f. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung. Haus Nr. 9: Zweigeschossiges, verputzt massives Wohnstallhaus mit Satteldach, 1897 errichtet unter Wiederverwendung älterer Tür- und Fenstergewände; Stalltür mit profilierter, egohrter Rahmung und Scheitelstein, bezeichnet „1799 AH“ (=Achim Hagen). Haus Nr. 14: Zweigeschossiges Wohnstallhaus mit Satteldach, um 1790/1800; Erdgeschoss verputzt massiv, Obergeschoss verputztes Fachwerk mit Lehmziegelausfachung; Giebel verschiefert; Wohnungs- und Stalltür mit profilierter, geohrter Rahmung und Scheitelstein. Haus Nr. 15: Eingeschossiges, verputzt massives Wohnstallhaus mit Satteldach und Gauben, um 1790/1800 errichtet; Wohnungs- und Stalltür mit profilierter, geohrter Rahmung und Scheitelstein. Haus Nr. 23: Eingeschossiges, verputzt massives Kleinhaus, Wohnstalltyp mit Satteldach, um 1790/1800; Giebel verbrettert; Wohnungs- und Stalltür mit profilierter, geohrter Rahmung und Scheitelstein. Haus Nr. 24: Stattliches, zweigeschossiges Wohnstallhaus mit Walmdach über hölzernem, profiliertem Kranzgesims; Erdgeschoss verputzt massiv, Obergeschoss verschiefertes Fachwerk mit Lehmausfachung; Stall teilweise modern umgebaut und erweitert. Wohnungs- und Stalltür mit profilierter, geohrter Rahmung und Scheitelstein, über ersterer bezeichnet „1797 CH“ (=Christian Hölzel). Haus Nr. 27: Frackdachhaus, wohl noch erste Hälfte des 18. Jahrhunderts; vom ursprünglichen Wohnstallbau lediglich der zweiachsige Wohnteil neben Neubau erhalten. Erdgeschoss verputzt massiv, Obergeschoss Fachwerk mit Lehmausfachung. Haus Nr. 30: Eingeschossiges, verputzt massives Wohnstallhaus mit Satteldach, 1720 errichtet; Giebel verschalt.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Baiergrün Jahr 1819 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 250 332 344 346 375 374 396 429 391 401 398 379 337 336 343 311 305 291 255 377 351 338 266 267HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 53 53 51 55 55 49 51 Quelle Dort als Bayergrün aufgelistet.

Ort Baiergrün Jahr 1819 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 250 281 297 293 255 254 290 219 220 191Häuser 40 41 42 39 41 52Quelle

Religion Baiergrün ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Schauenstein) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Helmbrechts Kategorie:Ort im Landkreis Hof Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hof) Kategorie:Ersterwähnung 1386 Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)