Die Infrastruktur in Berlin umfasst Anlagen, Institutionen, Strukturen und Systeme, die der Daseinsvorsorge und der Wirtschaftsstruktur der Stadt Berlin und ihrer Metropolregion dienen.

Verteilung des Personenverkehrs + Entwicklung des Modal Splits in BerlinNeue Daten zum Mobilitätsverhalten in Berlin vorgestellt. In: stadtentwicklung.berlin.de. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Verkehr, 17. Juni 2015, abgerufen am 20. April 2016."Mobilität in Städten – System repräsentativer Verkehrsbefragungen (SrV) 2018", berlin.de, abgerufen am 8. Oktober 2025."Mobilität in Städten – System repräsentativer Verkehrsbefragungen (SrV) 2023", berlin.de, abgerufen am 8. Oktober 2025. Verkehrsarten 2008 in % 2013 in % 2018 in % 2023 in % Fußverkehr 32 31 30 34 Motorisierter Individualverkehr 33 30 26 22 Öffentlicher Verkehr 24 27 27 26 Fahrradverkehr 11 13 18 18

Öffentlicher Verkehr

Schienenfernverkehr Berlin ist im internationalen Fernverkehr ein wichtiger Knotenpunkt insbesondere für Züge zwischen West- und Osteuropa. 2006 wurden der Hauptbahnhof als zentrale Bahnstation und im Zusammenhang damit der Tunnel Nord-Süd-Fernbahn, die Fernbahnhöfe Gesundbrunnen und Südkreuz sowie die Regionalbahnhöfe Potsdamer Platz (unterirdisch), Jungfernheide und Lichterfelde Ost in Betrieb genommen. Damit erhielt der Regional- und Fernverkehr der Bahn gemäß dem sogenannten Pilzkonzept zusätzlich zu der in Ost-West-Richtung angelegten Stadtbahn eine unterirdische Regional- und Fernverkehrsverbindung in Nord-Süd-Richtung. Der Umstieg zwischen dem Nord-Süd-Fernbahntunnel und der Stadtbahn erfolgt am Hauptbahnhof. Züge, die Berlin aus südlicher Richtung erreichen, fahren seitdem meist über die neue Nord-Süd-Trasse von Lichterfelde Ost über Südkreuz, Potsdamer Platz, Hauptbahnhof über die Überführung nach Gesundbrunnen oder Richtung Westen über Jungfernheide nach Spandau.

Wichtigster Betreiber des Schienennetzes für den Regional- und Fernverkehr ist die Deutsche Bahn AG mit Sitz in Berlin.

Städtischer Schienenverkehr mini|Sitz der BVG in Berlin-Mitte

Dem innerstädtischen öffentlichen Personennahverkehr dienen 16 S-Bahn-Linien (betrieben von der S-Bahn Berlin GmbH), neun U-Bahn-, 22 Straßenbahn-, 160 Bus (Tagesverkehr)- und sechs Fährlinien (alle betrieben von der BVG). Berlin verfügt daher über eines der streckenlängsten, schienengebunden städtischen Transportnetze der Welt (Stand: 2025).

Die Innenstadt wird in Ost-West-Richtung von der als Viaduktbahn angelegten Stadtbahn durchquert, die parallel von S-Bahn sowie Regional- und Fernverkehr befahren wird. Sie verbindet den Ostbahnhof mit dem Bahnhof Charlottenburg und passiert dabei unter anderem die Bahnhöfe Zoologischer Garten, Hauptbahnhof, Friedrichstraße und Alexanderplatz. In Nord-Süd-Richtung übernehmen die U-Bahn-Linien U9 und U6 den größten Teil des Fahrgastaufkommens, ergänzt durch die unterirdische Nord-Süd-Trasse der S-Bahn. Diese S-Bahn-Trasse kreuzt am Bahnhof Friedrichstraße die Stadtbahn. Vervollständigt wird der Bahnverkehr durch die Ringbahn, die die Innenstadt umschließt. Alle anderen Linien berühren diese Trassen. Die Barrierefreiheit der Bahnhöfe wird weitgehend gewährleistet., Senatsverwaltung für Soziales, abgerufen am 16. Mai 2010.

Busverkehr Das Stadtbusnetz gliedert sich in Expressbusse (Buchstabe X), MetroBusse (Buchstabe M) und Omnibusse (mit dreistelliger Nummer). In gleicher Weise wird ein Teil der Straßenbahnlinien (zweistellige Nummer) durch Voranstellung eines M als MetroTram besonders herausgehoben. Nachtbusse haben als Linienbezeichnung ein N vor der Liniennummer, Metro-Linien (sowohl Busse als auch Straßenbahnen) fahren auch nachts. In den Nächten vor Sonnabenden, Sonn- und Feiertagen fahren zusätzlich fast alle S- und U-Bahn-Linien durchgehend, bei der S-Bahn teilweise mit veränderter Streckenführung. Der Fernbusverkehr zu deutschen und europäischen Zielen wird über den Zentralen Omnibus-Bahnhof am Funkturm (ZOB) abgewickelt. Gegenüber dem Messegelände gelegen, ist er direkt über den Berliner Stadtring (A 100) erreichbar und mit dem öffentlichen Personennahverkehr durch Bus-, U- und S-Bahn-Linien verbunden.

Fähren Im Bezirk Treptow-Köpenick gibt es Deutschlands einzige Ruderfähre im ÖPNV. Sie wird von der Weißen Flotte im Auftrag der BVG betrieben. Hierbei ist auch die Mitnahme von Fahrrädern möglich.

Straßennetz

Anfang der 1950er-Jahre fuhren die meisten Berliner noch mit Fahrrad, Bus, Tram und Bahn. Zunehmend wurden Motorräder populär und in den 1960er-Jahren stiegen die Verkaufszahlen der nun massenhaft produzierten Automobile stark an. Im Neu- und Wiederaufbau orientierte man sich in West-Berlin wie im Rest der Bundesrepublik überwiegend an der Charta von Athen (CIAM) von 1933, in Ost-Berlin wurden die 16 Grundsätze des Städtebaus verbindlich. Im Ergebnis folgte der Wiederaufbau in beiden Teilen dem Leitbild der autogerechten Stadt. Wohnen und Gewerbe wurden damit häufig voneinander getrennt. Fortan wurden auch zahlreiche suburbane Satellitenstädte („Schlafstädte“) geplant. Diese ineffiziente Art der Verkehrs- und Stadtentwicklung wurde bereits früh als schwerer Missstand erkannt, aber dennoch über Jahrzehnte beibehalten.

Autobahnen Die Innenstadt wird von Westen her von einem Autobahnhalbkreis (A 100 – Berliner Stadtring) umgeben, der langfristig zu einem Ring vervollständigt werden soll und eine reine Stadtautobahn darstellt. Der sogenannte Abschnitt BA 16 der A 100 wurde 2025 fertiggestellt. Der Abschnitt BA 17 befindet sich in der Planungsphase.Tunnel und Überbauung: Berlin prüft neue Wege für die A100 Entwicklungsstadt.de 14. August 2025. Die A 100 beim Dreieck Funkturm ist der meistbefahrene Autobahnabschnitt in Deutschland. Rund um Berlin verläuft die Autobahn A 10 (E 55 – Berliner Ring).

Von der A 100 aus führen innerhalb des Stadtgebietes mehrere Autobahnabschnitte in Richtung Berliner Ring. Die A 111 (E 26) führt in nach Nordwesten in Richtung Hamburg und Rostock. Die A 113 in Richtung Südosten (nach Dresden und Cottbus) beginnt am Dreieck Neukölln und führt zum Schönefelder Kreuz (A 10) und bindet den Flughafen Berlin Brandenburg an das Autobahnnetz an. Die A 115 (E 51) erstreckt sich nach Südwesten (Richtung Hannover und Leipzig). Deren nördliches, gerades Teilstück ist als AVUS bekannt.

Zusätzlich hierzu gibt es im Norden der Stadt die A 114 von der Prenzlauer Promenade im Bezirk Pankow zur A 10 in Richtung Stettin. Die nur wenige Kilometer lange ehemalige A 104, die im Südwesten der Stadt den Berliner Stadtring (A 100) nach Süden hin mit dem Ortsteil Steglitz verbindet, wurde inzwischen zur Autostraße herabgestuft. Die A 103 (Westtangente), auf der die Bundesstraße 1 verläuft, verbindet den Berliner Stadtring – von einem weiter östlich gelegenen Anschluss – nach Südwesten hin in Richtung Potsdam.

Für die Instandhaltung und den Ausbau des Autobahnnetzes in Deutschland ist die Autobahn GmbH des Bundes mit Sitz in Berlin verantwortlich.

Bundesstraßen Die historische Mitte Berlins wird vom Innenstadtring umschlossen. Ferner verlaufen durch Berlin die Bundesstraßen B 1, B 2, B 5, B 96, B 96a, B 101 und B 158.

Brücken Berlin hat durch seine exponierte Lage an Flussläufen und Kanälen und durch sein großes Territorium eine Vielzahl an Brücken und Überführungen in seinem Stadtgebiet. Im Jahr 2012 gab es 916 Brücken in Berlin. Davon verbanden 732 öffentliche Straßen, die restlichen 184 Wege und Straßen in Grünanlagen.Amt für Statistik Berlin-Brandenburg – Straßenverkehr Abgerufen am 19. Januar 2013. Je nach Definition und Verständnis werden weitere Bauwerke in Berlin zu den Brücken gezählt. Es gab 564 Brücken über Gewässer jeder Art und 300 Hochbahnviadukte der U-Bahn. In: Berliner Morgenpost, abgerufen am 16. Mai 2010.

Die ältesten Berliner Spreequerungen sind Jungfern-, Mühlendamm-, Rathaus- und Roßstraßenbrücke, wobei die heutigen Bauwerke jeweils jüngeren Datums sind. Die längste Brücke der Stadt ist, mit über 930 Metern, die Rudolf-Wissell-Brücke, während die Oberbaumbrücke, als Wahrzeichen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, und die Glienicker Brücke als Verbindung nach Potsdam zu den bekanntesten Brücken Berlins zählen.

Pkw- und Taxiverkehr Im Berliner Taxigewerbe waren 2008 etwa 3100 Unternehmen tätig, über drei Viertel davon mit nur einem Fahrzeug. Berlin hatte im Januar 2012 rund 7600 Taxis und ist damit die Stadt mit den meisten Taxis in Deutschland. In Berlin gibt es keine Farbfreigabe und keine Zulassungsbeschränkung der Konzessionen.

Im Jahr 2019 waren 335 Pkw auf 1000 Einwohner in Berlin zugelassen,Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts vom 11. September 2020 2012 waren es 324 gewesen, 2008 nur 319. Im Vergleich mit anderen deutschen Stadtstaaten hat Berlin die niedrigste Pkw-Dichte.

Fahrradwege In Berlin existieren an stark befahrenen Straßen angelegte Radwege und Fahrradstreifen, einige ruhigere Straßen wurden als Fahrradstraßen gekennzeichnet. Etwa 1,5 Millionen Wege werden täglich insgesamt mit dem Fahrrad als Hauptverkehrsmittel zurückgelegt.Radverkehrsstrategie 2013 (PDF) der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt (PDF; 556 kB). Deshalb zählt Berlin zu den Millionenmetropolen in Europa mit überdurchschnittlich vielen Fahrradnutzern.

Der Anteil des Fahrradverkehrs am Gesamtaufkommen des Verkehrs in Berlin hat sich seit 1992 mehr als verdoppelt. Im Jahr 1992 wurden etwa 7 % aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt,Kenndaten zur Mobilität (2008). (PDF) Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, abgerufen am 8. November 2012. 2009 waren es etwa 15 %.Berliner fahren weniger Auto. In: Der Tagesspiegel, 17. April 2009. Der Fahrradverkehr schwankt im Laufe des Jahres. In der kälteren Jahreszeit fällt der Anteil am Gesamtverkehr unter 10 %. In den wärmeren Monaten liegt er bei über 20 %.

Die durchschnittliche Entfernung einer mit dem Rad zurückgelegten Strecke beträgt 3,7 Kilometer. Die Radfahrstreifen wurden von insgesamt 50 Kilometer im Jahr 2004 auf 191 Kilometer im Jahr 2014 ausgebaut.Berlins Kampf gegen das Auto. In: Berliner Kurier. 11. April 2014.

Durch Berlin führen überregionale touristische Radfernwege wie der Radweg Berlin–Kopenhagen, der Radweg Berlin–Usedom, der Radweg Berlin–Leipzig, der Europaradweg R1, die D-Netz-Route D11 sowie die D-Netz-Route D3 (Europaroute). Entlang des früheren Verlaufs der Berliner Mauer führt der Berliner Mauerweg. Mehrere tausend Mietfahrräder können im Innenstadtbereich per Telefonanruf oder (mobilem) Internet ausgeliehen werden. In einigen Gebieten der Stadt verkehren zur touristischen Nutzung Fahrradtaxis.

Flugverkehr Der Flughafen Tegel war der letzte in Betrieb befindliche Flughafen auf Berliner Stadtgebiet. 2020 wurde der Flughafen Tegel für den regulären Flugbetrieb geschlossen.

Der unmittelbar außerhalb der südlichen Stadtgrenze gelegene Flughafen Berlin Brandenburg (BER) gehört zur Gemeinde Schönefeld und wurde 2020 eröffnet. Der darin integrierte ehemals eigenständige Flughafen-Schönefeld-Standort wurde bis 2021 genutzt.

Auf dem nach Süden erweiterten Schönefelder Flughafengebiet wurde seit 2006 der Flughafen Berlin Brandenburg (IATA-Flughafencode: BER) errichtet, der am 31. Oktober 2020 eröffnet wurde. Zu den größten Fluggesellschaften, die am Standort des BER operierten zählten 2025 die Lufthansa, Eurowings, EasyJet und Ryanair.

Binnenschifffahrt mini|Der Westhafen in Moabit mit dem Sitz der BEHALA

Berlin liegt im Zentrum des Bundeswasserstraßengebietes Ost. Die Stadt wird wasserseitig auf mehreren Wegen erschlossen, der Binnenschifffahrt stehen von und nach Berlin drei Wasserstraßen zur Verfügung. Dabei kommt der Verbindung über Havel, Elbe-Havel-Kanal und Mittellandkanal zu Elbe und Nordsee beziehungsweise Weser und Rhein die größte Bedeutung zu. Außerdem verbindet die Havel-Oder-Wasserstraße Berlin mit der unteren Oder und der Ostsee. Beschränkt ausgebaut und weniger stark frequentiert ist auch die Spree-Oder-Wasserstraße als Verbindung über die Spree zur oberen Oder.