Die Caglioti-Reaktion ist eine Namensreaktion in der Organischen Chemie. Die Reaktion wurde im Jahre 1962 von dem italienischen Chemiker Luciano Caglioti entdeckt und beschreibt eine Synthese-Methode, bei der die Carbonylgruppe von Aldehyden oder Ketonen zu einer Methylengruppe, bzw. mit einem benachbarten Kohlenstoffatom zu einem Alken umgesetzt wird.

Übersichtsreaktion Bei der Reaktion wird eine Carbonylverbindung 1 unter Einsatz einer Hydridbase, wie beispielsweise Diboran (B2H6) oder Lithiumhydrid (LiH), zu einem Alken 3 bzw. einem Alkan 2 umgesetzt. zentriert|400x400px

Mechanismus Der nachfolgende Reaktionsmechanismus wird in der Literatur beschrieben. Zunächst wird das Keton (R2 = Alkyl) oder der Aldehyd (R2 = H) 1 an das p-Toluolsulfonylhydrazid 2 addiert. Unter Wasserabspaltung entsteht über die Bildung von Zwischenstufen das p-Toluolsulfonylhydrazon 3. zentriert|700x700px|Reaktionsmechanismus Teil 1 Es folgt die Deprotonierung aufgrund der NH-Acidität am Stickstoffatom und die Eliminierung der p-Toluolsulfinsäure. Anschließend kommt es nach der Abspaltung von Stickstoff zur Bildung eines Carbanions 4. Es entsteht nach der Umsetzung mit Methanol ein Alken 5. zentriert|800x800px|Caglioti-Reaktion Bei Anwesenheit einer überschüssigen Menge an Hybridbase kann das Alken 5 im Methanol-Lösungsmittelgemisch weiter zu einem Alkan 6 umgesetzt werden.

Einzelnachweise

Kategorie:Namensreaktion Kategorie:Reduktion