Erich Enge (* 11. September 1932 in Rokytnice nad Jizerou, deutsch Rochlitz an der Iser, Tschechoslowakei; † 21. Dezember 2023 in ErfurtTraueranzeige in der Thüringischen Landeszeitung vom 30. Dezember 2023, abgerufen am 30. Dezember 2023) war ein deutscher Maler und Grafiker.
Leben und Werk mini|Denkmalgeschütztes Wandbild von Erich Enge in Cobbelsdorf an einem früheren Landkulturhaus Enge machte von 1947 bis 1951 eine Maurerlehre und besuchte in dieser Zeit einen Malzirkel. 1951/1952 und 1955 bis 1959 studierte er bei Willi Sitte und Kurt Bunge an der Hochschule Burg Giebichenstein in Halle/Saale. In der Zwischenzeit arbeitete er als Gebrauchswerber. Nach dem Studienabschluss hatte Enge eine Aspirantur, ehe er sich als freischaffender Künstler niederließ und mit einer Folge großformatiger, effektvoll komponierter, expressiv und dramatisch angelegter Bilder hervortrat. 1965 war Enge einer der ersten Träger der Erinnerungsmedaille „20. Jahrestag Demokratische Bodenreform“.Bildende Kunst, Berlin, 12/1965, S. 671 Anlässlich der Bezirkskunstausstellung in Halle 1969 wurde ihm „Modernismus“ vorgeworfen.
Enge lebte bis 1963 in Wolferode, dann bis 1971 in Eisleben und seitdem in Erfurt. 1978 erhielt Enge für das Gemälde „Fanfarenzug des Schuhkombinats Paul Schäfer“ den Kulturpreis der Stadt Erfurt.
Enge griff in seiner künstlerischen Arbeit immer wieder wichtige aktuelle Fragen auf. So schuf er 2013 und 2014 im Angesicht der Hochwasserkatastrophe in Thüringen und des Flüchtlingsdramas vor Lampedusa Bilderserien.Stadtmuseum Erfurt Haus zum Stockfisch Verkaufsausstellung zugunsten der Fluthilfe Thüringen und des Vereins Kiwanis Club Erfurt e. V., auf erfurt.de, abgerufen am 4. Mai 2021.
Enge unternahm mehrere Studienreisen ins Ausland, u. a. 1967 nach Vietnam, wo er auch eine Ausstellung hatte. Neben Gemälden und Grafiken schuf er u. a. in Bad Dürrenberg, Halle, Erfurt, Eisenhüttenstadt und Schwedt baubezogene Arbeiten. Von besonderer Bedeutung ist das 1976 fertiggestellte von mexikanischen Vorbildern beeinflusste monumentale Wandbild „Die Idee wird zur materiellen Gewalt, wenn sie die Massen ergreift“ in Erfurt-Rieth.:Datei:Rieth Erfurt.JPG
Enge war auf einer bedeutenden Anzahl von Ausstellungen im In- und Ausland vertreten, u. a. von 1967 bis 1983 von der VI. Deutschen Kunstausstellungen bis zur IX. Kunstausstellungen der DDR in Dresden. Werke Enges befinden sich u. a. im Kunstmuseum Moritzburg, Halle/Saale, im Erfurter Angermuseum und im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst in Frankfurt/Oder.
Enge wurde auf dem Hauptfriedhof Erfurt beigesetzt.
Werkbeispiele Siehe auch
Erich Enge - Suche Werke in Arthistoricum.net. Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex
mini|Wandbild "Er rührte an den Schlaf der Welt" in Halle-Neustadt
Tafelbilder Auf dem Heimweg (1964, Öl)Auf dem Heimweg, auf deutschefotothek.de, abgerufen am 4. Mai 2021 Lachende (1972, Öl / Tempera; auf der VII. Deutschen Kunstausstellung)Lachende, auf deutschefotothek.de, abgerufen am 4. Mai 2021 Der Frieden besiegt den Krieg (1983/1984, Öl, 75 × 150 cm; Auftrag der NVA als Vorarbeit für eine großformatige Fassung) Deutsche Winterlandschaft 1933 (um 1984, Öl, 176 × 250 cm)Bildende Kunst, Berlin, 1/1985, S. 6 (Abbildung)
Baugebundene Werke
Arbeiter, Mutter, Kind (1961, Wandbild, Kasein-Secco, 2,60 × 3,50 m; Halle/Saale, Döllnitzer Weg, Eingangshalle eines Kindergartens)Erika Neumann (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 2 Halle/Leipzig. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1969, S. 108/109 Lenins Worte werden wahr (1964/1966; Halle/Saale, Schieloer Straße)Lenins Worte werden wahr, auf deutschefotothek.de, abgerufen am 4. Mai 2021
Der Mensch erobert das Weltall (1965, Wandgestaltung in Glasmosaik, 2,40 × 7,20 m; Ausführung durch Mosaikwerkstatt Scholz Berlin; Schwedt, Berliner Straße 52 a, heutiges Vereinshaus Kosmonaut)Ruth Pape et al. (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 5 Dresden, Cottbus, Frankfurt. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1973, S. 160/161 Wandbild am vormaligen Kulturhaus in Cobbelsdorf (1971/72)Geschützt, aber noch nicht gesichert., in: Mitteldeutsche Zeitung, Dezember 2005, online, erschienen am 26. Dezember 2005. Wandbild (1978; Erfurt-Rieth, Fassade der Bibliothek im Wohngebietszentrum)Foto in Commons.
Einzelausstellungen (unvollständig) 1973 Erfurt, Angermuseum 2015 Erfurt, Stadtmuseum 2016 Sangerhausen, Wilhelm-Schmied-Verein
Literatur (Auswahl) Wolfgang Hütt: Erich Enge. In: Weggefährten. 25 Künstler der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag der Kunst, Dresden, 1970; S. 80–95 Christine Stephan-Brosch: Beiträge zur Malerei und Grafik im Bezirk Halle aus den letzten fünfundzwanzig Jahren. In: Wissenschaftliche Beiträge. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; 1989
Enge, Erich. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 186/187
Weblinks
Erich Enge - Suche Erich Enge - Verkaufskatalog https://www.bing.com/images/search?q=erich+enge&qpvt=Erich+Enge&tsc=ImageHoverTitle&form=IQFRML&first=1 https://www.erfurt.de/mam/ef/service/mediathek/publikationen/2014/erich_enge_katalog.pdf https://artinnetworks.webspace.tu-dresden.de/de/beitraege/erich-enges-reise-nach-vietnam-1967
Einzelnachweise
Kategorie:Grafiker (DDR) Kategorie:Grafiker (Deutschland) Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Maler (DDR) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1932 Kategorie:Gestorben 2023 Kategorie:Mann