mini|Hauptpost am Lutherplatz, 2011 Das ehemalige Post- und Telegraphenamt in Nordhausen (Landkreis Nordhausen in Thüringen) wurde 1877–1878 erbaut und steht unter Denkmalschutz. Das Baudenkmal steht auf dem Eckgrundstück Dr.-Wilhelm-Külz-Straße 7 (früher Ritterstraße) / Königshof 6/7, südwestlich der Nordhäuser Rathauses.

Geschichte Bereits 1873 erwarb die Reichspostverwaltung vier Grundstücke am Königshof und an der Ritterstraße.

Mit der Bauausführung wurde im Frühjahr 1876 begonnen, der Grundriss wurde von August Kind (bautechnisches Mitglied der obersten Post- und Telegrafen-Verwaltung in Berlin) konzipiert, die Architektur von Leitlof in Berlin entworfen. Durch Abrissarbeiten und Überarbeitung von Einzelheiten verzögerte sich die Fertigstellung durch Baumeister Kämmerer bis 1878.Baubericht vom 9. Juli 1877 im Archiv der Postdirektion in Erfurt Die Übergabe des Postamts erfolgte am 28. Dezember 1878 und am 30. Dezember beging man die feierliche Einweihung.

Charakteristisch an dem zweigeschossigen, winkelförmigen Bau mit zwei gleich langen Flügeln ist die gelbe Klinkerverblendung der Straßenfassaden, die mit Terrakotta-Köpfen und -Friesen ausgeschmückt sind. 1895–1896 erhielt das Postamt einen Erweiterungsbau in gleicher Gestaltung. Direkt an das bestehende Gebäude wurde ein Turmbau angeschlossen, der statt einer Haube ein Isolatorengerüst für die damals noch oberirdisch verlaufenden Telefonleitungen trug.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Postamt bei den Luftangriffen auf Nordhausen nur leicht beschädigt.

Durch den Post-Neubau am Lutherplatz (1961–1963) verlor die Alte Post einige Funktionsbereiche. Am 27. September 1961 fand die Grundsteinlegung statt, im Juni 1963 zogen die letzten Dienststellen in den Neubau um. Am 24. Juni 1963 öffnete der erste Schalter im Neubau.

In den Jahren 1995–1997 eine umfangreiche Sanierung des historischen Gebäudes durch die Deutsche Telekom als Eigentümerin. Am 16. Dezember 1997 wurde die Alte Post mit einem Festakt der Öffentlichkeit übergeben.

Nach mehrjährigem Leerstand erwarb Axel Heck Immobilien das Gebäude, 2015 begann der Umbau durch das Nordhäuser Architekturbüro Tobias Winkler zur Revitalisierung des Gebäudekomplexes: „… Umnutzung des ehemaligen Postgebäudes zu einer Wohnanlage mit 18 großzügigen Mietwohnungen unterschiedlicher Größe. Wesentlicher Aspekt bei der Umnutzung und Sanierung war der Erhalt der historischen und reich verzierten Verblendmauerwerksfassaden an Straßen- und Hofseite, der historischen Treppenhäuser und Innentüren aus der Entstehungszeit. Historische Guß-Stützen im Gebäude wurden in die neuen Wohnungsgrundrissen integriert.“Revitalisierung

Siehe auch Liste denkmalgeschützter Gebäude des Post- und Fernmeldewesens Kulturdenkmale in Nordhausen

Literatur Deutsche Telekom-Immobilien und -Service GmbH (Hrsg.), Susanne Hinsching (Bearb.): Das kaiserliche Post- und Telegraphengebäude in Nordhausen. Neukirchner, Nordhausen 1998, ISBN 3-929767-30-9.

Weblinks

Einzelnachweise

Postamt Postamt Nordhausen Kategorie:Postamt in Deutschland Kategorie:Erbaut 1878 Kategorie:Umgenutztes Bauwerk im Landkreis Nordhausen