Marie Schwesinger (* 1988 in HamburgVita auf eigener Homepage; abgerufen am 27. Oktober 2021.) ist eine deutsche Regisseurin und Autorin, die unter anderem am Berliner Ensemble arbeitet.
Künstlerischer Werdegang Schwesinger sammelte erste Erfahrung am Theater als Hospitantin am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und an der Schaubühne Berlin unter anderem bei Armin Petras.
Von 2009 bis 2013 studierte sie Szenische Künste in Hildesheim und Exeter (England). Während des Studiums entstanden erste eigene Inszenierungen, Texte und Performances. In der Spielzeit 2013/2014 inszenierte sie am Oldenburgischen Staatstheater ihren Text Da ist eine Leerstelle in meinem Kopf und das Stück Sinn von Anja Hilling. Von 2014 bis 2021 studierte sie Regie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Im Rahmen des Studiums entstanden mehrere eigene Arbeiten, unter anderem Maß für Maß von William Shakespeare.
Von 2017 bis 2019 war sie feste Regieassistentin am Schauspiel Frankfurt, wo sie unter anderem mit Robert Borgmann, David Bösch, Anselm Weber, Lisa Nielebock und Roger Vontobel zusammenarbeitete. 2017/2018 inszenierte sie Gegen alle Widerstände, eine Produktion, die sich mit den Frankfurter Auschwitzprozessen 1963–1965 auseinandersetzte. Seit August 2019 arbeitet sie als freie Regisseurin und Autorin.https://www.schauspielfrankfurt.de/menschen/marie-schwesinger/ In ihrer dokumentarischen Arbeit beobachtete Schwesinger über mehrere Jahre Prozesse gegen Rechtsextreme, darunter den Mordprozess um Walter Lübcke, das Verfahren gegen den Bundeswehrsoldaten Franco A. und Verfahren im Kontext von NSU 2.0.
2025 wurde sie in das Programm WORX des Berliner Ensembles aufgenommen. Außerdem beteiligte sie sich an der Recherche des Theater Chemnitz zur Geschichte der Kindertransporte 1938/39.
Im November 2025 inszenierte Schwesinger gemeinsam mit dem Dramaturgen Lukas Nowak Anna Seghers’ Roman Transit im Werkraum des Berliner Ensembles. In der Inszenierung wirkten u. a. die Schauspieler Paul Zichner und Kathleen Morgeneyer mit.
Im Rahmen des WORX-Programms entwickelte Schwesinger das Stück Sturm auf Berlin, für das sie den Reichsbürger-Prozess gegen die sogenannte Gruppe Reuß verfolgte. Im Verfahren wird 25 Angeklagten die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, die Planung eines gewaltsamen Umsturzes und Hochverrat vorgeworfen. Am Oberlandesgericht Frankfurt am Main entstanden dabei 1.200 Seiten Protokoll, die Schwesinger als Grundlage der Inszenierung nutzte. In dem Stück untersucht sie, was geschieht, wenn der Staat von innen angegriffen wird, und stellt Bezüge zwischen den mutmaßlichen Umsturzplänen der Gruppe Reuß und dem Kapp-Putsch von 1920 her. Für die Bühnenfassung arbeitet sie mit Aussagen aus dem Gerichtssaal, die sie gegeneinanderstellt und bei Verschwörungserzählungen auch unterbrechen oder auseinandernehmen lässt.
Inszenierungen (Auswahl) 2018: Gegen alle Widerstände mit Texten von Peter Weiss, Hannah Arendt und anderen am Schauspiel Frankfurt 2019: Corpus Delicti von Juli Zeh am Schauspiel Frankfurthttps://www.schauspielfrankfurt.de/spielplan/a-z/corpus-delicti/ 2019: Das Feld von Robert Seethaler am Staatstheater Wiesbadenhttps://www.die-deutsche-buehne.de/kritiken/das-ewige-gespraech-der-toten 2020: Niemand ist bei den Kälbern von Alina Herbing an der Burg Hülshoff 2020: Widerhall über die Frankfurter Auschwitzprozesse im studioNAXOShttps://studionaxos.de/widerhall/ 2021: Der Rache nicht – Ein dokumentarischer Audio-Walk im Stadtraum Frankfurt | Produktion: Kollektiv Widerhall & studioNAXOS 2022: Werwolfkommandos – Der Diskurs | Produktion: Kunstfest Weimar 2022: Werwolfkommandos – Die Performance | Produktion: Kunstfest Weimar & Theater Landungsbrücken Frankfurt 2023: Ich, Wunderwerk und how much I love Disturbing Content von Amanda Lasker-Berlin am Theater Bielefeld 2023: un_sicher – Ein Audio-Walk von Jan Deck und Marie Schwesinger im Stadtraum Frankfurt | Produktion: studioNAXOS 2023: LebensWert von Marie Schwesinger am Theater Kiel 2024: Innere Sicherheit von Marie Schwesinger am Theater Landungsbrücken Frankfurt 2024: Rechtsextreme vor Gericht – Prozessbeobachtungen aus Saal 165 C von Marie Schwesinger | Produktion: Deutschlandfunk 2024: Die Laborantin von Ella Road am Theater Kiel 2025: Die Allianz von Sina Ahlers am Theater Bielefeld 2025: Transit nach Anna Seghers am Berliner Ensemble 2026: Sturm auf Berlin über den Reichsbürger-Prozess gegen die sogenannte Gruppe Reuß am Berliner Ensemble; Uraufführung am 7. Mai im Rahmen des WORX-Programms
Gastspiele, Festivaleinladungen und Auszeichnungen 2021: Gegen alle Widerstände am Thalia Theater beim Festival Körber Studio Junge Regiehttps://www.thalia-theater.de/stueck/gegen-alle-widerstaende-2021 2021: Ottilie-Roederstein-Nachwuchstipendium des Landes Hessenhttps://www.hessen.de/Presse/Hessen-foerdert-neun-Kuenstlerinnen-mit-neuen-Ottilie-Roederstein-Stipendien 2022: Gegen alle Widerstände am Theater Bielefeld 2022: Gegen alle Widerstände am Theater Kielhttps://www.theater-kiel.de/schauspiel-kiel/programm/produktion/titel/gegen-alle-widerstaende 2023: Werwolfkommandos am Schauspiel Frankfurt 2024: Werwolfkommandos am Stadttheater Gießen im Rahmen der Hessischen Theatertage 2024: Publikumspreis der Hessischen Theatertage für Werwolfkommandos
Weblinks Homepage von Marie Schwesinger
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1988 Kategorie:Frau