Bruno Reinbacher (* 6. März 1913 in Scheidischken (Scheiden), Landkreis Tilsit-Ragnit/Ostpreußen; † 16. April 1993 in Wiesbaden) war ein deutscher Maler.
Leben Bruno Reinbacher absolvierte von 1934 bis 1936 die Kunst- und Gewerbeschule in Königsberg (Abteilung Gebrauchsgrafik) und studierte anschließend von 1936 bis 1942 an der Kunstakademie Königsberg bei Eduard Bischoff und Alfred Partikel sowie als Meisterschüler von Franz Marten (1898–1970), dessen Assistent er auch war. Infolge des Zweiten Weltkriegs musste er aus Ostpreußen fliehen und war kurzzeitig in Dänemark interniert. Ab 1948 war er in Wiesbaden tätig und war dort Mitbegründer der Gruppe Real, gemeinsam mit den Wiesbadener Malern Franz Theodor Schütt, Karl Buch und Erika Kohlhöfer-Hammesfahr.
Reinbachers Werke wurden in Einzelausstellungen in Königsberg, Nürnberg, München und Wiesbaden sowie im Rahmen von Gruppenausstellungen im In- und Ausland ausgestellt.
Reinbacher war Mitglied im Bundesverband Bildender Künstler, der Künstlergilde Esslingen, des Nassauischen Kunstvereins Wiesbaden und der Gruppe Real Wiesbaden.
Werk Zu Beginn seiner künstlerischen Laufbahn malte er vor allem Landschaftsaquarelle mit Motiven aus der Ostpreußischen Seenlandschaft und der Samlandküste. Er blieb der Landschaftsmalerei auch nach der Übersiedlung nach Wiesbaden treu und malte jetzt auch südliche Landschaften aus Frankreich und dem Mittelmeerraum.
Die Gründung der Gruppe Real und deren sozialkritische Ausrichtung veranlasste eine Veränderung des bisherigen Malstils und Auswahl der Sujets. Der Blick auf soziale Missstände und zeitgenössische Probleme sowie das Phänomen des Alterns, des Verfalls, Tod und die Zerstörung der Umwelt standen jetzt im Mittelpunkt seines Interesses, und seine Bildthemen erinnern an Otto Dix, George Grosz oder Max Beckmann.
Ausstellungen 1942: Kunstakademie Königsberg im Königsberger Schloss 1960–1981: Jährlich wiederkehrende Ausstellungen in der Brunnenkolonnade Wiesbaden 1961: „Schwarz-Weiß 61“, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 1962: Wiesbadener Gemäldegalerie „extra“ Museum Wiesbaden 1964: Graphik, Städtisches Museum Wiesbaden 1964: „Zwei Wiesbadener Gruppen“, Kunstverein Kassel 1965: „Zeitgenössische Kunst in Hessen“, Kunsthalle Darmstadt 1965: „Gegenständliche Kunst der Gegenwart“, Museum Wiesbaden 1967: Universa Haus, Nürnberg 1968: Kabinett i, Wiesbaden 1972: „Fünf Wiesbadener Maler“, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 1972: „Realisten und Surrealisten“, Ostdeutsche Galerie Regensburg 1977: Landschaften, Ostdeutsche Galerie Regensburg 1978: Galerie Atelier ANA, München 1980: Gruppe Real, Pub Wiesbaden 1980: „Wiesbadener Künstler aus 3 Generationen“, Stadthaus Klagenfurt 1983: Kulturamt Wiesbaden, Villa Clementine 1984: Internationale Künstlerbörse, Frankfurt am Main 1985: Gruppe REAL, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden 1986: Haus der Heimat, Wiesbaden 1989: Gruppe Real, Kongresshalle Gießen 1997: Galerie im Verwaltungsgericht Wiesbaden 2014: Gruppe REAL, Nassauischer Kunstverein Wiesbaden
Werke im Öffentlichen Besitz Landeshauptstadt Wiesbaden Hessisches Kultusministerium Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Hessen
Weblinks Bruno Reinbacher bei artfacts.net (englisch) Einzelnachweise
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