Ewald Sasse (* 24. Dezember 1888 in Hagen; † 22. Mai 1970 ebenda)Sasse, Ewald. In: Alfred Bruns (Hrsg.): Die Abgeordneten des Westfalenparlaments 1826–1978. Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster 1978. war Oberbürgermeister und Oberstadtdirektor der Stadt Hagen (CDU).

Leben mini|Ruhestätte von Ewald Sasse auf dem Hagener Remberg-Friedhof Sasse hatte als früheres Zentrumsmitglied dem NS-Regime nach eigenen Angaben distanziert gegenübergestanden und auch formal nie der NSDAP angehört; dennoch bekleidete er zwischen 1933 und 1945 wichtige Führungsfunktionen innerhalb der Kommunalverwaltung, zuletzt als Leiter des städtischen Ernährungs- und Wirtschaftsamts.

Auf Anweisung der US-amerikanischen Militär-Regierung legte Sasse eine Liste mit den Namen derjenigen unbelasteten Personen vor, die von ihm als leitende Beamte für die einzelnen Ämter der neu zu bildenden Stadtverwaltung vorgeschlagen wurden. Am 18. Mai 1945 wurden diese Personen von dem britischen Kreiskommandeur Major Peter Alexander in ihre Ämter eingesetzt und Ewald Sasse kommissarisch zum Hagener Oberbürgermeister ernannt.Hagener Stadtgeschichte „Politik und Gesellschaft nach 1945“.Stadtanzeiger Lokalkompass Hagen – „Major Alexander regiert Hagen“. Die Wahl sei auf ihn gefallen, weil man festgestellt habe, dass er als einziger der für dieses Amt in Frage kommenden leitenden Beamten kein NSDAP-Mitglied gewesen war. Daraufhin übte er das Amt bis Anfang 1946 hauptamtlich aus.Ralf Blank / Stephanie Marra / Gerhard E. Solbach: Hagen – Geschichte einer Großstadt und ihrer Region, Klartext Verlag, Essen 2008, S. 457–460. Zudem wurde er Ende November 1945 zum ersten Oberstadtdirektor der Stadt Hagen gewählt. Da eine Trennung der Ämter von der damaligen Besatzungsmacht gewünscht wurde, entschied sich Sasse für das Amt des Oberstadtdirektors.Westfälische Forschungen, Band 55, 2005 Am 13. Februar 1946 löste ihn deshalb Fritz Steinhoff als Oberbürgermeister ab.

Sasse blieb bis Ende 1954 Oberstadtdirektor und prägte mit Steinhoff in Hagen den Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ewald Sasse war Mitbegründer der Hagener Christlich Demokratischen Union (CDU) und saß 1953/1954 sowie von 1957 bis 1961 für die Stadt Hagen in der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe. Am 26. Oktober 1967 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Hagen ernannt.Hagen Stadtporträt – Ehrenbürger der Stadt Hagen.

Ewald Sasse verstarb im Mai 1970 im Alter von 81 Jahren. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Hagener Remberg-Friedhof.

Einzelnachweise

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