Bei den bayerischen CL Bay 85 handelte es sich um Durchgangswagen für den Lokalbahnverkehr, ursprünglich mit der Gattung BCL, später zum CL umgewidmet. Sie wurden im Wagenstandsverzeichnis der Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen (K.Bay.Sts.B.) von 1897 unter den Blatt-Nr. 305, in dem von 1913 unter der Blatt-Nr. 511 geführt. Die Wagen wurden in zwei Versionen ausgeliefert. Obwohl die Wagen einen offenen Übergang hatten, erhielten sie nicht das Neben-Gattungszeichen „i“, da dieser Übergang nur durch die Personale genutzt werden durfte.
Entwicklung Mit dem größer werdenden Streckennetz an Lokalbahnen (ab 1884 als solche bezeichnet) einher ging der Bedarf an passenden Wagen für den Personenverkehr. Diese Wagen erhielten den Buchstaben „L“ als Gattungsmerkmal. Ab 1880 wurden für diese Verkehre leichte Wagen mit einer äußeren Bretterverschalung beschafft die Einheitliche Abmessungen hatten. Diese Wagen waren für den Militärtransport nicht geeignet.
Beschaffung In einer ersten Serie wurden in dem Zeitraum zwischen 1880 und 1886 insgesamt 232 Wagen der Gattungen BCL, CL, PBL und PPostL beschafft.Konrad: Reisezugwagen der deutschen Länderbahnen, Seite 22 Diese hatten alle einen einheitlichen Grundriss, offene Endplattformen mit einfachen Eisenstangen als Sicherung an den Aufstiegen und nur durch Bügel gesicherte Personalübergänge. Von den Wagen der Gattung BCL nach Blatt-Nr. 511 wurden zwischen 1885 und 1886 insgesamt 18 Wagen beschafft.
Verbleib Im WV von 1913 ist 1 Wagen nicht mehr aufgeführt. Die übrigen Wagen kamen noch zur Reichsbahn. Über den weiteren Verbleib sind keine Daten bekannt. Sie wurde vermutlich in den 1930ern ausgemustert. Mit dem Übergang zur Reichsbahn verloren die Wagen die 2. Klasse wurden zur Gattung CL Bay 85/21. Laut Angabe in der Zusammenstellung der vorhandenen Personenwagen des Reichsbahn-Zentralamtes von 1932 gab es zu diesem Zeitpunkt noch 4 Wagen im Bestandsiehe Heft Kupplung No. 96, Juni 2019, Seite 13.
Konstruktive Merkmale Untergestell Der Rahmen der Wagen war komplett aus Profileisen aufgebaut und genietet. Die äußeren Längsträger hatten Doppel-T-Form mit einer Höhe von 200(?) MillimeternDieses Maß ist nicht exakt aus der Zeichnung ablesbar, sondern wurde im Vergleich mit anderen Wagen-Typen der gleichen Epoche ermittelt.. Die Querträger waren aus U-Profilen und nicht gekröpft. Als Zugeinrichtung hatten die Wagen Schraubenkupplungen nach VDEV. Die Zugstange war durchgehend und mittig gefedert. Als Stoßeinrichtung besaßen die Wagen geschlitzte Korbpuffer mit einer Einbaulänge von 612 Millimetern, die Pufferteller hatten einen Durchmesser von 370 Millimetern. Der konstruktive Aufbau des Untergestells ist der Zeichnung zum Wagen nach Blatt 510 zu entnehmen.
Laufwerk Die Wagen hatten genietete Fachwerkachshalter mit geraden Schenkeln. Gelagert waren die Achsen in Gleitachslagern. Die Tragfedern waren 1.540 mm lang und bestanden aus je 7 Blättern mit den Maßen 76 mm × 13 mm. Die Räder hatten Speichenradkörper der bayerischen Form 37 mit einem Durchmesser von 924 mm.
Die Wagen hatten eine Handspindelbremse, welche sich auf einer der Plattformen am Wagenende befand. Die Bremsen wirkten einseitig nur auf die jeweils zu den Endplattformen weisenden Seiten der Räder. Zusätzlich wurden die Wagen auch mit den zu dieser Zeit bei den Lokalbahnen üblichen Luftsaugbremsen Typ Hardy ausgestattet. Diese fehlte nur an den Wagen 18213 und 18214.
Wagenkasten Der Rahmen des Wagenkastens bestand aus einem hölzernen Ständerwerk. Dies war außen mit Blechen verkleidet während sich auf der Innenseite eine waagerechte Wandverkleidung war. Zwischen der 2. Klasse und der 3. Klasse befand sich eine Zwischenwand mit Drehtür. Das Dach war flach gerundet und ragte nur gering über die Seitenwand über. Es war über die offenen Endplattformen hinausgezogen. Die Wagen besaßen Auftritte in der Bauart der Vollbahnwagen, ein einzelner Wagen – No. 18199 – besaß die klappbaren LokalbahnauftritteEintrag im Wagenstandsverzeichnis von 1913, sie Digitalisat.
Ausstattung Der Wagentyp führte sowohl die 2. als auch 3. Klasse. Er hatte 2 Abteile der 2. Klasse mit 16 Polstersitzen sowie 1½ Abteile der 3. Klasse mit insgesamt 15 Sitzen. Für die beiden Endplattformen waren insgesamt 12 Stehplätze ausgewiesen. Für den Transport von Kleinvieh gab es Unterkästen die zwischen den Rädern an den Längsträgern befestigt waren. Die Beleuchtung erfolgte durch Petroleum-Leuchten. Beheizt wurden die Wagen durch eine durchgehende Dampfheizung. Die Belüftung der Wagen derfolgte durch versenkbare Fenster.
Skizzen, Musterblätter, Fotos
Wagennummern
Blatt-Nr.Herstelld. Gattungszeichen je EpocheWagennummern je Epoche (mit Direktionsangaben) Fahrwerk Ausstattung Zusatzinfos Bau-jahr Her- steller ab1876 ab1893 ab1897 ab1913 DR(ab 1923) DRG(ab 1930) Ausge-mustert letzt.Heimat-Bf. Anz.Ach-sen LüP(mm) Unt.Gest. LA. Brem-sen Bl. Hz. Art u.Anz. Abteile(Sitze je Klasse) Bemerkung Blatt-Nr.aus WV vonGattungP.II/IIIPlan1893P.II/III3051897BCL511I1913BCLCL Bay 85/21CL Bay 85/21(siehe jeweilige Legende)A1.2.3.4.mit insgesamt 12 Stehplätzen auf den Endplattformen188522 29318 11018 19918 19923.650EPlHbrPtr.D2(16)1 ½(15)mit Lokalbahnauftritten22 29418 11118 20018 20022 29518 11218 20118 20122 29618 11318 20218 20222 29718 11418 20318 203188622 41018 11618 20518 20523.650EPlHbrPtr.D2(16)1 ½(15)22 41118 11718 20618 20622 41418 12018 20918 20922 41618 12218 211<191322 41718 12318 21218 21222 41818 12418 21318 213 Blatt-Nr.aus WV vonGattungP.II/IIIPlan1893P.II/III3051897BCL511I1913BCLCL Bay 85/21CL Bay 85/21(siehe jeweilige Legende)A1.2.3.4.ohne Plattformabschluss und ohne Stehplätze auf den Plattformen188622 40918 11518 20418 20423.650EPlHbrPtr.D2(16)1 ½(15)22 41218 11818 20718 20722 41318 11918 20818 20822 41918 12518 21418 21422 42018 12618 21518 21522 56518 12718 21618 216
Anmerkungen
Einzelnachweise
Weblinks Digitalisat des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, Blatt 511 aus dem Wagenstandsverzeichnis von 1913
Literatur
Kategorie:Reisezugwagen (Bayerische Staatseisenbahnen)