mini|Trug die goldene Armbinde des Führenden der BEMER-Riders Tour-Gesamtwertung bereits ab der zweiten Etappe: Patrick Stühlmeyer Die BEMER-Riders Tour 2021/2022 war die 20. Saison der Riders Tour, einer international ausgeschriebenen Turnierserie im Springreiten.

Das Programm der Saison umfasste Wertungsprüfungen auf CSI 2*- und 3*-Turnieren. Organisator der Riders Tour ist eine gleichnamige GmbH, deren Geschäftsführer Paul Schockemöhle ist.DKB-Riders Tour – Impressum, abgerufen am 25. April 2021 Titelsponsor der Serie ist die BEMER Int. AG.

Ablauf der Turnierserie Nachdem die Riders Tour 2020 aufgrund der COVID-19-Pandemie entfallen war, startete auch die Saison 2021/2022 unter besonderen Rahmenbedingungen. Während der noch andauernden COVID-19-Pandemie waren zwar Sportveranstaltungen für professionelle Sportler in Deutschland zugelassen, jedoch nur ohne Zuschauer und unter besonderen Hygienekonzepten. Als Nachwirkung eines großen Ausbruch des Equinen Herpesvirus 1 (EHV-1) im Februar/März 2021, der den Turniersport im März 2021 in Europa völlig zum Erliegen brachte, verlangte die FEI ebenso aufwändige Hygienekonzepte für die Pferde bei den Turnieren.Corona & Herpes: Turnierveranstalter vor großer Herausforderung, eqwo.net, 5. April 2021

Dies führte zu Planungsunsicherheiten, hohen Kosten und fehlenden Einnahmen für die Turniere, bei denen (im Gegensatz vielen Turnieren der Global Champions Tour) die Zuschauereinnahmen ansonsten ein wichtiger Teil der Finanzplanung sind. Unter diesen Bedingungen stellten die Organisatoren der Riders Tour eine Serie von Turnieren zusammen, die sich deutlich von den Riders Touren früherer Jahre unterschied. Vielfach in diesem Jahr nur als CSI 2* ausgeschrieben, waren zwei süddeutsche Turniere neu dabei und erstmals wurden an einem Standort mehr als eine Etappe der Riders Tour ausgetragen.Reitturnier in München erstmals Station der Riders Tour, dpa / Die Zeit, 22. April 2021

Die Ausschreibung der Wertungsprüfungen hingegen blieb konstant: Sie waren jeweils als Springprüfung mit zwei unterschiedlichen Umläufen ausgeschrieben. Aus dem ersten Umlauf wurden die Strafpunkte nicht übernommen, damit entsprach das Prüfungsformat (bis auf die Startreihenfolge im zweiten Umlauf) weitgehend einer Springprüfung mit Siegerrunde. Das beste Viertel der Teilnehmer des ersten Umlaufs qualifizierte sich für den zweiten Umlauf.

Wertungspunkte wurden bei den Wertungsprüfungen wie folgend vergeben:Reglement Homepage 2021/22, abgerufen am 25. April 2021 Platz 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 Punkte 20 17 15 13 11 10 9 8 7 6 5 4 3 2 1

Die Prüfungen Hagen a.T.W. (Horses & Dreams) Das Turnier „Horses & Dreams“ in Hagen am Teutoburger Wald war im Jahr 2021 erst das zweite international ausgeschriebene Springreit-Turnier in Deutschland – nach einem CSI 2* in Luhmühlen/Westergellersen ein Wochenende zuvor. In den Monaten zuvor hatten die deutschen Reiter nur die Möglichkeit gehabt, in auf die Ausrichtung von Turnieren im Wochenrhythmus spezialisierten Reitzentren in den Niederlanden und Belgien oder auf Frühjahres-Turnierserien auf der iberischen Halbinsel Weltranglistenpunkte zu sammeln.

Der Große Preis des vom 21. bis 25. April 2021 durchgeführten Turniers stand am Schlusstag ab 12:45 Uhr auf dem Programm. Der Parcoursbauer stand vor der Herausforderung, die Hindernisse aufgrund der CSI 2*-Ausschreibung nur bis 1,45 Meter Höhe bauen zu können. Dabei musste er einen Kurs für ein Teilnehmerfeld bauen, welches viele Reiter umfasste, die ansonsten auf höherem Niveau starten. Zeitgleich hatten die Pferde, die nicht zuvor in Südeuropa am Start waren, in diesem Jahr kaum Startmöglichkeiten bei Freiluftturnieren sammeln können. Die erlaubte Zeit des Springkurses des ersten Umlaufs war äußerst eng gesteckt, so dass es zu einer Vielzahl von Zeitfehlern und zu Flüchtigkeitsfehlern aufgrund des erhöhten Reittempos kam. Acht Reiter kamen mit ihren Pferden ohne Fehler in das Ziel. Für den zweiten Umlauf qualifizierten sich ein Paar mit einem Zeitstrafpunkt und die vier schnellsten Teilnehmer mit vier Strafpunkten.

Als zweiter Starter im zweiten Umlauf setzte Christopher Kläsener mit seinem Westfalenwallach Classic Man V die Konkurrenz mit einem schnellen fehlerfreien Ritt in 43,41 Sekunden unter Druck. Vier weitere Starter kamen ohne Fehler und mit einer weniger als eine Sekunde langsameren Zeit dicht an Kläsener heran, doch er blieb lange in Führung. Erst ganz zum Ende des zweiten Umlaufs kam es zum Führungswechsel: Patrick Stühlmeyer und Varihoka du Temple, die schon mehrfach für Deutschland in Nationenpreisen am Start waren, konnten Kläseners Zeit um drei Hundertstelsekunden unterbieten. Als letztes Paar des zweiten Umlauf gelang es dem ebenfalls mit viel Erfahrung auf Topniveau ausgestatteten Paar Maurice Tebbel und Don Diarado sich den Sieg zu sichern.Ergebnis Großer Preis des CSI 2* Horses & Dreams 2021

ReiterPferd1. Umlauf2. UmlaufWertungs-punkteStrafpunkteZeit (s)StrafpunkteZeit (s)1 Don Diarado 0 - 0 42,96 202 Varihoka du Temple 0 - 0 43,38 173 Classic Man V 4 - 0 43,41 15 (Plätze eins bis drei von insgesamt 50 Teilnehmern)

Redefin Zum zweiten Mal war das Pferdefestival Redefin Teil der Riders Tour. Ohne Zuschauer und daher mit verringertem Preisgeld als CSI 2* ausgeschrieben, fand das Turnier vom 7. bis 9. Mai 2021 in Redefin statt. Die Springprüfungen fanden auf dem Reitplatz vor dem Portal der Reithalle des Landgestütes Redefin statt.

Eine der Hauptschwierigkeiten des ersten Umlaufs im Großen Preis war die zweifache Kombination, direkt gefolgt von einem Steilsprung mit einer blauen Wellenplanke als oberstem Hindernisteil. Die Hindernishöhen des Springkurses ging bis zu den für einen CSI 2* maximal zulässigen 1,45 Meter, die erlaubte Zeit war großzügig bemessen und spielte daher keine große Rolle.Redefin: Vogel distanziert Thieme um Wimpernschlag, Meldung auf ndr.de mit Aufzeichnung der NDR-Übertragung des Großen Preis in Redefin (58 Min), 9. Mai 2021 12 der 49 Starter blieben im ersten Umlauf ohne Fehler, so dass Ebba Johansson als einzige Teilnehmerin mit ausschließlich einem Zeitstrafpunkt auch in den zweiten Umlauf einzog.

Im zweiten Umlauf gelang dem zweiten Starterpaar die erste fehlerfreie Runde: Patrick Stühlmeyer, der zwei Tage zuvor mit seinem Spitzenpferd Varihoka du Temple in Prag einen Nationenpreis bestritten hatte, kam in Redefin mit der Stute Carmina in 39,66 Sekunden in das Ziel. Der Bereich von 38 / 39 Sekunden benötigter Zeit erwies sich in Folge für viele als erreichbar: Simon Heineke reihte sich fehlerfrei mit 39,71 Sekunden direkt hinter Stühlmeyer ein, Tim Rieskamp-Goedeking übernahm mit dem westfälischen Hengst Coldplay 38,65 Sekunden die Führung. Das fünfte Starterpaar brachte erneut einen Führungswechsel: André Thieme bestritt mit seiner Stute Chakaria in Redefin ihr erstes Turnier nach dem Sieg im Great American $1 Million Grand Prix in Ocala im März. Beide bestritten die leichteren Anforderungen des Großen Preises von Redefin ohne große Mühen und zeigten im Stechen ein deutlich höheres Tempo als die bisherigen Starter. Fehlerfrei in 37,04 Sekunden kamen Thieme und Chakaria in das Ziel.

Sieben weitere Paare folgten vor dem letzten Starter, überwiegend fehlerfrei oder mit einem Springfehler in 38- / 39-Sekunden-Zeiten. Als letztes Starterpaar gingen die Sieger der Hauptprüfung des Vortages in den zweiten Umlauf: Richard Vogel, der zu den aufsteigenden Talenten des Jahres 2020 zählte (Mai 2020: Platz 793 der Weltrangliste, Mai 2021: Platz 187 der Weltrangliste), war hier mit Never Walk Alone am Start. Der Wallach, den Vogel Ende 2020 von seinem Stallkollegen David Will übernommen hatte, hatte 2019 den King Georges V Gold Cup bei der CSIO 5* Royal International Horse Show gewonnen. Vogel und Never Walk Alone konnten im zweiten Umlauf als einzige mit dem Tempo von André Thieme mithalten. Sie durchritten die Ziellinie ohne Fehler in genau 37 Sekunden und damit vier Hundertstelsekunden schneller als Thieme, was ihnen den Sieg brachte.Redefin: Richard Vogel im Höhenflug, André Thieme wird Zweiter im Großen Preis der Riders Tour, Pressemitteilung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, 9. Mai 2021Ergebnis Großer Preis des CSI 2* Pferdefestival Redefin 2021

ReiterPferd1. Umlauf2. UmlaufWertungs-punkteStrafpunkteZeit (s)StrafpunkteZeit (s)1 Never Walk Alone 0 - 0 37,00 202 Chakaria 0 - 0 37,04 173 L'Esperance 0 - 0 38,15 15 (Plätze eins bis drei von insgesamt 49 Teilnehmern)

München-Riem Das in München-Riem ausgerichtete Reitturnier Pferd International München war im Jahr 2021 erstmals Teil der Riders Tour. Bisher stets am Himmelfahrtswochenende parallel zur Riders Tour-Etappe von Hamburg ausgetragen, fanden die Springprüfungen 2021 zwei Wochen später statt. Durch die Beschränkungen der COVID-19-Pandemie und den Nachwirkungen des EHV-1-Ausbruchs wäre es nicht möglich gewesen, das umfangreiche Sportprogramm der Pferd International München an einem Termin durchzuführen. Daher fanden am Himmelfahrtswochenende nur die Dressurwettbewerbe statt, eine Woche später die Wettbewerbe der Para-Dressur und vom 27. bis 30. Mai 2021 die Springreitwettbewerbe.Pferd International findet statt, Alina Götz / Süddeutsche Zeitung, 26. April 2021

Die Prüfungen des CSI 2*-Turniers fanden auf dem baumbestandenen Hufeisenplatz statt, welcher neben dem Reitstadion Riem gelegen ist. Im ersten Umlauf des Großen Preises blieben 13 Reiter mit ihren Pferden fehlerfrei – was genau dem besten Viertel des Starterfeldes entsprach, welches im zweiten Umlauf startberechtigt ist. Früh im zweiten Umlauf setzte sich Maximilian Schmid mit dem 10-jährigen Wallach Guardiola an die Spitze der Rangierung. Das Paar blieb fehlerfrei und benötigte hierfür 50,51 Sekunden. Drei Schweizer Reiter in Folge kamen dicht an das Ergebnis von Schmid heran: Mathias Schibli und Adrian Schmid waren fehlerfrei und etwa ein bis zwei Sekunden langsamer und kamen damit zwischenzeitlich auf die Plätze zwei und drei. Pius Schwizer und sein Wallach Balou Rubin bewiesen ihre Erfahrung auch bei deutlich schwierigeren Prüfungen und kamen als erste mit einer Zeit von unter 50 Sekunden in das Ziel. Ein Hindernisfehler ließ ihn die Prüfung auf Platz sieben beenden.

Frederic Tillmann, der in der Riders-Tour-Etappe von Redefin auf Rang fünf gekommen war, ritt in München im Großen Preis den Oldenburger Wallach By Balou. Mit diesem blieb er ohne Fehler und war sechs Hundertstelsekunden schneller als Mathias Schibli, somit war Tillmann zunächst Zweiter. Simone Blum trat bei ihrem „Heimspiel“ (ihr Vater Jürgen Blum ist Veranstalter des Turniers) mit dem Schimmelwallach Cool Hill an. Blum benötigte wie Pius Schwizer weniger als 50 Sekunden für den Springkurs. Doch ihr gelang es dabei strafpunktfrei zu bleiben, so dass sie die Führung übernahm. Als letzten Reiter schien der Sieger der Qualifikationsprüfung zum Großen Preis, Tobias Bachl, noch Chancen auf ein Topergebnis zu haben. Seine Zeit hätte ihm den dritten Platz eingebracht, doch am letzten Hindernis fiel eine Stange. Damit stand der erste Sieg in einem internationalen Großen Preis im Jahr 2021 für Simone Blum fest.Ergebnis Großer Preis des CSI 2* Pferd International München 2021 Auch wenn es nur zum zweiten Platz reichte, war es auch für Maximilian Schmid ein großer Erfolg. Schmid letzter großer Erfolg in der Riders Tour liegt fünf Jahre zurück, als er mit Chacon die Riders Tour-Etappe von München, damals noch beim Hallenturnier Munich Indoors ausgetragen, gewann.

ReiterPferd1. Umlauf2. UmlaufWertungs-punkteStrafpunkteZeit (s)StrafpunkteZeit (s)1 DSP Cool Hill 0 - 0 49,94 202 Guardiola - N 0 - 0 50,51 173 By Balou 0 - 0 51,10 15 (Plätze eins bis drei von insgesamt 49 Teilnehmern)

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