mini|hochkant|N. Karasin Nikolai Nikolajewitsch Karasin (, wiss. Transliteration ; geb. 1842 im Gouvernement Charkow; gest. 1908 in Gattschina) war ein kaiserlich-russischer Offizier, Maler, Schriftsteller und Illustrator. Vielen ist er durch seine großen Schlachten- und Landschaftsmalereien und exotischen Motive im Gedächtnis, die meist das zentralasiatische Leben aus der orthodox-monarchischen und patriotischen Position zeichnen, insbesondere die militärischen Angriffe der russischen Armee in Turkestan. Karasin wurde als „Russlands Kipling“ bezeichnet.

Biografie mini|Falknerei (Gemälde von Karasin) Karasin wurde in eine prominente Familie geboren. Sein Großvater WassiliWassili Nasarowitsch Karasin (1773–1842) war eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens und Gründer der Universität Charkow, der andere Großvater Iwan Iwanowitsch Golikow ein bekannter russischer Historiker, und sein Vater Nikolai soll der Erfinder u. a. einer neuen Art des Räucherns von Fleisch gewesen sein.

Karasin besuchte ab 1862 die Moskauer Kadettenschule, von 1865 bis 1867 studierte er auch an der Kunstakademie in St. Petersburg.

In den Jahren 1862–1871 war er im Militärdienst in Polen und nahm als Soldat auch an der Niederschlagung des gegen die russische Teilungsmacht gerichteten Januaraufstandes 1863/1864 teil. Später nahm er 1874 in Zentralasien an der wissenschaftlichen Amu-Darya-ExpeditionMaterials teil.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst (1871) hatte er damit angefangen, sich der literarischen und künstlerischen Tätigkeit zu widmen.

1877 nahm er als Korrespondent-Illustrator am Russisch-Türkischen Krieg teil, woraufhin er den Orden des Heiligen Wladimir sowie ein Goldenes Schwert für seine großen Verdienste erhielt. Von 1885 bis 1886 reiste Karasin nach Indien, später auch nach Ägypten, Italien und in die Schweiz und an andere Orte.

Er bereiste viele exotische Schauplätze und erlangte gleichermaßen durch seine Malerei, seine Schriften (als Autor von 6 Romanen, vielen Novellen, Kurzgeschichten, Kriegskorrespondenz - er illustrierte seine Werke selbst) sowie durch seine Illustrationen Berühmtheit, wobei ihm vorgeworfen wurde, mehr nach Effekt und Unterhaltung als nach künstlerischer und ethnographischer Wahrheit zu streben."В своих литературных произведениях Каразин больше стремится к эффектности и занимательности, чем к художественной и этнографической правде." (rulex.ru: Каразин Николай Николаевич)

In seinen späten Jahren wurde N. N. Karasin zum Mitglied der Akademie der Künste gewählt.

Bis zum Ende seines Lebens brach Karasin die Verbindung zu militärischen Kreisen nicht ab. Er starb 1908 in Gattschina und wurde auf dem Sankt Petersburger Nikolaus-Friedhof begraben.

Maler mini|Grabstein auf dem Nikolaus-Friedhof des Alexander-Newski-Klosters in St. Petersburg Während des Serbisch-Türkischen Krieges und des Russisch-Türkischen Krieges von 1877–78 war Karasin Kriegsberichterstatter und Illustrator. Als Kriegsberichterstatter-Illustrator waren seine Feder-, Bleistift- und Aquarellskizzen aus dem Leben gestaltet und gaben ein lebendiges Bild vom Marsch- und Gefechtsleben der russischen Truppen im Einsatzgebiet auf dem Balkan. Diese Illustrationen wurden auch in den besten ausländischen Ausgaben veröffentlicht und brachten Karasin Ruhm ein.

Schlachtenmaler In den 1880er Jahren wurde Karasin auf kaiserlichen Befehl nach Turkestan geschickt, um Skizzen für die Gemälde zu zeichnen, die er zu den Themen des russischen Feldzugs nach Chiwa und Buchara anfertigen sollte. Das Ergebnis dieser Dienstreise war die Schaffung von sieben großen Schlachtengemälden durch Karasin:

«Взятие Ташкента» / Die Einnahme von Taschkent «Вступление русских войск в Самарканд 8 июня 1868 г.» (ГРМ) / Der Einzug der russischen Truppen in Samarkand am 8. Juni 1868 (Staatliches Puschkin-Museum) «Взятие Махрама» / Schlacht von Machram (unter dem Kommando von Skobelew und Kaufmann, Kokand-Feldzug (1875–1876)) «Хивинский поход 1873 года. Переход Туркестанского отряда через мёртвые пески к колодцам Адам-Крылган» (ГРМ) / Der Chiwa-Feldzug im Jahr 1873. Der Durchgang der turkestanischen Truppe durch den toten Sand zu den Brunnen von Adam-Krylgan (Staatliches Russisches Museum) «Первое появление русских войск на Аму-Дарье. Переправа Туркестанского отряда у Шейх-арыка» / Erstes Auftauchen der russischen Truppen am Amu-Darja-Fluss. Die Überquerung des turkestanischen Trupps bei Sheikh-Aryk «Битва при Зерабулаке» / Die Schlacht von Serabulakruss. Сражение на Зерабулакских высотах / Schlacht um die Serabulak (Zerabulak)-Höhen «Текинская экспедиция 1881 года. Штурм Геок-Тепе» (ГРМ) / Die Teke-Expedition im Jahr 1881. Die Erstürmung von Geok Teperuss. Ахал-текинская экспедиция / Akhal-Teke-Expedition / engl. Battle of Geok Tepe (Staatliches Russisches Museum)

Zeichner und Vignettenmaler Gleichzeitig mit seinem Auftreten im literarischen Bereich trat er als Zeichner und Vignettenmaler an die Öffentlichkeit. Karasin machte sich seinen berühmten Namen nicht durch großformatige Schlachtengemälde auf Leinwand. Als ein von Natur aus nervöser, lebhafter, beweglicher und stets aktiver Typ, malte er große Bilder in Öl, die lange und sorgfältige Arbeit erfordern, nicht gerne. Seinen Ruhm als erster russischer Aquarellist und bester Zeichner-Illustrator verdiente er sich durch seine unzähligen Arbeiten in Aquarell, Bleistift und Feder. Mit einer reichen schöpferischen Phantasie und großem künstlerischen Geschmack zeichnete sich Karasin durch die ungewöhnliche Geschwindigkeit und Leichtigkeit seiner Arbeit aus. Seine Arbeitsleistung und Produktivität waren erstaunlich. Karasin schuf seinen eigenen unverwechselbaren Stil in der Aquarellmalerei. Seine Gemälde und Zeichnungen sind sofort zu erkennen: starke Lichteffekte, helle Kontraste, einige besondere düstere Farbgebungen, große Komposition und endlose Phantasie. Karasin porträtierte Pferde mit großer Kunstfertigkeit, wobei nur Swertschkow mit ihm konkurrieren konnte.

Im Jahr 1900 erschien im Ogonjok (Огонёк - der Wochenbeilage der Zeitung „Birschewyje wedomosti“ Биржевым ведомостям / Börsennachrichten) der Artikel Neue russische Karten (Новыя русскія карты) mit einem Bild von Spielkarten, herausgegeben von der Kaiserlichen Kartenfabrik.russ. Императорская Карточная фабрика / Kaiserliche Kartenfabrik. – Die Kaiserliche Kartenfabrik war eine Produktionsorganisation der Einrichtungen der Kaiserin Maria-Institutionen (russ. Ведомство учреждений императрицы Марии) in St. Petersburg, die seit 1819 die Herstellung von Spielkarten monopolisierte. Dieses Kartendeck wurde von Karasin gezeichnet und in Russland unter dem Namen Wysschij sort (Высшій сортъ) verkauft.Российское карточное общество / Russische Kartengesellschaft

Schriftsteller Nach seinem Ausscheiden aus dem Militärdienst schrieb Karasin eine große Anzahl von ethnographischen und abenteuerlichen Erzählungen und sechs Romane mit den Titeln: В пороховом дыму / Im Rauch des Schießpulvers (1886); В камышах / Im Schilf (1879); Варвара Лепко и ее семья / Warwara Lepko und ihre Familie (1879); Тигрица / Tigerin (1876); От Оренбурга до Ташкента / Von Orenburg nach Taschkent (1886); Хивинский поход / Der Chiwa-Feldzug (1882).

Zu seinen besten Werken zählt das russischsprachige Literaturlexikon Kurze literarische Enzyklopädie (russ. Kratkaja literaturnaja enziklopedija; Abk. KLE): Тигрица / Die Tigerin (1876, Roman); На далеких окраинах / An fernen Grenzen (1875, Roman); С севера на юг / Von Norden nach Süden (1875, eine Geschichte für Kinder, Roman) und Андрон Голован / Andron Golowan (1882, Roman). Das KLE sieht die Originalität von Karasins Büchern

Große Popularität erlangte Karasin mit seinem Kinderbuch Von Norden nach Süden – Erinnerungen eines alten Kranichs,vgl. Oleg Zinger, Fritz Mierau: Moskau, Berlin, Paris: Das Leben eines Malers. 1995, S. 123 (books.google.de). über einen Kranich, der von den Ostaschkower Sümpfen (an der Wolga) zum oberen Nil wandert, illustriert mit wunderschönen Bildern.

Einer der größten Romane von Karasin – Im Pulverrauch (В пороховом дыму) – ist dem Krieg um die Unabhängigkeit Serbiens gewidmet. Später wurde Karasin vor allem als Maler berühmt.

Illustrator mini|Vorderseite von Karasins Buch Von Norden nach Süden (1899)

Karasin illustrierte auch zahlreiche Bücher und er zeichnete für Postkarten. Er beteiligte sich insbesondere an der Illustration und Gestaltung des Krönungsalbums von Alexander III. aus dem Jahr 1883.[Krönungsalbum]. Description du Sacre et du Couronnement de leurs Majestés Impériales l'Empereur de Toutes les Russies Alexandre III et l'Imperatrice Marie Feodorovna en l'année 1883. St Petersburg. Expédition pour la Confection des Papiers de l'Etat, 1883 online / Digitalisat. - In diesem berühmten Krönungsalbum von Alexander III. (zu den Krönungsfeierlichkeiten am 15. Mai 1883) wurden die Zeremonien und Ereignisse in der Moskauer Mariä-Entschlafens-Kathedrale usw. von den besten Künstlern der Zeit gezeichnet. Diese Gedenkschrift wurde nur für die kaiserliche Familie und ausländische Würdenträger gedruckt, die daran teilnahmen. (Siehe Shapero Rare Books (London, Vereinigtes Königreich), abgerufen am 24. April.) - Zu den Künstlern, vgl. worldcat.org: Stepan Fjodorowitsch Alexandrowskij; Nikolai Antonowitsch Bogdanow; Nikolai Konstantinowitsch Brese; Je. Gogenfelden; Alexander Konstantinowitsch Grigorjew, N. N. Karasin; Iwan Nikolajewitsch Kramskoi; Iwan Kusmitsch Makarow; Konstantin Jegorowitsch Makowskij; Nikolai Jegorowitsch Makowskij; Wladimir Jegorowitsch Makowskij, M. Moller, Wassili Dmitrijewitsch Polenow, Mykola Samokysch, Konstantin Apollonowitsch Sawizkij, Georgi Nikolajewitsch Skamoni (1835–1907); K. Schissel, Nikolai Jewstafjewitsch Simakow, Alexander Petrowitsch Sokolow, Wassili Iwanowitsch Surikow, Wiktor Michailowitsch Wasnezow, Wassili Petrowitsch Wereschtschagin. Außerdem lieferte er die Illustrationen zu der von Esper Esperowitsch Uchtomski / Esper Esperowitsch Uchtomski, wiss. Transliteration - vgl. Oukhtomsky, Prince E(sper) E(sperovitch): Voyage en Orient de son Altesse Impériale le Césarevitch. Grèce – Egypte – Inde. 1890–1891. [et] Indo-Chine, Chine-Japon, Sibérie. Traduction de Louis Léger. Préface de Anatole Leroy-Beaulieu. Paris, Charles Delagrave 1893/1898. 2 Bände (mit ganzseitigen Illustrationen von N. N. Karasin) Digitalisat. – Als Zarewitsch (Thronfolger) begab sich der spätere letzte Kaiser bzw. Zar Nikolaus II. (1868–1918) des Russischen Reiches in Begleitung seines Bruders Georgi und seines Cousins Georg von Griechenland an Bord der Panzerfregatte Pamjat Asowa auf eine mehrmonatige Weltreise. Diese führte u. a. über den Suezkanal, Indien, Ceylon, Bangkok, Singapur und Java im Frühjahr 1891 in das Kaiserreich Japan. Am 23. Mai schließlich wurde das russische Wladiwostok erreicht, wo Nikolaus im Namen seines Vaters der feierlichen Grundsteinlegung der Transsibirischen Eisenbahn beiwohnte. herausgegebenen Orientreise Seiner kaiserlichen Hoheit des Grossfürsten-Thronfolgers Nikolaus Alexandrowitsch von Russland, 1890–1891Siehe auch Digitalisat der deutschen Ausgabe (Band 1) mit ihren Stationen Griechenland – Ägypten – Indien und Indo-China, China-Japan, Sibirien.

Unter Karasins Herausgeberschaft und mit seinen Illustrationen versehen erschienen zwei Ausgaben von Der Chancellor von Jules Verne (1875 und 1876); er gestaltete Bücher von N. W. Gogol, D. W. Grigorowitsch, F. M. Dostojewski, N. A. Nekrassow, A. S. Puschkin, L. N. Tolstoi, I. S. Turgenew und vielen anderen.

Im Jahr 1902 beteiligte er sich als Illustrator am Megaprojekt des Baus der Moskauer Metro.

Kritik Sein produktives Schaffen illustriert gleichzeitig anschaulich den russischen Imperialismus, die koloniale und lokale Gesellschaft sowie die Selbstidentität der Russen als Kolonisatoren und Europäer.Siehe die Besprechung des Buches von Elena Andreeva durch Jeff Sahadeo (Associate Professor, Carleton University, Canada). (Buchhandelslink)