Wilhelm Emil Robert Carl Maempel (* 29. August 1859 in SondershausenKirchenamtsangabe in Fürstlich Schwarzb. Regierungs- und Intelligenz-Blatt vom 12. November 1859, S. 519.; † 6. Juli 1924 ebenda) war ein deutscher Richter und Politiker.

Leben Maempel war der jüngste Sohn des Landrats Bernhard Maempel (1816–1870) und dessen Ehefrau Emilie Karoline genannt Lina geb. Hülsemann (1819–1878). Er war evangelisch-lutherischer Konfession und heiratete am 7. April 1900 (standesamtlich)/8. April 1900 (kirchlich) in Kassel Hilda Christine Aloyse Petri (* 30. September 1872 in Wiesbaden).Verlobungsanzeige in Der Deutsche. Sondershäuser Tageblatt 1899 Nr. 241. Die Ehefrau war deutschkatholischer Konfession und die jüngste Tochter des Richters und Abgeordneten Wilhelm Petri. Theodor Bauer war sein Schwager; Julius Hülsemann und Wilhelm Hülsemann waren Brüder der Mutter.

Maempel besuchte das Gymnasium in Sondershausen und, ab 1874, in Arnstadt. Sein Onkel Julius fungierte als Vormund. Nach dem Abitur 1879Verzeichnis der Arnstädter Abiturienten S. 22. studierte er Jura in Göttingen.ab Mai 1879, mit Angabe: „V: Oberbürgermeister Rat Hülsemann, Arnstadt“ (Die Matrikel der Georg-August-Universität zu Göttingen 1837–1900. 1974, S. 494). Nach dem Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger setzte er das Studium in Heidelberg und Leipzig fort und legte nach dem Referendariat am 16. Juni 1888 die Große Juristische Staatsprüfung („ausreichend“) ab. Danach war er zunächst Gerichtsassessor in Erfurt und trat dann in Schwarzburg-Sondershausener Dienste. Er wurde im Januar 1892 Amtsrichter am Amtsgericht GehrenRegierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen vom 28. Januar 1892, S. 45. (ab 1898 mit dem Titel eines Amtsgerichtsrats) und am 1. April 1900 Amtsgerichtsrat am Amtsgericht Arnstadt. Zum April 1904 wurde er zum Landgerichtsrat am Landgericht Erfurt auf die durch Schwarzburg-Sondershausen zu besetzende Stelle befördert. Am 14. Oktober 1921 wurde er dort Landgerichtsdirektor und gleichzeitig Vorsitzender der Strafkammer sowie der Kammer für Handelssachen in Sondershausen.Der Deutsche. Thüringer Tageblatt 1921 Nr. 241. Nach langwieriger Krankheit trat er zum 1. Juni 1924 in den Ruhestand;Verabschiedung in Der Deutsche. Thüringer Tageblatt 1924 Nr. 128. fünf Wochen später starb er.Nachruf und Todesanzeigen in Der Deutsche. Thüringer Tageblatt 1924 Nr. 157.

Vom 14. Juni 1899 bis zum 29. März 1904 war er Abgeordneter im Landtag des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen. Vom 3. Februar bis zum 29. März 1904 war er dort Parlamentspräsident.

Auszeichnungen Geheimer Justizrat (1918) Fürstliches Ehrenkreuz III. Klasse (1901), dazu Eichenbruch (1916)Der Deutsche. Zeitung für Thüringen und den Harz 1901 Nr. 183 und 1916 Nr. 95.

Literatur Jochen Lengemann: Landtag und Gebietsvertretung von Schwarzburg-Sondershausen 1843–1923. Biographisches Handbuch (= Parlamente in Thüringen 1809–1952. Bd. 3). G. Fischer, Jena u. a. 1998, ISBN 3-437-35368-3, S. 226–227.

Nachweise

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