__KEIN_INHALTSVERZEICHNIS__ mini|Alte Synagoge in Emmendingen (vor 1938) (Foto: Landesarchiv Baden-Württemberg) mini|Der Innenraum mit Toraschrein, Parochet, Ner Tamid und Bima. (Foto: Landesarchiv Baden-Württemberg) Die Alte Synagoge in Emmendingen, einer Stadt im Landkreis Emmendingen in Baden-Württemberg, wurde 1823 errichtet. Die Synagoge stand auf dem heutigen Schlossplatz, damals Kirchstraße 13.
Geschichte Für die wachsende Mitgliederzahl der Jüdischen Gemeinde Emmendingen wurde die erste Synagoge (ein 1763 umgebautes Fachwerkhaus in der Kirchstraße 11) nach wenigen Jahrzehnten zu klein. Im Jahr 1823 konnte nach Plänen von Christoph Arnold nahe der bisherigen Synagoge ein neuer Synagogenbau errichtet werden, der später mit dem Schlossgebäude architektonisch verbunden wurde.
Im Jahr 1869 wurde die Synagoge auf dem heutigen Schlossplatz (Kirchstr 13) erstmals renoviert, vergrößert und mit einem Festakt neu eingeweiht. Nach Plänen des Freiburger Architekten Arthur Levi wurde sie 1923 umgebaut und um einen westlichen Portalsanbau mit Rundbogen und Säulen erweitert, wie sie auch das daran anschließende alte Verbindungsgebäude besaß.Geschichte der Stadt Emmendingen. Band 2: Vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis 1945. Herausgegeben im Auftrag der Stadt Emmendingen von Hans-Jörg Jenne und Gerhard A. Auer, Emmendingen 2011, S. 677 ff.
Am Morgen des 10. November 1938 wurde die Synagoge im Zuge der Novemberpogrome 1938 von örtlicher SA und Emmendinger Bürgern verwüstet, in Brand gesteckt und noch am selben Tag gesprengt. Inventar, Kultgegenstände und Bücher waren zuvor auf den Schlosshof geworfen und verbrannt worden. Auch das vormalige Synagogengebäude in der Kirchstraße 11, seit 1823 das Gemeindehaus der israelitischen Gemeinde, wurde an diesem Tag geplündert und verwüstet. Die Enttrümmerung und „Verwertung“ der baulichen Relikte der gesprengten Synagoge wurde von städtischen Arbeitern und einer Emmendinger Bauunternehmung durchgeführt.Geschichte der Stadt Emmendingen. Band 2: Vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis 1945. Herausgegeben im Auftrag der Stadt Emmendingen von Hans-Jörg Jenne und Gerhard A. Auer, Emmendingen 2011, hier von Gerhard A. Auer: Die Zerstörung der Synagoge am 10. November 1938 und zur juristischen Aufarbeitung im Rahmen der Synagogenbrandprozesse S. 492–503; 682.
In den Jahren 1968, 1988 und 1999 wurden an dem als Parkplatz genutzten Standort der Synagoge auf dem Schlossplatz Gedenktafeln angebracht. Seit der Umgestaltung des Platzes im Jahr 1994 sind die Umrisse der zerstörten Synagoge markiert.
Siehe auch Liste der im Deutschen Reich von 1933 bis 1945 zerstörten Synagogen
Literatur Geschichte der Stadt Emmendingen. Band 2: Vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis 1945. Herausgegeben im Auftrag der Stadt Emmendingen von Hans-Jörg Jenne und Gerhard A. Auer, Emmendingen 2011. Klaus-Dieter Alicke: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum. Band 1: Aach – Groß-Bieberau. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-579-08077-2 (Online-Ausgabe). Joachim Hahn und Jürgen Krüger: Synagogen in Baden-Württemberg. Band 2: Joachim Hahn: Orte und Einrichtungen. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1843-5, S. 106–108 (Gedenkbuch der Synagogen in Deutschland. Band 4).
Weblinks
Synagoge in Emmendingen bei Alemannia Judaica (mit vielen Fotos)
Einzelnachweise
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