Der Verband der Bergbauindustriearbeiter Deutschlands wurde 1889 als Verband zur Förderung und Wahrung bergmännischer Interessen in Rheinland und Westfalen gegründet und vielfach umbenannt. Die freie Gewerkschaft organisierte Bergleute im Deutschen Kaiserreich und in der Weimarer Republik (siehe auch Deutsche Bergarbeitergewerkschaften). Da er älter war als der fünf Jahre später gegründete Gewerkverein christlicher Bergarbeiter, nannten die Bergleute, denen der offizielle Name zu lang war, den Verband durchweg „Alter Verband“.
Geschichte Im großen Bergarbeiterstreik von 1889 war die Notwendigkeit einer gewerkschaftlichen Vertretung der Ruhrbergarbeiter deutlich geworden. Die Gewerkschaft wurde am 18. August 1889 bei einem Treffen in Dorstfeld gegründet, um Bergleute im Rheinland und in Westfalen zu vertreten.Bundesarchiv: Bestandsbeschreibung zum Bestand RY 28: Verband Deutscher Bergbauindustriearbeiter, 2001, abgerufen am 20. Juni 2025.Fritz Husemann. Art Verband der Bergbauindustriearbeiter Deutschlands. In: Ludwig Heyde (Hrsg.): Internationales Handwörterbuch des Gewerkschaftswesens, Band 2: Kober – Zwiedineck. Verlag Werk und Wirtschaft, Berlin 1932, S. 1834–1835 (Digitalisat der Friedrich-Ebert-Stiftung). Bis zum folgenden Jahr wurde die Tätigkeit auf ganz Deutschland ausgedehnt. Im Lauf der Jahre hatte der Verband folgend Namen: 1889–1889: Verband zur Förderung und Wahrung bergmännischer Interessen in Rheinland und Westfalen 1889–1890: Verband rheinisch westfälischer Bergleute 1890–1892: Verband Deutscher Bergleute 1892–1901: Verband deutscher Berg- und Hüttenleute 1901–1904: Deutscher Bergarbeiter-Verband 1904–1905: Verband deutscher Bergarbeiter 1905–1929: Verband der Bergarbeiter Deutschlands 1929–1933: Verband der Bergbauindustriearbeiter Deutschlands
Die Gewerkschaft war Mitglied in der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands und dem Nachfolger Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund. International war die Gewerkschaft Mitglied beim Internationalen Bergarbeiterverband.
Am 2. Mai 1933 wurde die Gewerkschaft von den Nationalsozialisten zerschlagen. SA-Mitglieder hatten zuvor die Hauptzentrale des Verbandes in Bochum besetzt und verwüstet.Detlev Peukert: Ruhrarbeiter gegen den Faschismus. Dokumentation über den Widerstand im Ruhrgebiet, 1933–1945. Roederberg-Verlag, Frankfurt am Main 1976, ISBN 3-87682-026-X, S. 44.
Nachfolger nach dem Zweiten Weltkrieg waren in Ostdeutschland die Industriegewerkschaft Bergbau sowie im Westen die Gewerkschaft IG Bergbau, die 1997 in der heutigen IG Bergbau, Chemie, Energie aufging.
Vorsitzende 1889–1895: Fritz Bunte 1895–1901: Heinrich Möller 1902–1919: Hermann Sachse 1919–1933: Fritz Husemann
Literatur Wolfgang Köllmann (Hrsg.), unter Mitarbeit von Albin Gladen: Der Bergarbeiterstreik von 1889 und die Gründung des „Alten Verbandes“ in ausgewählten Dokumenten der Zeit. Herausgegeben im Auftrag der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie. Berg-Verlag, Bochum 1969.
Anmerkungen
Kategorie:Ehemalige Gewerkschaft (Deutschland) Kategorie:Gewerkschaft (Weimarer Republik) Kategorie:Verbandsgründung 1889 Kategorie:Aufgelöst 1933 Kategorie:Berufsverband (Bauwesen) Kategorie:Organisation (Bochum) Kategorie:Geschichte (Bochum) Kategorie:Historische Organisation (Nordrhein-Westfalen) Kategorie:Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund