mini|Porträt des griechischen Künstlers Georgios Wlachopulos Georgios Wlachopulos (teils auch: Georgios Wlachopoulos ) (* 30. November 1939 in Mandra, Ortsteil von Avdira, Griechenland; † 27. März 2024 in ElsterwerdaKünstler stirbt im Alter von 84 Jahren In: LR-Online, 28. März 2024) war ein in Deutschland lebender griechischer Maler und Grafiker. Der Künstler schuf zahlreiche Wandbilder an öffentlichen Gebäuden in der einstigen DDR, von denen einige mitsamt der Gebäude nach der Wende abgerissen wurden.

Leben mini|Das Wohnhaus des Künstlers in Kotschka (2023) Georgios Wlachopulos wurde im nordostgriechischen Mandra geboren. Während der Bürgerkriegswirren im Norden Griechenlands um 1949 musste seine Mutter mit ihren drei Kindern nach Bulgarien fliehen. Sein Vater kam kurz darauf ums Leben, er kämpfte als Partisan in Nordgriechenland. 1950 wurden Georgios Wlachopulos und sein Bruder ohne Schwester und Mutter zusammen mit ca. 1.000 anderen Kindern aus Griechenland (Griechenlandkinder) in die DDR gebracht. Die beiden kamen mit vielen anderen griechischen Kindern nach Radebeul in ein Kinderheim. Nach einer Lehre als Chemiefacharbeiter von 1955 bis 1957 und vorübergehender Arbeit in seinem Beruf studierte er von 1958 bis 1963 bei Gerhard Kurt Müller an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. 1963 ließ er sich als freischaffender Künstler der DDR im Ortsteil Kotschka der südbrandenburgischen Kleinstadt Elsterwerda nieder. Hier war er aktives Mitglied der örtlichen Kunstszene und als 1980 in Elsterwerda die Kleine Galerie „Hans Nadler“ eröffnet wurde, war er einer der ersten Künstler, welche hier ihre Arbeiten repräsentieren durften.Archiv der Ausstellungen in der Kleinen Galerie "Hans Nadler", Heimatverein Elsterwerda, abgerufen: 21. Februar 2023 Befreundet war er hier unter anderem mit dem Übersetzer Wolfgang Günther.

Nach der Wende arbeitete er unter anderem einige Jahre in Berlin und Glücksburg, bevor es ihn schließlich ins nordfriesische Hattstedt an der Nordsee zog, wo er auch ein Atelier unterhielt.„Nach der Wende hatten wir eine neue Welt.“ auf www.nordfriesen.info, abgerufen: 22. Februar 2023

Mitgliedschaften

Bis 1990 Verband Bildender Künstler der DDR Brandenburgischer Verband Bildender Künstlerinnen & Künstler e. V.

Rezeption „In seinen (Farb-) Holzschnitten, Radierungen und ihren Kombinationen mit anderen Techniken – wie Zinkätzungen und Aquatinten entwickelt er eine Formsprache, die sich in gegenständlich verknappten, expressiv gesteigerten Sinnbildern äußert.“

Klaus HammerKlaus Hammer: Georgios Wlachopulos. In: Bildende Kunst, Berlin, 1985, S. 509

Werkbeispiele mini|Das Wandbild „Lebensfreude“ am alten Standort. mini|Das Wandbild in der 2010 abgerissenen Schwimmhalle von Bad Liebenwerda Malerei Das Zimmer (1965, Öl) Landschaft bei Athen (1971, Aquarell)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 5/1982, S. 233

Druckgrafik

Spreewald (Zyklus von Radierungen), abgerufen am 19. April 2021.. Im Weltraum (1967, Radierung)

Umarmung (1974, Metallätzung) Auf der Baustelle (1978, Zinkätzung, 50 × 65 cm)Bildende Kunst, Berlin, 1985, S. 507 (Abbildung) Gruß an L. (1983, Holzschnitt, Zinkätzung, 27 × 23 cm)Bildende Kunst, Berlin, 1985, S. 509 (Abbildung)

Architekturbezogene Werke Wandbild in Schwarzheide am Synthesewerk Wandbild in Berlin-Hellersdorf Schwimmen (1972; Wandgestaltung, Kachelmosaik, 3,40 × 14,00 m; technische Ausführung durch den VEB Plattenwerk Max Dietel, Meißen; Bad Liebenwerda, Innenraum der neu erbauten Schwimmhalle; 2010 abgerissen)Ruth Pape, Erika Neumann (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 6, Ergänzung; Deutsche Bauakademie, Berlin, 1974, S. 174 Spremberger Wandbild aus Emailleplatten 1975. Lausitzer Rundschau, 24. Oktober 2009, abgerufen am 19. April 2021. Lebensfreude, Mosaik aus Meißener Spaltkeramik-Platten 6 × 12 m an der ehemaligen 5. Mittelschule in Weisswasser (Kulturdenkmal Nr. 08975146), 1981 Lausitzer Rundschau, 8. Dezember 2011, abgerufen am 19. April 2021 (mit Fotos des Kunstwerks). Translozierung zum ehemaligen „Puck“, 2020, abgerufen am 19. April 2021. Cottbus-Schmellwitz: „Wandbild Sorbische Folklore, Kohle und Energie“ (Wohnblock „Zuschka“, 1991)„Wandbild Sorbische Folklore, Kohle und Energie“, www.kuladig.de (Kultur. Landschaft. Digital.), abgerufen am 18. Mai 2024

Buchillustrationen Georg Christoph Lichtenberg: Aphorismen. Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig 1961 Lucianus Samosatensis: Verkauf von Philosophentypen. Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig 1963 Margarete Neumann: Blätter. Gedichte. Aufbau-Verlag, Berlin 1977

Ausstellungen (unvollständig) mini|Die Kleine Galerie „Hans Nadler“ in Elsterwerda mini|Die Kleine Galerie „Hans Nadler“ im Dezember 2021 zum Zeitpunkt einer Ausstellung von Georgios Wlachopulos Personalausstellungen

1979: Neubrandenburg, Galerie im Friedländer Tor (Grafik und Malerei) 1980: Elsterwerda, Kleine Galerie „Hans Nadler“ (Grafik)Archiv der Ausstellungen in der Kleinen Galerie "Hans Nadler", Heimatverein Elsterwerda, abgerufen: 21. Februar 2023 1982: Elsterwerda, Kleine Galerie „Hans Nadler“ (Malerei)Archiv der Ausstellungen in der Kleinen Galerie "Hans Nadler", Heimatverein Elsterwerda, abgerufen: 21. Februar 2023 1983: Elsterwerda, Kleine Galerie „Hans Nadler“ (Georgios Wlachopulos und Laienkünstler)Archiv der Ausstellungen in der Kleinen Galerie "Hans Nadler", Heimatverein Elsterwerda, abgerufen: 21. Februar 2023 1984: Cottbus, Galerie Carl Blechen (Zinkografien) 1988: Elsterwerda, Kleine Galerie „Hans Nadler“ (Grafik)Archiv der Ausstellungen in der Kleinen Galerie "Hans Nadler", Heimatverein Elsterwerda, abgerufen: 21. Februar 2023 1989: Elsterwerda, Kleine Galerie „Hans Nadler“ (Grafik)Archiv der Ausstellungen in der Kleinen Galerie "Hans Nadler", Heimatverein Elsterwerda, abgerufen: 21. Februar 2023 1996: Schwarzheide, Galerie der BASF Schwarzheide GmbH (mit Maja Herold) 1999: Elsterwerda, Kleine Galerie „Hans Nadler“ (Malerei und Kunst am Bau)Archiv der Ausstellungen in der Kleinen Galerie "Hans Nadler", Heimatverein Elsterwerda, abgerufen: 21. Februar 2023 2009: Elsterwerda, Kleine Galerie „Hans Nadler“, „Rückblick“ (Malerei, Grafik)Archiv der Ausstellungen in der Kleinen Galerie "Hans Nadler", Heimatverein Elsterwerda, abgerufen: 22. Februar 2023 2021: Elsterwerda, Kleine Galerie „Hans Nadler“, „Rückblick 2“ (Malerei, Grafik)Archiv der Ausstellungen in der Kleinen Galerie "Hans Nadler", Heimatverein Elsterwerda, abgerufen: 22. Februar 2023 postum 2025: Senftenberg, Museum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz (mit Dieter Claußnitzer und Dietrich Lusici)

Ausstellungsbeteiligungen

1967/1968 und 1977/1978: Dresden, VI. Deutsche Kunstausstellung und VIII. Kunstausstellung der DDR 1969, 1974, 1979 und 1984: Cottbus, Bezirkskunstausstellungen 1969 und 1977: Leipzig („Kunst und Sport“) 1974: Berlin („Grafik in der DDR“) 1975: Schwerin, Staatliches Museum („Farbige Grafik in der DDR“) 1976: Karl-Marx-Stadt, Städtische Museen („Jugend und Jugendobjekte im Sozialismus“) 1979: Berlin, Altes Museum („Jugend in der Kunst“) 1982: Cottbus, Kunstsammlung Cottbus („Aspekte Cottbuser Kunst“) 1986: Cottbus, Staatliche Kunstsammlungen („Bekenntnis und Tat“) 2008: Elsterwerda, Kleine Galerie „Hans Nadler“ (Sonderausstellung Aktmalerei. 6. Historische Einkaufsnacht.)Archiv der Ausstellungen in der Kleinen Galerie "Hans Nadler", Heimatverein Elsterwerda, abgerufen: 21. Februar 2023

Literatur

Klaus Hammer: Georgios Wlachopulos. In: Bildende Kunst, Berlin, 1985, S. 506–509 Thomas Zunkel: Georgios Wlachopulos. Druckgrafik, Collagen. Kreismuseum Schloss Senftenberg.1989 Wlachopulos, Georgios. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 1041

Weblinks

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Einzelnachweise

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