Indiana Jones und das Rad des Schicksals (Originaltitel: Indiana Jones and the Dial of Destiny) ist ein Abenteuerfilm von James Mangold aus dem Jahr 2023 und der fünfte Teil der Indiana-Jones-Filmreihe. In der Hauptrolle als Professor Henry „Indiana“ Jones jr. ist erneut Harrison Ford zu sehen. Das Werk wurde im Sommer 2021 gedreht und am 18. Mai 2023 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes uraufgeführt. Der Film startete am 29. Juni 2023 in der deutschsprachigen EU und kam am darauffolgenden Tag in die US-amerikanischen Kinos. Von der Kritik wurde Das Rad des Schicksals zum Kinostart gemischt aufgenommen. Englischsprachige Rezensenten bewerteten den Film mehrheitlich als schwächsten Teil der Indiana-Jones-Reihe.

Handlung Der Archäologe Dr. Henry „Indiana“ Jones jr. und sein Kollege Basil Shaw aus Oxford werden im Jahr 1944 bei der Jagd nach der Lanze des Longinus von den Nationalsozialisten festgenommen. Shaw wird in einem Zug abtransportiert, mit dem die Nazis um den Astrophysiker Dr. Jürgen Voller geraubte archäologische Schätze vor den heranrückenden alliierten Verbänden in Sicherheit bringen wollen, während Jones vor Ort hingerichtet werden soll. Als er gerade erhängt werden soll, schlägt eine Fliegerbombe ein, woraufhin Jones die Flucht gelingt. Im Zug stellt Voller fest, dass die im Besitz der Nazis befindliche Lanze eine Fälschung ist, wird jedoch auf den Mechanismus von Antikythera aufmerksam, eine Art mechanische Uhr, die vom altgriechischen Mathematiker Archimedes gebaut wurde und mit der man natürlich auftretende Raum-Zeit-Übergänge aufspüren könne. Parallel verfolgt und entert Jones den Zug, überwältigt Teile der an Bord befindlichen Nazis und rettet Shaw, wobei sie Voller die Antikythera abnehmen. Von einer Brücke, die die Alliierten zerstören, stürzen die beiden Forscher schließlich in einen Fluss.

Im August 1969 lebt Jones getrennt von seiner Frau Marion Ravenwood in New York, nachdem sein Sohn Mutt als Soldat im Vietnamkrieg ums Leben gekommen ist. Als Professor hält er seine letzte Vorlesung vor gelangweilten Studenten am Hunter College, bevor er in den Ruhestand verabschiedet wird. Dabei begegnet er seiner Patentochter Helena Shaw – die Tochter seines inzwischen verstorbenen Kollegen Basil Shaw –, die ihn auf das Antikythera-Artefakt anspricht. Jones erzählt ihr, dass dieses von Archimedes angesichts seiner immensen Kräfte in zwei Teile gebrochen wurde und dass ihr Vater vom Mechanismus besessen war. Als die beiden das erste Teilstück aus dem Lager des College holen, werden sie von Handlangern Vollers angegriffen, der jetzt als „Dr. Schmidt“ für die NASA arbeitet. Helena entkommt mit dem Teilstück; Jones gelingt es, seine Verfolger in einer Parade, mit der der Erfolg der Apollo-11-Mission gefeiert wird, abzuschütteln. Auf dem Rückweg zu seiner Wohnung trifft er seinen alten Freund Sallah, der inzwischen in die USA eingewandert ist und als Taxifahrer arbeitet.

Mithilfe von durch Sallah erhaltenen Informationen reist Jones nach Tanger. Dort versucht Helena gerade, ihr Teilstück des Mechanismus auf einer privaten Auktion in einem Hotel zu verkaufen. Als Jones sie dabei unterbricht, treffen auch Voller und seine Männer ein und bringen das Artefakt in ihren Besitz. Jones flieht mit Helena und ihrem jungen Begleiter Teddy Kumar in einer Autorikscha vor den anderen Gangstern und verfolgt seinerseits Voller in einer wilden Jagd, kann ihn aber nicht einholen. Jones überzeugt Helena davon, dass sie zusammenarbeiten und Voller bei der Suche nach dem verlorenen Teilstück des Mechanismus zuvorkommen müssen.

Sie reisen weiter nach Griechenland. Dort bekommen sie Hilfe vom Tiefseetaucher Renaldo, mit dem Jones befreundet ist. Im abgerissenen, bisher unerforschten Teil des Schiffswracks, in dessen erster Hälfte bereits das erste Teilstück der Antikythera entdeckt wurde, finden sie den Grafikos, eine antike Wachstafel, die Informationen zum Verbleib des Rests des Mechanismus enthält. Als sie wieder auftauchen, wurde das Boot bereits von Voller und seinen Leuten in ihre Gewalt gebracht. Voller tötet Renaldo, um die Übersetzung des Grafikos zu erzwingen, nachdem Jones sich geweigert hat zu kooperieren. Helena übernimmt die Übersetzung, lockt Voller damit aber auf eine falsche Fährte nach Alexandria. Sie sprengt das Schiff und entkommt mit Jones und Teddy auf Vollers Boot. Dabei erkennt Jones, dass der wirkliche Grafikos eine goldene Scheibe ist, die in der Wachstafel versteckt war.

Der Grafikos führt sie nach Syrakus, wo Teddy von Vollers Leuten – die dem Boot heimlich gefolgt waren – entführt wird. Jones und Helena klettern in eine als „Ohr des Dionysios“ bekannte Höhle. Dort finden sie tief im Inneren der Höhle schließlich das Grab des Archimedes. In den Händen des Skelettes von Archimedes liegt die gesuchte zweite Hälfte der Antikythera; seltsamerweise wird das Handgelenk von einer modernen Armbanduhr umschlossen. Daraus schließen sie, dass es sich bei der Antikythera um eine Art Zeitmaschine handelt. Allerdings taucht Voller samt Schergen kurz danach auf, doch Helena und Teddy gelingt in einem Moment der Unachtsamkeit die Flucht. Jones hingegen wird angeschossen und gefangen genommen.

In einem Flugzeug der deutschen Luftwaffe, das einer Heinkel 111 ähnelt, verrät Voller seinen Plan: Mit der zusammengesetzten Antikythera will er eine Zeitreise ins Jahr 1939 durchführen, um den Lauf der Geschichte zu ändern: Er will Adolf Hitler am Prinzregentenplatz töten, dessen Amt als Führer übernehmen und den Nazis zum Sieg über die Alliierten verhelfen. Helena schafft es, in das Flugzeug zu klettern, während Teddy ihnen in einem anderen Flieger folgt. Der gefesselte Jones erkennt, dass Voller die Kontinentaldrift nicht berücksichtigt hat und so von der Antikythera ungenaue Koordinaten des Raum-Zeit-Überganges erhält. Deshalb spuckt das Portal die Flugzeuge nicht im Jahr 1939 aus, sondern in einer völlig anderen Zeit, nämlich bei der Belagerung von Syrakus (214–212 v. Chr.). Während das Flugzeug von den antiken Kriegsparteien mit Katapulten von Schiffen aus abgeschossen wird und Voller und seine Handlanger sterben, landen Jones und Helena mit einem Fallschirm im antiken Syrakus. Dort begegnen sie Archimedes persönlich, der dem verstorbenen Voller zuvor die Armbanduhr abnahm, wodurch sich die Uhr in Archimedes Grabmal erklärt. Auch stellt sich heraus, dass nicht die Kontinentaldrift verantwortlich war, sondern dass der Mechanismus so konzipiert wurde, dass jeder Nutzer zum Zeitpunkt der Belagerung gelangt, um bei der Verteidigung der Stadt helfen zu können. Jones ist so begeistert, dass er dort in der Antike bleiben möchte. Helena sieht einerseits dadurch jedoch einen zu großen Einfluss auf die Geschichte und erkennt andererseits, dass er aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung dort sterben könnte. Obwohl Jones sie darum bittet, ohne ihn zurückkehren, schlägt sie ihn mit einem Faustschlag KO, befördert ihn ins Flugzeug und zurück ins Jahr 1969.

In seiner Wohnung in New York wacht Jones noch verletzt, aber einigermaßen gesund auf. Dort trifft er nicht nur Helena, Teddy sowie Sallah und dessen Enkel, sondern auch wider Erwarten Marion. Die beiden versöhnen sich und erinnern sich an gemeinsame Erlebnisse. Zum Schluss greift eine Hand – impliziert wird Jones selbst – wieder nach dessen Hut.

Produktion Hintergrund Kurze Zeit nach der Veröffentlichung von Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008) schlug der Produzent George Lucas vor, einen neuen Indiana-Jones-Film mit Shia LaBeoufs Figur Mutt aus dem vierten Teil der Reihe als Protagonist umzusetzen. Indiana Jones sollte hierbei eine ähnliche Rolle einnehmen wie einst sein Vater in Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, gespielt von Sean Connery. Diese Idee wurde jedoch wieder verworfen. Nach der Übernahme von Lucasfilm durch Disney erwarb der Konzern im Dezember 2013 die Rechte an der Marke Indiana Jones und somit auch für kommende Fortsetzungen. Nachdem die Idee eines fünften Indiana-Jones-Films jahrelang im Raum gestanden hatte, gab die Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy im Mai 2015 schließlich bekannt, dass eine Fortsetzung der Reihe erscheinen werde.

Am 15. März 2016 verkündete Disney, dass am 19. Juli 2019 unter der Regie von Steven Spielberg der fünfte Indiana-Jones-Film erscheinen solle. Im Zuge dessen wurde auch die erneute Teilnahme Harrison Fords in seiner Paraderolle bestätigt. Für das Drehbuch wurde David Koepp verpflichtet. Neben Kathleen Kennedy und Frank Marshall als Produzenten kehrte auch George Lucas als ausführender Produzent für das Projekt zurück. Steven Spielberg, der bereits in den ersten vier Indiana-Jones-Filmen Regie geführt hatte, war zunächst auch wieder als Regisseur des neuen Films vorgesehen. Dieser gab nach der Bekanntgabe des Projekts an, die Arbeiten an Indiana Jones 5 aufzunehmen, sobald er seinen Film Ready Player One (2018) fertig gestellt habe.

Obwohl das Drehbuch spätestens im September 2017 vollendet war, wurde im Juni 2018 berichtet, dass sich die Dreharbeiten, die eigentlich im April 2019 starten sollten, verzögern würden, da noch nicht alle Verantwortlichen mit dem Drehbuch zufrieden seien.Indiana Jones 5 Filming to Start in April 2019. In: comingsoon.net, 19. März 2018. Abgerufen am 5. November 2019. Jon Kasdan, der gemeinsam mit seinem Vater Lawrence Kasdan zuvor das Drehbuch für Solo: A Star Wars Story (2018) für Lucasfilm verfasst hatte, ersetzte daraufhin David Koepp als Drehbuchautor. Kurz darauf wurde der Starttermin, der inzwischen für Juni 2020 angesetzt war, auf den 9. Juli 2021 verschoben.Brent Lang: ‘Indiana Jones 5’ Will Miss 2020 Release Date (EXCLUSIVE). In: Variety, 28. Juni 2018. Abgerufen am 5. November 2019. Im Mai 2019 hingegen wurde Kasdan, kurz nachdem dieser den ersten Drehbuchentwurf fertig gestellt hatte, durch den US-amerikanischen Drehbuchautor Dan Fogelman ersetzt, und auch David Koepp schloss sich dem Autorenteam erneut an. Die Dreharbeiten sollten ursprünglich im April 2020 beginnen.Indiana Jones 5 to Reportedly Start Filming in 2020, abgerufen am 3. Januar 2020. Kurz vor dem eigentlichen Drehbeginn verließ Steven Spielberg das Projekt jedoch als Regisseur und wurde durch James Mangold ersetzt. Spielberg begründete seine Entscheidung damit, er wolle „Platz machen für eine neue Generation, die ihre Perspektive der Geschichte einbringen soll“, verblieb jedoch als ausführender Produzent.

Im April 2020 wurde der Film schließlich erneut aufgrund der COVID-19-Pandemie auf den 29. Juli 2022 verschoben. Einen Monat später bestätigte der Produzent Frank Marshall den Beginn der Arbeit an dem neuen Drehbuch, das nun komplett von Jonathan Kasdan verfasst werden soll. Im Juni bestätigte der bisherige Drehbuchautor David Koepp, dass er nicht mehr am Projekt beteiligt sei. James Mangold selbst soll sowohl einige Ideen für Handlungselemente des Films gegeben als auch stellenweise am Drehbuch mitgewirkt haben. Später wurde bekannt gegeben, dass neben Mangold auch John-Henry Butterworth und Jez Butterworth am finalen Drehbuch gearbeitet haben.

Dreharbeiten Die Dreharbeiten begannen Anfang Juni 2021 in den Pinewood Studios nahe London. Im September und Oktober 2021 fanden Außendreharbeiten u. a. am Ohr des Dionysos (Syrakus, Sizilien) und am Kastell von Castellammare del Golfo und am Tempel von Segesta (Trapani, Sizilien) statt.

Besetzung mini|267x267px|James Mangold, Regisseur von Indiana Jones 5