mini|hochkant=1.6|Zugang Süd zum Dokumentations- und Lernort Bückeberg mini|hochkant=1.6|Zugang Nord zum Gelände Der Dokumentations- und Lernort Bückeberg ist ein Gedenk- und Lernort auf dem Reichserntedankfestgelände in Niedersachsen. Auf dem etwa 18 Hektar großen Areal, das am Hang des Bückeberges südlich von Hameln und oberhalb des Emmerthaler Ortsteils Hagenohsen liegt, fand von 1933 bis 1937 jährlich das Reichserntedankfest statt. Träger der Einrichtung ist die „Dokumentations- und Lernort Bückeberg gemeinnützige GmbH“. Die Eröffnung des seit 2016 geplanten Gedenk- und Lernortes erfolgte 2022.

Beschreibung Träger des Dokumentations- und Lernortes ist die 2018 gegründete „Dokumentations- und Lernort Bückeberg gemeinnützige GmbH“, als deren Geschäftsführer der Hamelner Historiker Alexander Remmel berufen wurdeJoachim Zieseniß: Kreis-Finanzausschuss: Mehrheitsgruppe stimmt Bückeberg-Plänen zu in: Dewezet vom 28. Februar 2018, dem 2024 der Historiker Jan Waitzmann folgte.Alexander Henke: Emmerthal: Neuer Geschäftsführer für Dokumentations- und Lernort Bückeberg bei radio aktiv vom 1. Dezember 2023

Der Dokumentations- und Lernort ist ein „historisch-topografisches Informationssystem“ mit einem rund 1,3 Kilometer langen Wegesystem über das frühere Gelände der Reichserntedankfeste.Wettbewerb Dokumentation Bückeberg | 1. Preis Es handelt sich um ein niederschwelliges Angebot ohne Gebäude und größere Bodenbewegungen, bei dem gemähte Graswege über das Gelände zu sechs Inseln mit Informationstafeln führen. in: Dewezet vom 19. Februar 2018 Am Standort der früheren Rednertribüne im unteren Geländebereich auf einem heutigen Feld wurde eine Gehölzpflanzung vorgenommen, die den Standort der einstigen Rednertribüne erkennbar macht. Im entgegengesetzten oberen Geländebereich wurde über die noch vorhandenen Betonfundamente der damaligen Ehrentribüne ein begehbarer Steg errichtet.

Eine ständige Ausstellung über die Hintergründe der Reichserntedankfeste ist im fünf Kilometer entfernten Museum für Landtechnik und Landarbeit in Börry geplant, wo ein Gebäude für rund 400.000 Euro umgebaut werden soll.Gedenkort Bückeberg wird gebaut – aber anders bei ndr.de vom 30. November 2018

Das Ziel des Dokumentations- und Lernortes besteht darin, die Propagandamechanismen des NS-Regimes aufzuzeigen. Der Ort zeigt, wie Menschen zu Unterstützern eines Unrechtsregimes werden konnten. Die rekonstruktionsfreie Ausgestaltung des Geländes dient der Sichtbarmachung der gigantischen Ausmaße der Reichserntedankfeste.Bauliche Maßnahmen zur Ausgestaltung des Geländes zum Dokumentations- und Lernort

Entstehung Das Gelände der Reichserntedankfeste blieb seit der letzten Veranstaltung im Jahr 1937 weitgehend ungenutzt und war kaum Veränderungen unterworfen. 2001 beantragte der Hamelner Historiker Bernhard Gelderblom, das Areal wegen seiner historischen Bedeutung unter Denkmalschutz stellen zu lassen. 2002 wies die Gemeinde Emmerthal das frühere Festgelände als Wohngebiet aus und plante, es bebauen zu lassen. 2011 erfolgte die Unterschutzstellung durch die Ausweisung als Kulturdenkmal. 2013 stand das Gelände im Mittelpunkt des Tags des offenen Denkmals in Niedersachsen.Bernhard Gelderblom: Die Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg. 80 Jahre Bückeberg. Auf Geschichte-Hameln.de An dem Tag wurde in Hameln der 15-minütige Dokumentarfilm Der Bückeberg – ein unbequemes DenkmalFilmprojekt Der Bückeberg – ein unbequemes Denkmal. Auf YouTube.com. uraufgeführt, den Studierende der Europa-Universität Viadrina im Juni 2013 vor Ort gedreht hatten. Noch 2013 kam es zu einem Workshop über den weiteren Umgang mit dem Gelände als historischer Ort von nationaler Bedeutung.Tagungsbericht 19.–20. September 2013: „Zustand: unbeschrieben“. Der Bückeberg bei Hameln – Ort der Reichserntedankfeste 1933 bis 1937/38 Bei H / SOZ / KULT Im Ergebnis vereinbarten die beteiligten Historiker, Denkmalpfleger, Gedenkstättenmitarbeiter, Landschaftsarchitekten und Vertreter der betroffenen Kommunen einen Masterplan für den Bückeberg. Er sollte als zentraler Ort der Aufklärung über den Nationalsozialismus etabliert werden. Das museale Konzept sah eine Vermittlung ohne Rekonstruktion von Anlagen und ohne die Schaffung eines Dokumentationszentrums am Ort vor.

2016 2016 führte der Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln e. V. unter der Bezeichnung „Dokumentation Bückeberg“ ein zweijähriges Projekt zur Vorbereitung einer Dokumentationsstätte durch.Bückeberg als Lernort – Skepsis weicht in: Dewezet vom 10. Februar 2017 Unter der Leitung des Hamelner Historikers Bernhard Gelderblom erarbeiteten zwei weitere Historiker in Abstimmung mit der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten ein Dokumentations- und Bildungskonzept.Wolfhard F. Truchseß: Der Bückeberg soll „Lernort“ werden in Dewezet vom 27. September 2016 Es umfasste die Erschließung des ehemaligen Festgeländes und dessen Infrastruktur, die Konzeptionierung einer Dauerausstellung, den Aufbau einer archivalischen Sammlung sowie die Auswahl eines geeigneten Ortes für eine Dokumentationstätte. Die Finanzierung des Projektes mit einem Etat von fast 140.000 EuroChristian Branahl, Frank Henke: in: Dewezet vom 26. Januar 2018 erfolgte unter anderem durch die Sparkasse Hameln-Weserbergland, die VGH-Stiftung und die Deister- und Weserzeitung. Geschichtslehrer aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont wollten den Dokumentations- und Lernort Bückeberg als außerschulischen Lernort nutzen.

Nachdem im Jahr 2016 ein Gestaltungswettbewerb für einen Dokumentations- und Lernort am Bückeberg ausgeschrieben wurdeNS-Feierstätte als Ort des Lernens in: Dewezet vom 29. Dezember 2015, wählte eine Jury unter Vorsitz des damaligen Landrats Tjark Bartels 2017 den Entwurf eines „historisch-topografisches Informationssystem“ aus.

2018 mini|Fachforum in Hameln zur Erinnerungskultur zum Bückeberg, 2018

2018 führte der Landkreis Hameln-Pyrmont ein Fachforum zur Erinnerungskultur zum Bückeberg durchPhilipp Killmann: Bückeberg: Experten und Einwohner diskutieren auf Augenhöhe in: Dewezet vom 23. Februar 2018, an dem neben Bürgern auch Vertreter aus Politik, Bildung, Kultur und Verwaltung teilnahmen.Philipp Killmann: Fachforum zum Thema Bückeberg in: Dewezet vom 13. Februar 2018

Die Entscheidung über die Realisierung des Dokumentations- und Lernortes traf der Kreistag des Landkreises Hameln-Pyrmont in einer Sitzung im März 2018.Bückeberg: Grünes Licht für NS-Dokumentationsstätte bei ndr.de vom 13. März 2018 in: Dewezet vom 13. März 2018 Danach wurde der ausgewählte Gestaltungsentwurf im Kreishaus in Hameln öffentlich präsentiert.Philipp Killmann: Ausstellung zu Bückeberg-Plänen im Kreishaus. in: Dewezet vom 1. Februar 2018 Seine Umsetzung, die auch die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten unterstützte Pressemitteilung der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, 2. Februar 2018 (pdf), war ursprünglich ab dem Jahr 2018 vorgesehen.Frank Henke: „Propaganda“ in großen Buchstaben in: Dewezet vom 24. August 2017

Der Niedersächsische Landtag beriet am 19. April 2018 über die Errichtung eines Dokumentations- und Lernortes am Bückeberg in Emmerthal. Nach kontroverser Debatte stimmte er mehrheitlich einem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zuEntschließungsantrag Bündnis 90/Die Grünen: Landtagsdrucksache 18/645 vom 10. April 2018 (pdf), dass sich der Bund und das Land Niedersachsen finanziell an dem Projekt beteiligen mögen. Während die Fraktionen von SPD und FDP den Antrag der Grünen unterstützten, gab sich die Fraktion der CDU „distanziert bis ablehnend; die AfD polterte gegen das Geschichtsprojekt“.Thomas Thimm: Bückeberg-Debatte: Barbara Otte-Kinast unter Druck in: Dewezet vom 20. April 2018 Die AfD-Fraktion im Landtag lehnte eine Gedenkstätte ab und befürwortete nach einer Besichtigung des Geländes im Juli 2018 zwei Informationstafeln als ausreichend.Streit um den Bückeberg: AfD lehnt Gedenkstätte am früheren NS-Tatort ab Ausgabe 125/2018 vom 3. Juli 2018 in Rundblick – Politikjournal für Niedersachsen

Nach der Behandlung des Themas im Niedersächsischen Landtag besuchten verschiedene Landes- und Bundespolitiker von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, AfD und CDU den Bückeberg, um sich vor Ort über den geplanten Dokumentations- und Lernort zu informieren.Christian Branahl: Bund gibt 725.000 Euro für das Bückeberg-Projekt in: Dewezet vom 27. Juni 2018

Wegen der bundesweiten Bedeutung des Geländes der früheren Reichserntedankfeste befasste sich auf Antrag von SPD-Abgeordneten im Juni 2018 der Bundestag mit der finanziellen Förderung eines Dokumentations- und Lernortes am BückebergChristian Branahl: Bundespolitik blickt auf den Bückeberg in Dewezet vom 9. Mai 2018 und stellte 725.000 Euro aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung.Bund gibt 725.000 Euro für das Bückeberg-Projekt in: Dewezet vom 27. Juni 2018

2021 und 2022 mini|hochkant=1.3| Informationstafeln und Besuchersteg auf der früheren Ehrentribüne, 2022

Da auch nach der Entscheidung zur Realisierung des Dokumentations- und Lernortes 2018 das Vorhaben innerhalb der Kommunalpolitik und in Teilen der Bevölkerung umstritten blieb, wurde ein vom damaligen Landrat Tjark Bartels als Kompromiss überarbeitetes KonzeptKompromiss zur Errichtung des Dokumentations- und Lernortes Bückeberg (pdf) 2021 umgesetzt. in Dewezet vom 24. November 2021 Danach wurde das Areal von der oberen Seite erschlossen, um Anwohner am Bückeberg weniger zu belasten und den Ort vor Anreiseverkehr zu schützen.Nach Widerstand von Anwohnern: Kompromiss für Bückeberg-Gedenkstätte. in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 30. November 2018 Im oberen Bereich mit den ehemaligen Ehrentribünen sind Projekte, wie „Grünes Klassenzimmer“ und „Grundrechtepfad“, möglich. Dort wurde für Besucher eine Sanitäranlage errichtet.Christian Branahl: in: Dewezet vom 30. November 2018

Die Arbeiten zur Schaffung des Dokumentations- und Lernortes am Bückeberg begannen Anfang 2021.Christian Branahl: Früherer NS-Festplatz: Am Bückeberg starten im Mai die Arbeiten in Dewezet, 24. April 2021Kai Tippenhauer: bei neue Woche.com vom 25. Mai 2021 Bis dahin gab es kein Schild, das auf die frühere Nutzung des weitläufigen Geländes als Veranstaltungsort der Reichserntedankfeste hingewiesen hätte. Ende 2021 waren die Baumaßnahmen für den Dokumentations- und Lernort beendet und Besucher konnten ihn aufsuchen.Bückeberg: Lernort zur NS-Vergangenheit eröffnet bei ndr.de vom 25. November 2021Wo Hitler Bad in der Menge nahm: Bückeberg wird zum Lernort in Die Zeit vom 24. November 2021 Die offizielle Eröffnung erfolgte Mitte 2022.Christian Branahl: Bückeberg mit bundesweiter Bedeutung: Mechanismen der NS-Zeit besser verstehen in Dewezet vom 15. Juli 2022

2025 Der Dokumentations- und Lernort Bückeberg schloss sich 2025 einer neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft von sieben Dokumentations- und Lernorten in Deutschland an. Die Arbeitsgemeinschaft will den Dialog zum Umgang mit nationalsozialistischen Herrschafts- und Volksgemeinschaftsorten als Stätten der NS-Herrschaft fördern. Ihr gehören die Dokumentation Obersalzberg, die NS-Ordensburg Vogelsang, die „Kraft durch Freude“-Anlage Prora, die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg, die Führerschule der Deutschen Ärzteschaft in Alt-Rehse und das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg an.Ute Ziegeler: Emmerthal: Dokumentations- und Lernorte gründen Arbeitsgemeinschaft bei radio aktiv vom 3. April 2025

Auszeichnungen 2021 zeichnete die Wüstenrot Stiftung die Einrichtung in ihrem Wettbewerb Orte für Demokratie und Teilhabe mit einem ersten Preis aus.Orte für Demokratie und Teilhabe. Wettbewerb der Wüstenrot Stiftung entschieden. bei Baunetz vom 19. Januar 2021

Der Dokumentations- und Lernort Bückeberg wurde 2022 für den Niedersächsischen Staatspreis für Architektur nominiert und erhielt neben dem Preisträger und zwei weiteren Nominierungen eine Auszeichnung.Niedersächsischer Staatspreis für Architektur bei Architektenkammer Niedersachsen

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