Exxpress (Eigenschreibweise eXXpress) ist ein seit März 2021 bestehendes österreichisches Boulevard-Onlinemedium. Gründer sind Richard Schmitt, der bis Jänner 2024 auch Chefredakteur war, sowie die Geschäftsführerin Eva Schütz-Hieblinger. Exxpress ist zu 77 % im Eigentum von Vius, der Betreiberfirma des Millionärs Frank Gotthardt, die auch das rechtspopulistische Medium Nius hält.

Wegen wahrheitswidriger Berichterstattung, Beziehungen zu rechtsextremen Aktivisten und weiteren Skandalen ist Exxpress selbst immer wieder Thema der Berichterstattung anderer Medien.

Programmatik und Reichweite Laut Eigendarstellung ist Exxpress ein , unabhängig von politischen Parteien und Interessenvertretungen, das unter anderem eintrete. Die Gründer Richard Schmitt und Eva Schütz bezeichneten 2021 Exxpress als . In Bezug auf andere politische Blogs meinte Schütz in einem Horizont-Interview, dass Exxpress nicht durch Skandalisierung Quote machen wolle.

In der Tageszeitung Der Standard wurde Exxpress im November 2021 als „konservative Plattform“ dargestellt, wobei Geschäftsführerin Hieblinger-Schütz als der ÖVP nahestehend und Chefredakteur Schmitt als für FPÖ-Strache kampagnisierend bezeichnet wurde. Im Mai 2024 bezeichnete Der Standard die Plattform nun als „stramm rechts“. Für die Generalsekretärin des Presseclubs Concordia, Daniela Kraus, ist Exxpress eine „verantwortungslose Hetzplattform“. Seit Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 hat Exxpress wiederholt russische Propaganda verbreitet.

Eine Reichweitenerhebung sah Exxpress im Oktober 2022 bei 1,4 Millionen Unique Clients und damit auf dem 13. Platz im österreichischen Ranking. Die drei reichweitenstärksten Medien kamen im gleichen Zeitraum auf 8,7 respektive 7,5 und 6 Millionen Einzelzugriffe. Im März 2024 sank die Reichweite auf 525.000 Unique Clients. Im Mai 2024 sank die Reichweite weiter, diesmal auf 278.846 Unique User.

Das Handelsunternehmen Spar Österreich führt das Medium auf seiner schwarzen Liste und soll keine Werbeanzeigen buchen, was von Chefredakteur Schmitt bestritten wurde. Die Zeitschrift Profil berichtete aus einer internen Chat-Gruppe über die schnelle Entstehungsweise von nicht-exklusiven Texten: Diese dürften den Redakteur laut Richard Schmitt höchstens 30 Minuten in Anspruch nehmen. Team Das Team bestand anfänglich aus insgesamt neun Redakteuren sowie drei Mitgliedern des Social-Media-Teams (Stand 2. März 2021). Insgesamt sollen achtzehn Menschen unter Vertrag stehen,Barbara Tóth Der Versuch der reichen Dame. Österreich bekommt ein neues Medienhaus: Exxpress will liberal-konservativen Boulevard machen. Kann das funktionieren? In: Falter, Ausgabe 09/21, 2. März 2021, abgerufen am 9. März 2023. die Hälfte davon in der „Newsportal-Redaktion“. Die übrigen Mitarbeiter sollen sich mit dem TV-Sender beschäftigen. Im Oktober 2023 hatte das Medium nach Kündigungen von 8 redaktionellen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen 16 Personen in diesem Bereich tätig. Im März 2024 sind 10 Vollzeitmitarbeiter beschäftigt.

Christian Ortner ist als Kolumnist und Berater für das Online-Medium tätig. In seiner ersten Kolumne klagte er über das mangelhafte Angebot an rechts-orientierten Medien. Daniela Holzinger-Vogtenhuber (ehemalige Abgeordnete SPÖ und JETZT) veröffentlicht ebenfalls eine Kolumne. Weiters im Team sind Journalist und Autor Peter Sichrovsky (ehemaliger Europaabgeordneter und Generalsekretär der FPÖ), die Journalistin Ruth Pauli, der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier, Elisabeth Hechenleitner (ehemalige Pressesprecherin der FPÖ), Anna Dobler (ehemals Salzburger Krone, Kündigung 2022, siehe Abschnitt tieferstehend) und Sandra Jungmann (Woman).

Laut profil sind auch Ex-Redakteure von Österreich (oe24.at) und der Wiener Zeitung bei Exxpress tätig. Außerdem soll René Rabeder dabei sein, ein ehemaliger Mitarbeiter des FPÖ-nahen Wochenblick, das zahlreiche medienethische Verstöße aufzuweisen hat.Zwei Ethikverstöße auf „wochenblick.at“. In: APA-OTS-Aussendung des Österreichischen Presserats, 25. Februar 2020, abgerufen am 9. März 2023.Selbständiges Verfahren aufgrund einer Mitteilung eines Lesers. Entscheidung des Österreichischen Presserats. Beschwerdesenat 2, Zahl 2018/017, 3. April 2018 (Volltext online (PDF; 348 KB) auf der Website des Presserats, abgerufen am 9. März 2023). So hege Rabeder Sympathien für private Milizen, die zum Bürgerkrieg bereit gewesen seien, wäre der damalige US-Präsident Trump seines Amtes enthoben worden. Weiters empfinde er die Identitäre Bewegung nicht als rechtsextrem.

Das Medium wurde von Richard Schmitt aufgebaut, der am 22. Jänner 2024 erklärte: „Der 'Exxpress' bin ich. Warum soll ich mich zurückziehen? Das ist mein Baby“. Am 24. Jänner verlautbarte Eva Schütz, dass Schmitt nicht mehr Chefredakteur sei.

Exxpress-TV (Juni 2021–September 2023) ExxpressTV wurde seit Juni 2021 außer über den Eigen-Online-Auftritt auf Youtube sowie im Kabelnetz auf Kanal 170 von Magenta gesendet. Teil des Programmes waren Nachrichten, Nachrichtenreports, Sendungen mit Fokus auf Geschichtliches sowie ein „Lifecoach-Format“.André Beyer: Nächster neuer TV-Sender in Österreich. In: Digital Fernsehen. Auerbach Verlag und Infodienste, 3. März 2021, abgerufen am 9. März 2023. In: extradienst.at MG Mediengruppe, 15. Juni 2021, abgerufen am 9. März 2023.Onlinemedium exxpress.at startet mit TV-Sender. In: Kurier.at, 15. Juni 2021, abgerufen am 9. März 2023.Noch mehr Fernsehen: exxpressTV ist da. In: Die Presse, 16. Juni 2021, abgerufen am 9. März 2023. Ende September 2023 wurde bekannt, dass die Entwicklung des Fernsehformats sich im derzeitigen Umfeld nicht finanzieren ließe. Die Mitarbeiter wurden zur Kündigung angemeldet. Videobeiträge zu Artikeln und auch Schmitts Sendung Expresso solle es weiterhin geben.

Finanzierung und Vermarktung Die ersten drei Jahre des Bestehens von Exxpress seien mit etwa 1 Million Euro pro Jahr finanziell gesichert, so Schütz bei Gründung. Nach der dreijährigen Startphase sollte das Projekt eigenständig Gewinn einbringen können. Bei der Finanzierung sollte Werbung die Hauptrolle spielen. Seit Februar 2023 vermarktet die k-digital Medien GmbH & Co KG, ein Tochterunternehmen des Kurier Medienhauses (Kurier Zeitungsverlag und Druckerei GmbH) Exxpress.Zusammenarbeit: k-digital vermarktet exxpress.at. In: Horizont, 8. März 2023, abgerufen am 9. März 2023. Zum Jahresende 2022 gewährte Eva Schütz ein Wandeldarlehen in der Höhe von 1,185 Millionen Euro. Nach dem Ende der Fernsehsender-Ambitionen wurde von Schütz das Ende der roten Zahlen vier Jahre nach dem Marktstart erwartet. Ende 2023 musste Exxpress wegen Bilanzverlust in Höhe von 6,5 Millionen Euro die Rücklagen in Höhe von 4,8 Millionen Euro auflösen und 1,1 Millionen Euro Stammkapital einsetzen. Die Gewährung von Medienförderung für Exxpress wurde im Sommer 2025 vom Rechnungshof scharf kritisiert. Im November 2025 wurde bekannt, dass der Bilanzverlust laut dem Jahresabschluss des Jahres 2024 auf 6,92 Millionen Euro gestiegen ist.

Eigentümerstruktur Exxpress wird über die am 28. Jänner 2021 gegründete web Exxpress Medien Holding GmbH, Firmenbuchnummer FN 551658m, mit Sitz im 8. Wiener Bezirk, betrieben.

Im Jänner 2024 wurde bekannt, dass die Herausgeberin Eva Schütz ihre Gesellschafteranteile an der web Exxpress Medien Holding GmbH auf 72,64 Prozent aufstockte, Richard Schmitt, die Rutter Leasing GmbH und Trapp Besitz GmbH die Medienholding verlassen haben – „ohne Gegenleistung“ –, jedoch die Liechtensteiner Libertatem-Stiftung mit 25,22 Prozent und die Utiply Family Office GmbH mit 2,14 Prozent ihre Anteile weiterhin halten.

Zum 17. Mai 2024 übernahm die Betreiberfirma Vius des Millionärs Frank Gotthardt, zu der auch das rechtspopulistisch und rechtskonservativ ausgerichteten Online-Medienportal Nius um den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt gehört, 25 Prozent der Exxpress Medien Holding. Im November 2024 wurden die Anteile auf 50 Prozent erhöht. Im Jänner 2025 wurde der Anteil von Vius auf 75 Prozent aufgestockt.

Anteilseigner der Holding zum Stand November 2025 waren: Vius SE & Co KGaA: 77,3 Prozent (Nius) Eva Schütz Beteiligungs GmbH: 16,05 Prozent Libertatem-Stiftung: 5,0 Prozent (Liechtensteiner Stiftung mit dem Stiftungszweck „Förderung der Meinungsfreiheit und von kritischem Journalismus“) Alexander Schütz: 1,15 Prozent CAB GmbH: 0,24 Prozent Wolf-Dietrich Schneeweiss: 0,24 Prozent

Kritik Exxpress wird in der Fachzeitschrift Journalistik unter anderem wegen tendenziöser bis wahrheitswidriger Berichterstattung kritisiert. Im Marketing-Branchenmagazin Horizont stand Anfang 2024, dass das Portal für seinen kontroversen Stil „nicht nur zuletzt harsch kritisiert“ wurde.

Mangelnde Unabhängigkeit Nähe zur Österreichischen Volkspartei In einer parlamentarischen Anfrage vom 17. März 2021 an Bundeskanzler Sebastian Kurz äußerte die SPÖ Bedenken aufgrund einer möglichen Parteinähe von Exxpress zur Österreichischen Volkspartei (ÖVP). Der Grund dafür war, dass Eva Schütz stellvertretende Kabinettschefin des Ex-Finanzministers Hartwig Löger (ÖVP) war und unter der türkis-blauen Regierung in den Aufsichtsrat der ÖBB Rail Cargo entsandt wurde. Weiters ist ihr Ehemann Alexander Schütz, der 2017 bis 2021 Aufsichtsrat der Deutschen Bank war, Großspender der ÖVP. Zudem ist die ehemalige Vizekabinettschefin von Karl Nehammer, Vera Regensburger, Geschäftsführerin bei der Exxpress-Eigentümerin Vius. Seit Jänner 2026 ist die ehemalige ÖVP-Politikerin Laura Sachslehner Chefredakteurin.

Nähe zur Freiheitlichen Partei Österreichs In Bezug auf Chefredakteur Richard Schmitt weisen Medien auf ein Naheverhältnis zu Heinz-Christian Strache (ehemals Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ), nunmehr Team HC) beziehungsweise der FPÖ hin. Dies begründen sie damit, dass Strache im Zuge der Ibiza-Affäre dabei aufgenommen wurde, als er über Journalisten herzog () und dabei Richard Schmitt namentlich und lobend als Ausnahme hervorhob (er sei einer ). Schmitt verlor daraufhin seine Position bei der Online-Version der Kronen Zeitung (krone.at). Im Jahr 2020 veröffentlichte Handynachrichten zeigten, dass Schmitt und Strache vorhatten, ein gemeinsames eigenes Medium aufzubauen. Dieses Vorhaben wurde allerdings nie in die Tat umgesetzt.

Nähe zur Identitären Bewegung und Wochenblick Im Juni 2024 veröffentlichte Exxpress einen Artikel von Magdalena Menegus mit der Überschrift „Make Europe great again“. Sie war bis 2021 Autorin bei Freilich, dem Nachfolgemagazin der rechtsextremen Zeitschrift Die Aula, und nimmt an Kundgebungen der Identitären Bewegung teil. Menegus ist zugleich Autorin bei Nius, über ihre Verbindungen zur AfD und den Identitären wurde im ZDF Magazin Royale vom 6. Dezember 2024 berichtet. Ab 2021 war der frühere Chef vom Dienst, René Rabeder, beim rechtsextremen Wochenblick als Autor beschäftigt.

Tendenziöse bis wahrheitswidrige Berichterstattung