mini|Verschimmelte Decke mini|Schimmelbefall an Wänden mini|Video: Schimmelpilze in der Wohnung

Schimmelpilz in Gebäuden entsteht dadurch, dass Schimmelsporen, die durch die Luft weitertransportiert werden und überall zu finden sind, innerhalb von Gebäuden Lebensbedingungen zum Wachsen vorfinden.

Schimmelpilze gehören zu den Klassen Zygomycetes (Jochpilze), Ascomycetes (Schlauchpilze) und Deuteromycetes (Fungi imperfecti) und definieren sich typischerweise über folgende Merkmale:Klaus Sedlbauer: Vorhersage von Schimmelpilzbildung auf und in Bauteilen. Dissertation, Universität Stuttgart, Fakultät Bauingenieur- und Vermessungswesen, 3. August 2001; ibp.fraunhofer.de (PDF). ein watteartiges Myzel, Wachstum auf festen Nährmedien (Substrat), Nährstoffe werden durch Zersetzung (abgestorbener) organischer Substanzen gewonnen, die Vermehrung erfolgt überwiegend ungeschlechtlich, also über Sporen oder Konidien.

Schimmelbefall auf Wänden und Decken tritt immer dann auf, wenn eine erhöhte Umgebungsfeuchte vorliegt. Im Winter tritt an kalten Stellen von Aussenwänden und an die Aussenluft grenzenden Böden und Decken eine erhöhte Luftfeuchte auf. An den kältesten Stellen kann sich sogar Kondenswasser bilden.#9 Schimmel in der Wohnung - Wieso, Weshalb, Warum. creators.spotify.com – Podcast Bauen und Sanieren - Pfusch am Bau - oder doch richtig? 16. Dezember 2024, svgs-saarland.de Betroffen sind typischerweise: Tür- und Fensterlaibungen, da diese weniger gut nach aussen gedämmt sind als Raumflächen mit normaler Wandstärke. Raumecken an Außenwänden: Hier gibt eine relativ kleine Innenwandfläche Wärme an eine vergrösserte Aussenfläche ab und kühlt dadurch ab. Außenwandflächen hinter Vorhängen und Möbeln: Wenn Gegenstände oder dichte Vorhänge nah an der Aussenwand stehen, kann die erwärmte Innenraumluft nicht dorthin gelangen, um die Wandflächen zu erwärmen. Es muss dann für eine erhöhte Luftzirkulation gesorgt werden. Wandbereiche über den Sockelleisten: An nicht beheizten Aussenwandflächen sinkt warme Innenraumluft herab und kühlt dadurch ab. Nahe der Sockelleisten ist die Luft am kältesten und die relative Luftfeuchte somit am größten.

Verschiedene Faktoren beeinflussen das Auftreten von Schimmel in Gebäuden:Sedlbaur/Krus 2003 In der Regel kann sich auf Oberflächen Schimmel bilden, wenn langfristig eine relative Luftfeuchte von über 70 % vorliegt. Erhöhte Raumlufttemperaturen begünstigen das Schimmelwachstum. Oberflächlicher Schimmel kann bei ausreichender Luftfeuchte auf fast jedem Untergrund entstehen. Wenn das Substrat geeignete Nährstoffe enthält, begünstigt dies das Wachstum der Myzel des Schimmelpilzes in die Tiefe, so etwa bei Papiertapeten. Schimmelpilzspezies: verschiedene Schimmelpilzarten unterscheiden sich hinsichtlich der sie begünstigenden Feuchte- und Temperaturbereiche Schimmelpilze bevorzugen meist neutrale pH-Werte im Substrat. UV-Licht kann das Schimmelwachstum in gewissem Maße begrenzen.

Je nach Substrat können unterschiedlicher Spezies wachsen. Wenige Arten zersetzen sogar Kunststoffe wie Polyurethan und PVC (z. B. Paecilomyces sp.).

Auch flüchtige organische Stoffe, die meist aus Produkten der Bauchemie, Spanplattenmöbel und Bodenbelägen stammen, finden sich in den abgeschiedenen Kondensaten der Innenraumluft an den Außenwänden und können dort auch in Form von Schwarzstaub in Erscheinung treten.

Feuchtigkeit als Wachstumsfaktor von Schimmelpilzen Schimmelpilze können ab einer Luftfeuchtigkeit von 70 % in Wohnräumen auftreten, dabei ziehen sie am Anfang die Feuchtigkeit aus der Luft, bis sie auf einer geeigneten Fläche (so vorhanden) festsitzen, ab wann sie dann auch Feuchtigkeit aus der Bausubstanz ziehen können.

Je wärmer die Luft, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen (siehe Luftfeuchtigkeit). Biologisch ist die Wasseraktivität – der aw-Wert – relevant. Die Wasseraktivität, die sich raumseitig an der Oberfläche eines Bauteils einstellt, hängt vom Feuchtegehalt der Raumluft und der Oberflächentemperatur des Bauteils ab. In der kalten Jahreszeit liegt die Schimmel begünstigende Oberflächentemperatur besonders in Raumecken, hinter Schränken usw. typischerweise deutlich unter der Lufttemperatur im Raum. Ein aw-Wert von 0,8 (relative Luftfeuchte 80 %) oder mehr tritt auf, wenn er längere Zeit vorliegt, was eine typische Voraussetzung für Schimmel in Innenräumen ist. Einzelne Bauschimmelarten treten ab einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 % auf, ab 80 % fast alle übrigen.

Häufige Ursachen für Schimmel in Innenräumen sind (zusammengefasst): wenn (warmgeheizte) Luft viel Feuchtigkeit aufnimmt und der Wasserdampf an kälteren Wänden, Bauteilen oder Einrichtungsgegenständen kondensiert (derartige Kältebrücken wären beispielsweise schlecht wärmegedämmte Fensterstürze oder Wände, die an ungeheizte Räume angrenzen), wenn erhöhte Luftfeuchtigkeit nicht weggelüftet wird und die Feuchte der Wände, Bauteile und Einrichtungsgegenstände nicht abtrocknen kann, wenn Wärmedämmung durch Kondensate, Kapillarrisse der Außenschicht oder Schlagregen dauerdurchfeuchtet ist und auch hier einmal eingedrungene Feuchte nur ungenügend abtrocknen kann (weil beispielsweise eine feuchtigkeits- und dampfdichte Fassadenfarbe gewählt wurde), wenn Baufeuchte ungenügend abtrocknet.

Ungenügendes Abtrocknen führt zu Dauervernässung, Vernässung führt zur Steigerung der Wärmeleitfähigkeit im Baustoff (gleichbedeutend mit Verminderung der Wärmedämmwirkung), diese zur Bildung von Wärmebrücken oder Abkühlung von Bauteilen und schlussendlich Kondensation von Raumfeuchte an ebendiesen kalten Bauteilen. Feuchte Bauteile speichern mehr Wärme und leiten diese und die transmittierende Raumwärme besser ab, beide Wärmeeffekte führen dazu, dass nach einer Temperatur-Nachtabsenkung die Wiedererwärmung derartiger Wände länger dauern kann als bei nicht vernässten Mauerteilen.

Im Wesentlichen kommen drei Arten von Wassereintrag in die Bausubstanz vor:

Eigenfeuchte von Baustoffen Beim Bauen werden Baustoffe verarbeitet, die eine gewisse (überschüssige abgebbare) Restfeuchte besitzen. Das können zum Beispiel Betonmörtel und Verputzmörtel, Baustoffe, die unter Verwendung von Wasser hergestellt wurden, wie Kalksandsteine, Porenbetonsteine oder Gips- und Zementestriche, aber auch die Feuchte von Natursteinen sein. Auch frische Wand- und Deckenputze geben beim Trocknen ihr Wasser nach und nach in die Umgebung ab. Selbst vorgetrocknetes Konstruktionsholz ist im Kern noch so feucht, dass es über die Jahre noch etwa 10 % seiner Gewichtsmasse verliert.

Feuchtigkeit durch unplanmäßiges Eindringen von Wasser in ein Gebäude defekte Wasserleitungen z. B. Heizungsrohre, Warm-, Kalt- oder Abwasserrohre, Anschlussschläuche von Waschbecken, Wasch- und Spülmaschinen, verstopfter Abfluss, verstopfte Drainage … Eindringen von Schmelz- oder Regenwasser wegen schadhafter Dachabdichtung und -entwässerung, undichten Mauerwerks, stehendes Wasser an der Hauswand etc. Eindringen von Flugschnee Unglücksfälle: Löschwasser, Hochwasser etc. Vernässung durch Kondensation oder bei Wärmedämmstoffen Einsickern von Tau durch Kapillarrisse und fehlende Abtrocknung Versottung eines Schornsteins

Feuchtigkeit der Raumluft infolge gewöhnlicher Nutzung Die hauptsächliche Ursache von Schimmel in Innenräumen, die in den jüngeren Zeiten des Energiesparens viel (juristischen) Streit zwischen Mietern und Vermietern ausgelöst hat, ist die durch übliche Nutzung von Innenräumen unvermeidlich entstehende Raumluftfeuchtigkeit. Die Luftfeuchtigkeit rührt nicht nur vom Baden, Duschen und Kochen her, sondern auch vom Atem und Schweiß der Bewohner, insbesondere in Schlaf- und Kinderzimmern, Trocknen feuchter Wäsche und feucht gewischter Böden und von der Transpiration von Pflanzen.

Der Bundesverband Schimmelsanierung empfiehlt: „Wenn Feuchtigkeit freigesetzt wird, sollte der betreffende Raum sofort gelüftet werden, um die Feuchtigkeit direkt ins Freie zu entsorgen.“10 Tipps zum Heizen und Lüften. BSS-Schimmelpilz.de Merkblatt. (PDF; 0,6 MB) bss-schimmelpilz.de

Bildung von Kondenswasser aus der Raumluft in Innenräumen zeigt die Gefahr von Schimmelbildung an. Allerdings bildet sich Kondenswasser an Stellen mit relativer Luftfeuchtigkeit 100 %. Dort kann kein Schimmel auftreten. Jedoch wird es in einem solchen Raum auch Oberflächen geben, an denen einige Zeit lang eine relative Luftfeuchte zwischen 80 und 90 % anhält und an denen daher Schimmel auftreten wird.

Bei Gebäuden, die bis etwa 1975 errichtet wurden, war bereits die Tauwasserbildung an Fenstern und der Innenseite von Außenwänden bekannt.Bauschäden Sammlung, Band 2 und 3 Allerdings wurde die Schimmelbildung durch eine permanente natürliche Wohnraumlüftung vermieden. Der für die Raumhygiene notwendige Luftwechsel wurde dadurch gewährleistet, dass Fenster und Türen aufgrund ihrer Konstruktion unbemerkt ein Entfeuchten der Raumluft herbeiführten.Martim Saar: Lüftung in Altbauten, Arbeitsblätter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, München 2002, S. 2Beispielsweise UBA-Leitfaden S. 3, 19, 21. Zum Zwecke der Energiesparung wurden die Fensterkonstruktionen in vielen dieser Gebäude durch so dichte Fenster ersetzt, dass der Austausch zwischen feuchter Raumluft und trockener Außenluft nunmehr gezielt durch Lüften herbeigeführt werden muss. Der Ersatz von Strahlungsheizungen (Einzelöfen in den Wohnungen) durch Konvektionsheizungen (Zentralheizungsanlagen) im Zusammenwirken mit nicht fachgerecht verbauten Wärmedämmverbundsystemen führten ebenfalls zu vermehrten Schimmelschäden in Wohnungen. Wetterabhängig (besonders im Sommer) kann jedoch Lüften auch die Feuchtigkeit der Raumluft erhöhenUBA-Broschüre, S. 14, 16; bzw. UBA-Leitfaden, S. 19, 21., Tabelle 2, S. 16 demonstriert zumindest, wie sich der Trocknungseffekt des Lüftens bei steigender Außentemperatur verringert. (besonders bei Kellerräumen);UBA-Broschüre, S. 16 unten, bzw. UBA-Leitfaden, S. 19 linke Spalte. dann ist eher Heizen (oder sogar ein technisches EntfeuchtungsverfahrenSiehe wieder UBA-Broschüre S. 14, UBA-Leitfaden, S. 21, 23, sowie maschinelle Lüftung und Schachtlüftung) angebracht. Bei gleichem Wassergehalt der Raumluft (absolute Luftfeuchtigkeit, H2O etwa in g/m³) wird der Taupunkt der Raumluft an verschiedenen Bauteiloberflächen unterschritten, je geringer deren Temperatur ist. Dort kommt es zur Kondensation des Wasserdampfs zu flüssiger Feuchte, also zur Bildung von Tau (streng genommen kondensieren alle kondensierbaren Luftverschmutzungen, die alle unterschiedliche Taupunkte haben, vom verdampften Stearin aus abgebrannten Kerzen bis zur sauren Regenfeuchte usw.). Daher wird oft geraten, einerseits auch bei Abwesenheit zu heizen und andererseits das Lüften rechtzeitig so zu beenden, dass Raumwände und Mobiliar nicht auskühlen (Stoßlüften statt Fensterkippen). – Die Oberflächentemperaturen differieren im Allgemeinen zwischen verschiedenen Stellen eines Raums, insbesondere mit der Nähe zu einer Wärmebrücke (unzureichende Wärmedämmung) oder einer Kaltwasserleitung, auch zwischen verschiedenen Bereichen einer Wohnung oder eines Hauses abhängig von Nutzung/Heizung. Damit schwankt die relative Luftfeuchtigkeit innerhalb eines Raums oder – bei offenen Durchgängen (Türen) – zwischen Bereichen der Wohnung/des Hauses. Relevant für Schimmelwachstum ist die relative Luftfeuchtigkeit an der Oberfläche der bedrohten Nährsubstanz. mini|Tauwasserausfall und Schimmelpilzbefall im Bereich einer linienförmigen Wärmebrücke Undichte Dampfsperrfolien an Innendämmungen oder in Dachkonstruktionen lassen feuchte Raumluft diffundieren (über das geringe Ausmaß siehe Luftwechsel) und in der Folge in Bauteilen kondensieren oder gleich zu Eis resublimieren. So kann auch in unbeheizten Räumen (Beispiel Spitzboden) die Luftfeuchtigkeit erhöht werden und Schimmelwachstum ermöglichen (vgl. Wärmedämmung).mini|Schimmelpilzbefall an einer Dachschräge verursacht durch ein Loch in der Dampfbremsfolie