Jean-Pierre Alain Jabouille (* 1. Oktober 1942 in Paris; † 2. Februar 2023 in Saint-Cloud) war ein französischer Automobilrennfahrer. Er startete von 1975 bis 1981 in der Automobil-Weltmeisterschaft und erzielte dabei zwei Siege.

Karriere Jean-Pierre Jabouille begann seine Karriere 1965 mit Bergrennen, wechselte aber bald mit der Hilfe seines Mechanikers und späteren Schwagers Jacques Laffite in die französische Formel 3, wo er auf einem Kunden-Brabham und später auf Matra bald Eindruck machte und 1968, 1969 und 1971 jeweils die Vizemeisterschaft gewann. Auf Matra fuhr er auch in der Formel 2, wo er 1976 Europameister wurde, sowie außerdem für das Matra-Sportwagenteam.

mini|hochkant|links|Jean-Pierre Jabouille 1975 beim F2-Rennen in Zolder Seinen ersten Versuch in der Formel 1 unternahm Jabouille beim Großen Preis von Frankreich 1974 in Dijon, als er für das unterfinanzierte britische Team Frank Williams Racing Cars gemeldet wurde. Williams setzte seinerzeit selbst entwickelte Fahrzeuge unter der Bezeichnung Iso-Marlboro FW01 ein, die technisch nicht ausgereift waren. Mit diesem Rennwagen war Jabouille überfordert; er verpasste die Qualifikation um 0,7 Sekunden deutlich.

Sein Renndebüt in der Formel 1 gab Jabouille ein Jahr später auf dem Circuit Paul Ricard. Diesmal fuhr er für das besser ausgestattete Team Tyrrell, das für Jabouille einen dritten Wagen neben den Stammfahrern Jody Scheckter und Patrick Depailler einsetzte. Jabouille kam hier als 12. ins Ziel.

1977 begann die Phase seiner Karriere, die ihn weithin bekannt machen sollte: Er wurde als Einsatz- und Testfahrer des neuen Formel-1-Rennstalls von Renault engagiert. Renault wagte das damals schier Undenkbare und setzte als Triebwerk einen 1,5-Liter-V6-Motor mit Turboaufladung ein. Unter dem Spott der Konkurrenz („teapot“) verlief das Premierenjahr mit unzähligen Defekten im Motorbereich enttäuschend, aber schon im Jahr darauf konnten die ersten Punkte erzielt werden und 1979 kam endgültig der Durchbruch, als Jabouille den Großen Preis von Frankreich in Dijon gewinnen konnte. Diesen Erfolg konnte er 1980 beim Großen Preis von Österreich wiederholen, außerdem stand er in beiden Jahren insgesamt sechsmal auf der Pole-Position.

Der ausgezeichnete Testfahrer Jabouille hatte den Renault zu einem front-runner gemacht, doch die raketenhafte Schnelligkeit des Renault-Turbo hatte ihre Kehrseite in vielen Defekten, die Jabouille zahlreiche Spitzenpositionen kosteten. Beim Großen Preis von Kanada in Montreal im Oktober 1980 erlitt Jabouille bei einem schweren Unfall so komplizierte Beinbrüche, dass seine Formel-1-Karriere de facto beendet war. Er versuchte zwar 1981 ein Comeback auf Ligier-Talbot, musste dieses Engagement jedoch schon nach drei Rennen wieder aufgeben. Nach einem kurzen Gastspiel im Management von Ligier kehrte er dem Sport völlig den Rücken und eröffnete ein Restaurant in Paris.

1984 wagte Jean-Pierre Jabouille ein Comeback als Rennfahrer für Peugeot in der französischen Tourenwagenmeisterschaft. Dieser Marke sollte er in den folgenden Jahren treu bleiben, zuerst als Rennfahrer 1992 und 1993 in Le Mans und dann als Peugeot-Sportchef. In dieser Funktion führte er Peugeot als Motorenpartner von McLaren in die Formel 1, jedoch wurde er nach zwei schwachen Saisons 1996 von seiner Funktion entbunden. Er baute danach sein eigenes Sportwagenteam JB-Racing auf. 2005 bestritt Jabouille an der Seite von Alain Prost Rennen zur französischen GT-Serie.

Er starb am 2. Februar 2023 im Alter von 80 Jahren.Ex-Formel-1-Pilot Jabouille ist tot. In: t-online.de, 2. Februar 2023, abgerufen am 3. Februar 2023.

Statistik Statistik in der Automobil-/Automobil-Weltmeisterschaft Grand-Prix-Siege 1979 (Dijon-Prenois) 1980 (Spielberg)

Gesamtübersicht Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.Rennrunden Punkte WM-Pos. 1974 Frank Williams Racing CarsTeam Surtees Iso-Marlboro FW01Surtees TS16 Ford-Cosworth DFV 3.0 V8 2 – – – – – – NC 1975 Elf Team Tyrrell Tyrrell 007 Ford-Cosworth DFV 3.0 V8 1 – – – – – – NC 1977 Equipe Renault Elf Renault RS01 Renault-Gordini EF1 1.5 V6t 5 – – – – – – NC 1978 Equipe Renault Elf Renault RS01 Renault-Gordini EF1 1.5 V6t 14 – – – – – 3 17. 1979 Equipe Renault Elf Renault RS01Renault RS10 Renault-Gordini EF1 1.5 V6t 15 1 – – 4 – 9 13. 1980 Equipe Renault Elf Renault RE20 Renault-Gordini EF1 1.5 V6t 13 1 – – 2 – 9 8. 1981 Equipe Talbot Gitanes Ligier JS17 Matra MS81 3.0 V12 5 – – – – – 0 NC Gesamt 55 2 0 0 6 0 21

Einzelergebnisse Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 1974 DNQ DNQ 1975 12 1977 DNF DNF DNF DNF DNQ 1978 DNF DNF 10 NC 13 DNF DNF DNF DNF DNF DNF DNF 4 12 1979 DNF 10 DNF DNS DNF DNF NC 1 DNF DNF DNF DNF 14* DNF DNF 1980 DNF DNF DNF 10 DNF DNF DNF DNF DNF 1 DNF DNF DNF 1981 DNQ NC DNF DNQ DNF

Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1968 Société des Automobiles Alpine Alpine A220 Masten Gregory Ausfall Elektrik 1969 Société des Automobiles Alpine Alpine A220 Patrick Depailler Ausfall Antriebswelle 1970 Equipe Matra-Simca Matra-Simca MS660 Patrick Depailler Ausfall Motorschaden 1972 Equipe Matra Simca Matra MS660C David Hobbs Ausfall Kupplungsschaden 1973 Equipe Matra Simca Shell Matra MS670B Jean-Pierre Jaussaud Rang 3 1974 Equipe Gitanes Matra-Simca MS670C François Migault Rang 3 1976 Renault Sport Alpine A442 José Dolhem Patrick Tambay Ausfall Zylinderschaden 1977 Team Renault Sport Alpine A442 Derek Bell Ausfall Motorschaden 1978 Equipe Renault Elf Sport Calberson Alpine A442B José Dolhem Jean Ragnotti Guy Fréquelin Ausfall Motorschaden 1989 Team Sauber Mercedes Sauber C9 Jean-Louis Schlesser Alain Cudini Rang 5 1991 Peugeot Talbot Sport Peugeot 905 Philippe Alliot Mauro Baldi Ausfall Motorschaden 1992 Peugeot Talbot Sport Peugeot 905 Philippe Alliot Mauro Baldi Rang 3 1993 Peugeot Talbot Sport Peugeot 905 Philippe Alliot Mauro Baldi Rang 3

Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 1966 Hubert Giraud Marcos Mini GT DNF 1968 Alpine Alpine A220 DNF 1969 Alpine Alpine A220 6 DNF DNF 1970 Matra Matra MS660 DNF 1971 Matra Matra MS660 DNF 1972 Matra Matra MS660 DNF 1973 Matra Matra MS670 3 1974 AlpineMatra Alpine A441Matra MS670 10 3 1975 Alpine Renault Alpine A441Alpine A442 1 DNF 3 4 1976 Renault Sport Alpine A442 DNF DNF 17 3 1978 Sport Calberson Alpine A442 4 1990 Peugeot Talbot Sport Peugeot 905 DNF 13 1991 Peugeot Talbot Sport Peugeot 905 DNF 1992 Peugeot Talbot Sport Peugeot 905 3

Literatur Christian Moity, Jean-Marc Teissèdre, Alain Bienvenu: 24 heures du Mans, 1923–1992. Éditions d’Art, Besançon 1992, ISBN 2-909413-06-3.

Weblinks

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