Der Turn- und Sportverein Makkabi Frankfurt 1965 e.V. (kurz: TuS Makkabi Frankfurt oder Makkabi Frankfurt) ist ein jüdischer Sportverein in Frankfurt am Main und mit über 5.500 Mitgliedern einer der größeren Sportvereine der Mainmetropole. Er ist Mitglied im Dachverband Makkabi Deutschland.

Der Verein betreibt aktiv über 30 Abteilungen in verschiedenen Sportarten. Der Fußball stellt die mitgliederstärkste Abteilung dar. Die Vereinsfarben sind Blau-Weiß. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich im Frankfurter Stadtteil Westend. Seit dem 1. Februar 2020 betreibt der Verein den Makkabi Tennis & Squash Park im Frankfurter Stadtteil Bockenheim. Am 14. Juni 2026 hat der Verein den Makkabi Campus unweit des Europaturm in Frankfurt am Main eröffnet.

Der Name Makkabi leitet sich von den Makkabäern ab. In der Mitte des Vereinslogos ist das Zeichen der Makkabi-Sportbewegung zu sehen, eine grafische Kombination aus dem Davidstern und dem Namen Makkabi in hebräischer Schrift ().FAQ auf der Website von Makkabi Deutschland, siehe zweite Frage: Woher stammt der Name „Maccabi“?

Vereinsstruktur und Organe Der TuS Makkabi Frankfurt e.V. betreibt aktiv über 30 Abteilungen in den Bereichen Leistungs-, Breiten- und Freizeitsport. Das oberste Gremium des Vereins ist das Präsidium. Ihm gehören der Präsident Alon Meyer sowie derzeit zwölf weitere Vorstandsmitglieder an.

Philosophie des Vereins mini|Auszeichnung mit dem Frankfurter Diversitäts- und Integrationspreis im Jahre 2018 Der Verein widmet sich – neben dem täglichen Trainings- und Spielbetrieb – aktiv integrativen und interreligiösen Sportprojekten mit Kindern, Jugendlichen und jungen Geflüchteten. Im Rahmen seines sozialen Engagements kooperiert der Verein mit städtischen Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen, insbesondere mit den Einrichtungen der Jüdischen Gemeinde Frankfurt. Der Verein ist Veranstalter verschiedener Sportangebote für die (Klein-)Kinder und Jugendlichen der kooperierenden Einrichtungen. Bestandteil der Vereinsphilosophie ist das im Jahre 2019 eingeführte Solidarprinzip. Grundlegend besagt das Solidarprinzip, dass jede Sportlerin und jeder Sportler, unabhängig von der jeweiligen finanziellen Situation, die Möglichkeit zur Teilnahme an den Makkabi-Sportangeboten besitzt.

Auszeichnungen Für das gesellschaftliche Engagement, das insbesondere auf die Prävention von Antisemitismus und Rassismus ausgerichtet ist, wurde der TuS Makkabi Frankfurt 2018 mit dem Frankfurter Diversitäts- und Integrationspreis ausgezeichnet. Im Jahr 2022 erhielt der Verein für sein ehrenamtliches Engagement im Jugend- und Breitensport eine Auszeichnung durch die Sportjugend Frankfurt. Ebenfalls 2022 unterstützte der FR-Schlappekicker den Verein mit einer Sonderförderung in Höhe von 3.500 Euro im Rahmen der "Ukraine-Flüchtlingshilfe". Zudem in 2022 sowie 2023 und 2024 wurde dem Verein der Sterne des Sports in Bronze für das „beispielhafte gesellschaftliche Engagement“ verliehen.

Am 18. November 2023 verlieh die Stadt Frankfurt am Main dem TuS Makkabi Frankfurt u. a. für sein inklusives Tennisangebot den Sportpreis „Sport kennt keine Grenzen“. Im Jahr 2024 folgte eine weitere Ehrung durch die Sportjugend Frankfurt für die Förderung von Vielfalt, Inklusion und Toleranz im Frankfurter Jugendsport sowie für Integrations- und Schutzkonzepte. Diese Auszeichnung für ehrenamtlich tätige Vereinsfunktionäre bzw. Gruppen fand im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt. „Sie haben sich in herausragender Weise für Sport, Staat und Gesellschaft eingesetzt“, lobte Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef die Preisträgerinnen und Preisträger.

Geschichte Am 30. Mai 1965 wurde der TuS Makkabi Frankfurt als Anlaufpunkt für talentierte jüdische Fußballer und als „einer der wichtigsten Meilensteine beim Wiederaufbau der jüdischen Gemeinde“ gegründet. Hierbei stand nicht nur der Sport im Vordergrund, sondern vielmehr die Etablierung eines eigenständigen jüdischen Lebens in Deutschland, als kleiner aber wichtiger Schritt auf dem Weg in die Normalität.

In den 1980er Jahren verlor der TuS Makkabi Frankfurt seine sportliche Heimat am Dachsberg im Frankfurter Stadtteil Preungesheim aufgrund des Neubaus der Autobahn A661. Nach zahlreichen Interimslösungen auf verschiedenen Frankfurter Sportplätzen wurde die Sportanlage BertramswieseSportanlage Bertramswiese im Stadtteil Dornbusch nahe dem Hessischen Rundfunk zur neuen Spielstätte der Fußballer und die jüdische Gemeinde Frankfurt zum Trainingsort für die Abteilungen Basketball und Tischtennis.

Seit 1980 konnte der Verein einen starken Mitgliederanstieg verzeichnen: Aus 300 Mitgliedern und fünf Abteilungen wurden mittlerweile über 5.500 aktive Mitglieder in über 30 Abteilungen, die sich auf über 20 Sportstätten in Frankfurt am Main verteilen.

Sportstätten Seit dem Verlust der sportlichen Heimat am Frankfurter Dachsberg in den 1980er Jahren besaß der Verein keine eigene Sportstätte, sondern nutzte seither zahlreiche städtische Sportstätten und Sporthallen für seine Sportabteilungen und die Durchführung des Trainings- und Spielbetriebs. Besonders häufig genutzte Sportstätten sind die Sportanlage Bertramswiese, der Sportpark Preungesheim, die Turnhalle in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main sowie die Eissporthalle Frankfurt. Seit dem 14. Juni 2026 betreibt der Verein seine eigene Sportanlage, den Makkabi Campus, in Frankfurt am Main.

Makkabi Tennis & Squash Park 2020 übernahm der Verein den Europa Tennis & Squash Park in Bockenheim und betreibt seither die Sportstätte unter dem Namen Makkabi Tennis & Squash Park. Die Sportstätte umfasst fünf Tennis-Außenplätze, drei Tennis-Hallenplätze sowie acht Squash-Plätze. Ebenfalls vor Ort ansässig ist das Restaurant Shalom Makkabi, das durch den Frankfurter Gemeinderabbiner Avichai Apel koscher-zertifiziert wurde, sowie die Makkabi Kosher Bakery. mini|Entwurf des geplanten Makkabi Sportzentrums in Frankfurt-Dornbusch

Makkabi Campus Der Verein hat seine neue Sportanlage, den Makkabi Campus, am 14. Juni 2026 in der Wilhelm-Epstein-Straße 95 am "Ginnheimer Spargel" in Frankfurt am Main eröffnet. Der neue Campus umfasst zwei Großfeld-Fußballplätze, zwei Fußballkäfige, eine Freilufthalle, drei Padelplätze, ein Parkour-Areal, einen Basketballfreiplatz sowie weitere Sport- und Bewegungsflächen. Herzstück der Anlage ist ein dreigeschossiges Mehrzweckgebäude mit Sporthalle, einem 300 Quadratmeter großen Multifunktionssportraum, acht teilbaren Kursräumen sowie 13 Umkleidekabinen und weiteren Funktionsräumen.

Sonstiges mini|Die „Makkabi-Bahn“ der VGF fährt regelmäßig auf den Linien der U1, U2, U3 und U8.

Makkabi-Bahn Der Sportverein ist mit einem eigenen U-Bahn-Design im örtlichen Nahverkehr der VGF unterwegs. Die „Makkabi-Bahn“ ist in den vereinstypischen Farben blau-weiß gehalten. Neben dem großen Vereinslogo sind auch der Vereinsname sowie der vereinstypische Spruch „Makkabi Chai“ zu sehen. Anlass der „Makkabi-Bahn“ war das 50-jährige Jubiläum des Sportvereins im Jahre 2015. Seit dem Jahr 2024 fährt die Makkabi-Bahn in einem neuen Design.

Feriencamps Der Sportverein bietet auch in den Hessischen Schulferien ein Ferienangebot in den Sportarten Basketball, Fußball, Inline-Artistic, Krav Maga, Schach, Schwimmen, Tennis sowie Tischtennis für Kinder und Jugendliche an.

Weblinks Website des TuS Makkabi Frankfurt

Einzelnachweise

Kategorie:Makkabi-Sport (Deutschland) Kategorie:Jüdischer Sportverein Kategorie:Sportverein (Frankfurt am Main) Kategorie:Fußballverein aus Frankfurt am Main Kategorie:Tennisverein aus Frankfurt am Main Kategorie:Judentum in Frankfurt am Main Kategorie:Jüdische Organisation (Deutschland) Kategorie:Vereinsgründung 1965