Das Schloss Scheppelwitz () ist ein ruinöses Schloss in Ciepielowice im Powiat Opolski in der Woiwodschaft Oppeln in Polen.

Geschichte mini|links|Schloss Scheppelwitz nach dem Brand 2015 Das Schloss wurde Ende des 18. Jahrhunderts von Franz Xaver von Biedau erbaut, dessen Familienwappen auf dem Putz des Schlosses erhalten ist. 1841 wurde das Anwesen von der Adelsfamilie Ziegler-Klipphausen erworben, die bereits das Nachbargut in Dambrau besaß. Beide Güter wurden weit vor 1894 von der Plesser Linie des Adelsgeschlechts Hochberg gekauft. Zeitgleich gehörte Schloss Scheppelwitz mit seinem 349 ha Gut zur Herrschaft Schloss Dambrau. Scheppelwitz war damals verpachtet. Gutsbesitzer war der Diplomlandwirt Konrad Eduard Reichsgraf von Hochberg, Freiherr zu Fürstenstein (1867–1934), Leutnant d. R. des Eliteregiments des Gardes du Corps. Er verkaufte das Gut vermutlich im Jahr 1920 an die zu Solms-Baruth, an seinen Schwager Rittmeister Hermann Franz Graf zu Solms-Baruth (1888–1961) und dessen Ehefrau Anna von Hochberg, Freiin zu Fürstenstein a. d. H. Pleß (1888–1966). Unklar bleibt bisher Graf Solms Austritt 1938 aus dem Johanniterorden.Lt. Johanniter-Ordensblatt, 136. Nachweisung, S. 39, Berlin 30. Juli 1938, besteht dort kein Bezug zu einer möglichen Doppelmitgliedschaft zur NSDAP. Anna Gräfin Solms war die einzige Tochter aus zweiter Ehe des Hans Heinrich XI. 2. Fürst und Herzog von Pleß, Graf von Hochberg. Graf Hermann Solms wiederum war der nächstjüngere Bruder des Friedrich Fürst zu Solms-Baruth. Die Grafenfamilie zu Solms-Dambrau-Scheppelwitz lebte 1941 in Breslau und blieb bis zur Enteignung 1945 im Besitztum.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, den das Schloss weitgehend unversehrt überstand, gelangten Schloss und Herrschaft Scheppelwitz zusammen mit dem größten Teil Schlesiens 1945 an Polen.

Bei einem Brand 2015 wurden der älteste, westliche Flügel, sowie die Kartusche mit den Wappen des letzten Eigentümerpaares zerstört.

Bauwerk Das Schloss ist ein zweigeschossiger, verputzter Backsteinbau mit Mansarddach und Gaube im Stil des Klassizismus. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde an der Nordseite ein Seitenflügel mit einem Treppenhaus als Verbindungstrakt angefügt. Die Westfassade gegliedert mit Gurtgesimse, Eckquaderungen sowie Festons, hat sieben Achsen, mit einem zentral gelegenen Eingang, der mit einem Korbbogen in einem profilierten Rahmen abgeschlossen ist. Über dem Eingang befinden sich zwei stuckierte Wappen. Im Inneren befindet sich ein klassizistisches Treppenhaus sowie Kreuzgratgewölbe im Keller.

Literatur Hans Friedrich v. Ehrenkrook: Genealogisches Handbuch der Fürstlichen Häuser, Bd. I, Bd. 1 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee. 1951. S. 400–401. Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, Berlin, München 2005, S. 233–234. ISBN 3-422-03109-X. Gottfried Graf Finck v. Finckenstein, Christoph Franke: Gothaisches Genealogisches Handbuch der Fürstlichen Häuser. Bd. I., Bd. 1 der Gesamtreihe GGH, Verlag des Deutschen Adelsarchivs, Marburg 2015. S. 496–503. ISBN 978-3-9817243-0-1.

Weblinks

Historische und aktuelle Aufnahmen sowie geographische Lage

Einzelnachweise

Anmerkungen

Scheppelwitz Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Opole Kategorie:Gmina Dąbrowa (Woiwodschaft Opole) Scheppelwitz Kategorie:Klassizistisches Bauwerk in Polen Scheppelwitz