The Angriest Man in Brooklyn ist ein US-amerikanisches Drama des Regisseurs Phil Alden Robinson aus dem Jahr 2014. Die Hauptrollen spielen Robin Williams, Mila Kunis, Peter Dinklage und Melissa Leo.
Handlung Henry Altmann hat einen Arzttermin wegen seiner ständigen Kopfschmerzen, steckt aber in Brooklyn im Stau. Sein Wagen wird von einem Taxi angefahren, und er lässt seine Wut an dem Taxifahrer aus. Im Krankenhaus wird es nicht besser, denn sein Arzt lässt sich von der jungen Dr. Sharon Gill vertreten. In den durchgeführten Gehirnscans erkennt sie ein Gehirnaneurysma. Sie informiert Altmann über seine schlechte Prognose. Er wird wütend, beleidigt die Ärztin und will wissen, wie lange er noch zu leben hat. Sie weicht aus, aber Henry ist hartnäckig. Als die genervte Sharon zufällig die Schlagzeile „90 Minuten“ auf einem Kochmagazin sieht, nennt sie ihm dies als verbleibende Lebenszeit. Kaum ist der Wüterich weg, erkennt die Ärztin die möglichen Konsequenzen ihres unprofessionellen Handelns, von einer Entlassung bis hin zum Verlust ihrer ärztlichen Zulassung. Sie hätte den Patienten keinesfalls gehen lassen dürfen, sondern sofort mit der Behandlung beginnen müssen. Sie beschließt, Altmann zu suchen, um ihn zurück ins Krankenhaus zu bringen.
Henry kommt inzwischen in der Familienkanzlei Altmann an und stürmt in einen Mandantentermin seines Bruders, des Rechtsanwalts Aaron. Er fragt ihn, was er rein hypothetisch einem Klienten raten würde, der nur noch neunzig Minuten zu leben hätte. Aaron meint, man sollte ein letztes Mal mit seiner Frau schlafen. Henry beschließt, dies zu tun, allerdings hat er sich mit seiner Frau Bette schon seit längerem auseinandergelebt. Und er stellt fest, dass sie eine Affäre mit ihrem Nachbarn hat, was ihn etwas ratlos macht. Inzwischen erfährt Sharon, dass Henry tatsächlich jeden Moment sterben könnte, wenn das Aneurysma reißen sollte.
Sharon fährt zur Kanzlei und informiert Aaron über die Diagnose. Sie erfährt, dass der früher freundliche und zufriedene Henry nach dem Tod seines Sohnes Peter vor zwei Jahren verbitterte. Währenddessen organisiert Henry eine letzte Party mit seinen ehemaligen Mitschülern. Doch es erscheint lediglich der verhasste Schüler Bix und es kommt zu einem Eklat. Auch will Henry mit seinem Sohn Tommy sprechen, zu dem er den Kontakt abgebrochen hatte, als der gegen sein Anraten eine Tanzkarriere anstrebte, aber sein Sohn nimmt den Anruf nicht an. Er kauft eilig eine Kamera und gerät wegen des endlos stotternden Verkäufers erneut in Rage. Mit der Kamera lässt er sich von einem Obdachlosen aufnehmen, um Tommy zu sagen, dass er ihn liebe. Doch mitten in der Aufnahme wird er wütend und dann ohnmächtig. Wieder bei Bewusstsein, will er sich von der Brooklyn Bridge stürzen. Sharon findet ihn dort und entschuldigt sich für ihr Verhalten im Krankenhaus. Sie gibt zu, einen Fehler begangen zu haben und dass sie keine Ahnung hätte, wann er sterben könnte. Sharon bittet ihn, nicht zu springen und sagt ihm, dass ihre Karriere – und damit auch ihr Leben – vorbei sein wird, wenn er es tun würde. Henry springt dennoch von der Brücke und Sharon rennt zum Fluss hinunter, geht ins Wasser und rettet ihn ans Ufer. Henry erkennt, dass er eine zweite Chance erhalten hat, und bittet Sharon, ihm zu helfen, die Probleme mit seiner Familie einzurenken. Er schaut auf die Uhr und sieht, dass er nur noch neunzehn Minuten hat. Sharon besorgt ein Taxi, das von demselben Taxifahrer gefahren wird, mit dem Henry den Unfall hatte. Der Taxifahrer und Henry streiten sich, aber Sharon geht mit Pfefferspray dazwischen.
Sie fahren zur Brooklyn Dancing Academy, wo Henry seinen Sohn Tommy allein sitzen sieht. Sie fangen an zu tanzen, genau wie damals, als Tommy ein kleiner Junge war. Henry sagt Sharon, dass er gar nicht wissen will, wann er sterben wird. Er möchte nur wieder ein verträglicher Mensch werden und mit seiner Familie glücklich leben. Henry geht ins Krankenhaus und lebt noch acht Tage, die er dazu nutzt, besondere Momente und Erinnerungen mit seiner Familie zu teilen.
Ein Jahr nach Henrys Tod verstreuen Bette, Tommy, Aaron und Sharon von einem Vergnügungsdampfer aus seine Asche über dem East River. Als der Kapitän sie wegen illegaler Ascheentsorgung rügt, erntet er eine Schimpfkanonade – zu Henrys Ehren.
Hintergrund
Der Film ist ein Remake des israelischen Films Die 92 Minuten des Herrn Baum aus dem Jahr 1997, geschrieben und unter der Regie von Assi Dayan. Es ist der letzte Film mit Robin Williams, der zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde.
Kritik
Das Lexikon des internationalen Films nannte den Film eine „Unausgegorene Mischung aus schriller Komik und aufdringlich sentimentaler Melodramatik. Durchweg unglücklich besetzt, bleiben die Figuren leblos und unsympathisch.“
Peter Osteried wertet für kino-zeit.de: „Dies mag nicht Robin Williams‘ bester Film sein, aber es ist eine Rolle, die ihm wie auf den Leib geschneidert ist. Der Erzählfluss ist nicht immer frei von Stolpersteinen, die Anschlüsse sind bisweilen ein bisschen holprig, […] Aber unterm Strich bleibt der Film eine sehenswerte Mixtur aus Drama und Komödie.“ „Der Humor unterminiert nicht die Ernsthaftigkeit der Geschichte. Er bereichert sie, weil so vieles im Leben auch seine komischen Seiten hat.“Bittersüßer Abschied von Robin Williams bei kino-zeit.de, abgerufen am 2. Mai 2023.
Beim Lite-Magazin urteilte Redakteur Martin Sowa: „Mit einer prominenten Besetzung gelingt Regisseur Phil Alden Robinson mit ‚The angriest Man in Brooklyn‘ eine kurzweilige Komödie. […] Der eigentlich tragische Teil der Handlung [rückt] über weite Strecken in den Hintergrund und“ „die Kommentare aus dem Off nehmen der Geschichte immer wieder das Tempo, das für die Erzählung von Henrys Kampf gegen die Zeit natürlich relativ wichtig ist.“ allerdings „sind einzelne Kapitel wie Henrys Besuch im Gebrauchtwarenladen viel zu nervig, um noch als komisch durchzugehen.“The angriest Man in Brooklyn – Bitte ganz entspannt! bei lite-magazin.de, abgerufen am 2. Mai 2023.
Cinema.de urteilte: „Ein lieblos inszeniertes Satire-Remake, bei dem man dem späteren Selbstmörder Williams beim Suizidversuch zuschauen soll.“
Oliver Armknecht von film-rezensionen.de schrieb: „So richtig genutzt wird das komische Talent von Robin Williams in einer seiner letzten Filme nicht, zusammenpassen will hier auch nicht alles. Und doch ist ‚The Angriest Man in Brooklyn‘ eine nette Tragikomödie mit einigen rührenden Szenen und einer immer wieder gültigen Moral.“Kritik zum Film bei film-rezensionen.de, abgerufen am 2. Mai 2023.
Kino.de meinte: „Robin Williams wütet sich tragisch-ironischerweise als jähzorniger Todeskandidat durch Brooklyn, scheitert aber ehrenwert beim Versuch, seinem holzschnittartig gezeichneten Charakter liebenswertes Leben einzuhauchen. Mila Kunis kommt von der Sitcom, und das merkt man, aber das könnte man auch von Mork vom Ork sagen. [Sie] balanciert etwas unentschlossen zwischen Melo und Comedy [und] trifft nicht immer den richtigen Ton.“The Angriest Man in Brooklyn-Filmkritik bei Kino.de, abgerufen am 2. Mai 2023.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2014 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Filmdrama