mini|Grabmal von Anna Dillon mini|Unten Sarkophag von Anna Dillon auf dem Historischen Friedhof Weimar Paul Mebes: Um 1800; Architektur und Handwerk im Letzten Jahrhundert ihrer traditionellen Entwicklung, F. Bruckmann, München 1908, Bd. I, S. 194. Die dort genannte Angabe "Kirchhof" ist sicher falsch! Anna Dillon (* 1759 in Dublin; † 1. März 1823 in Weimar)Edictal-Vorladung vom 5. August 1823 war in Weimar Hofdame und Vertraute der Großherzogin Maria Pawlowna.
Maria Pawlowna ließ von Oberbaudirektor Clemens Wenzeslaus Coudray für ihre Vertraute Anna Dillon ein Grabmal nach dem Vorbild eines antiken römischen Sarkophages entwerfen, welches sich auf dem Historischen Friedhof östlich der Weimarer Fürstengruft befindet.Gertrud Ranft: Historische Grabstätten aus Weimars klassischer Zeit. Herausgeber: Nationale Forschungs- und Gedenkstätten der Klassischen Deutschen Literatur in Weimar, 5. Auflage, Weimar 1990, S. 94. ISBN 3-7443-0010-2 Bereits 1824 hatte Coudray Entwürfe eingereicht.Rolf Bothe: Clemens Wenzeslaus Coudray: 1775–1845; ein deutscher Architekt des Klassizismus, Köln; Weimar; Wien: Böhlau, 2013, S. 572. ISBN 978-3-412-20871-4 Da dieses erstens relativ aufwendig gestaltet ist und zweitens die Großherzogin selbst den Auftrag hierfür gegeben hatte, darf das als eine besondere Gunstbezeugung der Letzteren gelten. Außer dem Namen von Anna Dillon und dem Todesjahr „(MDCCCXXIII)“ ist auch das Monogramm „MP“ für Maria Pawlowna zu sehen.Das Grabmal besteht aus Tonndorfer Sandstein. Überhaupt ist hier eine gute Detailbeschreibung dieses Sarkophags zu finden. Auf dem Gitter ist dargestellt ein Kreuz zwischen zwei Amphoren.Rainer Müller: Kulturdenkmale in Thüringen: Stadt Weimar, Bd. 4.2.: Stadterweiterung und Ortsteile, E. Reinhold Verlag, Erfurt 2009, S. 873 und 886. Details aus Anna Dillons Leben sind praktisch sonst beinahe unbekannt, außer dass sie mit Maria Pawlowna von St. Petersburg nach Weimar kam.https://royal-magazin.de/russia/maria-pavlovna.pdf S. 469. Anlässlich der Auflösung ihres 65-köpfigen Hofstaates bestimmte Maria Pawlowna, dass Anna Dillon für ihre treuen Dienste zusätzlich zu den üblichen Lohngeldern noch weitere Pensionen bezog.https://androom.home.xs4all.nl/biography/p015433.htm Bevor Anna Dillon auf den Historischen Friedhof überführt wurde, wurde sie zunächst im Kassengewölbe auf dem Jacobsfriedhof Weimar bestattet.Art. Historischer Friedhof, in: Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1998, S. 206. In der darin aufgeführten Tafel der bestatteten Personen ist ihr Name auch aufgeführt.Hannelore Henze, Doris-Annette Schmidt: Der Jakobskirchhof in Weimar. Königswinter 1998, Neuauflage Ilmenau: RhinoVerlag 2010, S. 57. ISBN 978-3-939399-07-0
Dass der Sarkophag anders ausgerichtet ist als in Ost-West-Richtung wie üblich hatte zu vielerlei Spekulationen geführt, die letztlich allesamt haltlos waren. So hielt sich hartnäckig die Mär, dass dies eine Strafe für einen Diebstahl gewesen sei, für den ein anderer bestraft worden sei, der aber erst nach dem Tod der Kammerfrau aufgedeckt worden sein soll.Roland Dressler, Jochen Klauss: Weimarer Friedhöfe. Böhlau, Weimar 1996, S. 68 f. ISBN 3-412-00496-0Hannelore Henze, Doris-Annette Schmidt: Der historische Friedhof zu Weimar. RhinoVerlag, Ilmenau 2011, S. 40. ISBN 978-3-939399-08-7.
Im Briefwechsel Goethes mit seiner Frau Christiane von Goethe ist Madame Dillon oder Miß Dillon für das Jahr 1810 zweimal, einmal für das Jahr 1814 erwähnt.Hans Gerhard Gräf (Hrsg.): Goethes Briefwechsel mit seiner Frau. Bd. II: 1807–1816, Rütten & Loening, Frankfurt am Main 1916, S. 120; S. 129; S. 237. Der Verkehr zwischen den Goethes und Anna Dillon war den Schriftzeugnissen nach eher formal als innig.
Weblinks https://androom.home.xs4all.nl/biography/p015433.htm Historischer Friedhof Grabstätten berühmter Persönlichkeiten in Weimar
Einzelnachweise
Kategorie:Maria Pawlowna Kategorie:Hofdame (Sachsen-Weimar-Eisenach) Kategorie:Geboren 1759 Kategorie:Gestorben 1823 Kategorie:Frau