Max Schnabel (* 23. Juni 1903 in Königstein; † 21. Oktober 1986 in Leipzig) war ein deutscher Architekt, Maler und Grafiker.

Leben und Werk mini|Grabstätte Max Schnabel Schnabel studierte an der Leipziger Bauschule und der Technischen Hochschule Dresden sowie später bei Alois Kolb an der Staatlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. Ab 1931 arbeitete er als freischaffender Architekt in Leipzig. Das Adressbuch verzeichnet ihn 1943 mit der Wohnadresse Briestraße (seit 1950 Etkar-André-Straße) 35 und dem Büro in der Markgrafenstraße 4. Das Gebäude fiel den Luftangriffen auf Leipzig zum Opfer.

So plante er 1936/37 in Leipzig ein Mehrfamilienwohnhaus in der Dresdner Straße 56, in dem sich das Kino Regina-Lichtspiele (vormals: Schloßkeller-Lichtspiele, heute: Regina-Palast) befindet.Carola Zeh: Leipzig, Regina-Palast. In: Lichtspieltheater in Sachsen – Entwicklung, Dokumentation und Bestandsanalyse. Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2007, S. 316f. Vgl. auch Regina-Palast, Leipzig-Reudnitz, Dresdner Straße 56. In: Alle Kinos. Filmtheatergeschichte in Deutschland, Österreich und der Schweiz Abgerufen am 25. Juli 2026. Danach verantwortete er den Kinoneubau Neues Lichtspielhaus (später: Filmbühne) am Friedrichplatz 12 in Torgau, der 1939 eröffnet wurde und ebenso als Wohngebäude konzipiert war.Carola Zeh: Torgau, Filmbühne. In: Lichtspieltheater in Sachsen – Entwicklung, Dokumentation und Bestandsanalyse. Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2007, S. 374f. Vgl. auch C. R.: Neu- und Umbauten. Theater am Friedrichplatz in Torgau. In: Film-Kurier 21 (1939), Nr. 267, 15.11.1939, Ausgabe: T, S. 4.

Daneben betätigte er sich autodidaktisch als Maler. Sein umfangreiches zeichnerisches und druckgrafisches Werk zeigt vor allem Stadtlandschaften und Landschaften aus Leipzig und dem Leipziger Umland, z. T. auch aus anderen Regionen, die z. B. auf der Großen Leipziger Kunstausstellung 1942 und 1943 (1942: "Oberfränkische Landschaft"Vgl. Katalog: Große Leipziger Kunstausstellung 1942. Unter der Schirmherrschaft des Reichsstatthalters und Gauleiters Martin Mutschmann. Im Museum der Bildenden Künste vom 1. November 1942 bis 3. Januar 1943. Leipziger Verlagsdruckerei GmbH vorm. Fischer & Kürsten, 1942 (Schnabel, Max: Nr. 227, Selbstbildnis, Öl; Nr. 228, Oberfränkische Landschaft, Öl; S. 18); 1943: "Nach dem Gewitter"; "Landschaft bei Lützschena")Vgl. Katalog: Große Leipziger Kunstausstellung 1943. Unter der Schirmherrschaft des Reichsstatthalters und Gauleiters Martin Mutschmann. Im Museum der Bildenden Künste vom 24. Oktober 1943 bis 2. Januar 1944. Leipziger Verlagsdruckerei GmbH vorm. Fischer & Kürsten, 1943 (Schnabel, Max: Nr. 296, Der Raucher, Öl; Nr. 297, Nach dem Gewitter, Öl; Nr. 298, Landschaft bei Lützschena, Bleistift; S. 17) zu sehen waren. Auf der Kunstausstellung der SA in Dresden 1942 war er mit "Landschaft bei Papitz" und "Waldinneres" vertreten.Vgl. Katalog: Kunstausstellung der SA in Dresden 1942. Gemälde, Plastik, Aquarelle, Graphik. Veranstaltet vom Landeskulturverwalter Gau Sachsen. 3. Oktober–15. November. In den Ausstellungsräumen Brühlsche Terrasse. Hrsg. vom Landeskulturverwalter Sachsen. Dresden: Buchdruckerei C. Heinrich. 1942 (Schnabel, Max, Leipzig: Nr. 116, Landschaft bei Papitz, Öl; Nr. 117, Waldinneres, Öl; S. 14).

Schnabel war u. a. Mitglied der SA sowie des Sächsischen Kunstvereins und der Reichskammer der Bildenden Künste.

Nach der Teilnahme am Zweiten Weltkrieg und Kriegsgefangenschaft war Schnabel mit konzeptionellen Beiträgen maßgeblich am Wiederaufbau von Leipzig, Dresden und Magdeburg beteiligtDer Maler und Architekt Max Schnabel am Strand digiporta.net (PDF-Dokument) und betätigte er sich wieder intensiv als Maler und Grafiker. Ab 1950 verschlechterte sich die berufliche Situation freischaffender Architekten in der DDR rapide, und Schnabel geriet in existenzielle Nöte. In einem Brief an Lothar Bolz schrieb er am 15. März 1951: „Wenn man … wiederholt bewiesen hat, dass man als Architekt und Städtebauer etwas zu sagen hat und nun zusehen muss, das richtet, abgesehen, dass man 6 Menschen zu ernähren hat, seelisch zu Grunde.“ Und da ihm angeraten worden war, in einem staatlichen Architekturbüro zu arbeiten: „Meine Selbständigkeit als freischaffender Architekt nach 20 makellosen Berufsjahren liquidieren? Nein! … ich verstehe es Tag und Nacht ohne Unterbrechung zu arbeiten, aber an Stunden halten und dergl., das geht nicht.“Tobias Zervosen: Architekten in der DDR. Realität und Selbstverständnis einer Profession. Transcript Verlag, 2016, S. 58/59 und S. 61.

In den 1960er- und 1970er-Jahren wurden seine Werke u. a. in der christlichen Buchhandlung "Wort und Werk" gezeigtVgl. Dr. M. T.: Ein Architekt griff zum Pinsel. Malerei und Grafik von Max Schnabel bei "Wort und Werk" in Leipzig. In: Neue Zeit 20 (1964), Nr. 13, 16.1.1964, S. 4. Vgl. auch B. M.: Ein malender Architekt. Arbeiten von Max Schnabel bei "Wort und Werk". In: Neue Zeit 29 (1973), Nr. 192, 16.8.1973, S. 4., die sich im Leipziger König-Albert-Haus befand und als kirchlich geführte Einrichtung künstlerische Freiräume bot.

Bilder Schnabels befinden sich u. a. in Museen und öffentlichen Sammlungen, ein Konvolut von persönlichen Dokumenten und Fotos im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Max Schnabel wurde auf dem Leipziger Südfriedhof beerdigt.

Werkbeispiele

Tafelbilder Landschaft bei Papitz (o. J., Öl)Katalog: Kunstausstellung der SA in Dresden 1942. Gemälde, Plastik, Aquarelle, Graphik. Veranstaltet vom Landeskulturverwalter Gau Sachsen. 3. Oktober–15. November. In den Ausstellungsräumen Brühlsche Terrasse. Hrsg. vom Landeskulturverwalter Sachsen. Dresden: Buchdruckerei C. Heinrich. 1942, S. 14. Waldinneres (o. J., Öl)Katalog: Kunstausstellung der SA in Dresden 1942. Gemälde, Plastik, Aquarelle, Graphik. Veranstaltet vom Landeskulturverwalter Gau Sachsen. 3. Oktober–15. November. In den Ausstellungsräumen Brühlsche Terrasse. Hrsg. vom Landeskulturverwalter Sachsen. Dresden: Buchdruckerei C. Heinrich. 1942, S. 14. Selbstbildnis (o. J., Öl)Katalog: Große Leipziger Kunstausstellung 1942. Unter der Schirmherrschaft des Reichsstatthalters und Gauleiters Martin Mutschmann. Im Museum der Bildenden Künste vom 1. November 1942 bis 3. Januar 1943. Leipziger Verlagsdruckerei GmbH vorm. Fischer & Kürsten, 1942, S. 18. Oberfränkische Landschaft (o. J., Öl)Katalog: Große Leipziger Kunstausstellung 1942. Unter der Schirmherrschaft des Reichsstatthalters und Gauleiters Martin Mutschmann. Im Museum der Bildenden Künste vom 1. November 1942 bis 3. Januar 1943. Leipziger Verlagsdruckerei GmbH vorm. Fischer & Kürsten, 1942, S. 18. Der Raucher (o. J., Öl)Katalog: Große Leipziger Kunstausstellung 1943. Unter der Schirmherrschaft des Reichsstatthalters und Gauleiters Martin Mutschmann. Im Museum der Bildenden Künste vom 24. Oktober 1943 bis 2. Januar 1944. Leipziger Verlagsdruckerei GmbH vorm. Fischer & Kürsten, 1943, S. 17. Nach dem Gewitter (o. J., Öl)Katalog: Große Leipziger Kunstausstellung 1943. Unter der Schirmherrschaft des Reichsstatthalters und Gauleiters Martin Mutschmann. Im Museum der Bildenden Künste vom 24. Oktober 1943 bis 2. Januar 1944. Leipziger Verlagsdruckerei GmbH vorm. Fischer & Kürsten, 1943, S. 17. Elsteraue (1947, Öl)Schloss Ahlden – Fine Art Auctioneers Abgerufen am 25. Juli 2026. Landschaft bei Leipzig im Vorfrühling (1951, Öl) Schneelandschaft (1963, Öl)Max Schnabel – Festung Königstein schmidt-auktionen.de. Abgerufen am 24. September 2023. Burgberg Meißen (1965, Öl, 72 × 90 cm; Stadtmuseum Meißen, Inv. 3/77)https://bildatlas-ddr-kunst.de/shared/pdf/collection_096_01.pdf

Zeichenkunst und Druckgrafik

Landschaft bei Lützschena (o. J., Bleistift)Katalog: Große Leipziger Kunstausstellung 1943. Unter der Schirmherrschaft des Reichsstatthalters und Gauleiters Martin Mutschmann. Im Museum der Bildenden Künste vom 24. Oktober 1943 bis 2. Januar 1944. Leipziger Verlagsdruckerei GmbH vorm. Fischer & Kürsten, 1943, S. 17. Verwundete Straße / Leipzig (1947, Federzeichnung) Marktplatz Weißenfels (1967, Lithografie)https://st.museum-digital.de/object/107752 Motive aus Leipzig (1967, 6 Farblithografien, erschienen als Mappenwerk mit einer Auflage von 200 Exemplaren)

Ausstellungen (unvollständig) Einzelausstellungen 1948: Leipzig, Museum der bildenden Künste (mit Bruno Eyermann) 1958: Leipzig, Museum der bildenden Künste (mit Bruno Eyermann)Eyermann, Bruno ikmk.smb.museum 1964: Leipzig, Galerie Wort und WerkVgl. Dr. M. T.: Ein Architekt griff zum Pinsel. Malerei und Grafik von Max Schnabel bei "Wort und Werk" in Leipzig. In: Neue Zeit 20 (1964), Nr. 13, 16.1.1964, S. 4. 1973: Leipzig, Galerie Wort und WerkVgl. B. M.: Ein malender Architekt. Arbeiten von Max Schnabel bei "Wort und Werk". In: Neue Zeit 29 (1973), Nr. 192, 16.8.1973, S. 4. 1984: Leipzig, Kleine Galerie, Handelshochschule LeipzigVgl. Kulturnotizen: Ausstellung. In: Neues Deutschland 39 (1984), Nr. 77, 30.3.1984, S. 4.

Gruppenausstellungen 1942: Dresden, Brühlsche Terrasse („Kunstausstellung der SA“)Günter Gerstner: Künstler der SA stellen aus. In: Der SA-Führer, 1942, S. 28 1942 und 1943: Leipzig, Museum der bildenden Künste („Große Leipziger Kunstausstellung“) 1943: Dresden, Brühlsche Terrasse („Kunstausstellung Gau Sachsen“)

1965: Leipzig, Museum der Bildenden Künste („500 Jahre Kunst in Leipzig“)

Literatur (Auswahl)

Leipziger Stadtansichten. 12 Reproduktionen nach Original von Max Schnabel. E. A. Seemann, Leipzig 1957.

Schnabel, Max. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 842.

Weblinks Der Maler und Architekt Max Schnabel digiporta.net (PDF-Dokument) https://www.kunstfreund.eu/Schnabel-Max Biographie Max Schnabel Germanisches Nationalmuseum Indexeintrag für Max Schnabel in der Datenbank der Deutschen Biographie

Einzelnachweise

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